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Saarbrücken: Sankt J am St. Johanner Markt schließt – Reaktionen sind emotional

Emotionale Reaktionen : Betreiber verkünden Aus für Sankt J. – Saarbrücken trauert um Kultkneipe am St. Johanner Markt

Schon 447 Kommentare, 96 Mal geteilt: Die traurige Nachricht für die Saarbrücker Gastro-Szene wird beim Facebook-Kanal der Saarbrücker Zeitung sehr häufig kommentiert – und auch höchst kontrovers diskutiert.

Der aktuelle Betreiber des Sankt J. am St. Johanner Markt in Saarbrücken wird die Kult-Kneipe zum Ende des Jahres verlassen (wir berichteten). Die „kleine Anstalt für betreutes Trinken“, wie Wirt Jochen Gräser seinen Laden nennt, wird nach 15 Jahren von dem Team abgegeben. Grund: Der Mietvertrag sei von den neuen Hauseigentümern nicht verlängert worden.

Die traurige Nachricht vom Aus hat in den sozialen Medien im Saarland ein großes Echo ausgelöst. Alleine auf der Haupt-Facebook-Seite der Saarbrücker Zeitung kommentierten 447 Personen die bevorstehende Schließung der Kult-Kneipe, der Beitrag wurde 69 Mal geteilt und hatte 24 540 Interaktionen (Zeitpunkt: 14. Dezember 19 Uhr).

Viele Facebook-User äußerten sich sehr traurig über das Ende für Gräsers Team. „Sehr bedauerlich“ und „sehr schade“ sind dort in den Kommentaren ganz regelmäßig zu lesen. „War immer lustig dort. Alles Gute den lieben Menschen auf ihrem weiteren Weg“, schreibt ein SZ-Leser.

Allerdings wird das Aus des Sankt J. auch sehr kontrovers diskutiert. Ein User erklärte, dass dies „dieser maroden Politik zu verdanken ist. Und es werden noch viele folgen.“ Ein weiterer SZ-Leser schrieb mit ironischem Unterton: „War ja nicht zu erwarten und kommt ganz überraschend. Ein Hoch auf unsere Politiker, 2G und 2G+.“ Im Hinblick auf die Corona-Pandemie erklärt ein weiterer Leser: „Ein Deutschland wie wir es gekannt haben wird es nicht mehr geben.“

Viele Leser beriefen sich neben der Corona-Politik allerdings auch auf die Thematik des Mietvertrages und damit den Grund, den auch Gräser selbst auf Facebook genannt hatte. „Ja, sehr traurig. Aber der Grund ist nicht die Pandemie sondern der neue Eigentümer des Hauses. Wie bei so vielen Immobilien in Saarbrücken, neue Eigentümer wollen mehr, mehr, mehr. Ob sich die Mieter das leisten können ist denen egal“, schreibt ein weiterer User. Ein weiterer SZ-Leser fragt sich: „Pächter bekommt den Hals wohl nicht voll. Stirbt halt die Innenstadt - ob das den Wert der Immobilie steigert?“.

Auch auf der Instagram-Seite der SZ beklagten viele das Aus für das Sankt J. „Viele schöne Erinnerungen. Leider wieder eine Kultkneipe weniger in Saarbrücken“, so ein Leser. Eine weitere schrieb: „Wie traurig! Eines der Kultobjekte Saarbrückens. Es wird dem Stadtbild fehlen.“