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Saarbrücken - Was mit dem Geisterhaus an der Mainzer Straße passieren soll

Leerstand mitten in der City : Was mit dem „Geisterhaus“ an der Mainzer Straße in Saarbrücken passieren soll

Mitten in der Saarbrücker City steht ein prächtiges Wohn- und Geschäftshaus von 1911. Doch leider steht es leer. Nun äußert sich die Stadtverwaltung zur Frage, wann wieder Leben in das vierstöckige „Geisterhaus“ an der Mainzer Straße 13/Ecke Karlstraße kommt.

Das Leben pulsiert am Anfang der Mainzer Straße: Viele Restaurants ziehen hungrige und durstige Kunden an, das Hotel Leidinger seine illustren Gäste, es gibt einige Läden mit ausgefallenen Angeboten und auch das Filmhaus hat dort sein Domizil. Doch mittendrin steht ein 112-jähriges, prächtiges Wohn- und Geschäftshaus, das öde und verlassen ist.

Haus in Top-Lage in Mainzer Straße in Saarbrücken steht leer

An der Mainzer Straße 13/Ecke Karlstraße sind die Schaufenster des Ladenlokals mit Werbung verhüllt, an dem kleinen Geschäft an der Karlstraße dominieren Graffiti das einzige Schaufenster. Ebenso ist die Eingangstür, unter einem herrschaftlichen Portalgiebel und mit Säulen daneben, mit den Schriftzügen des Sprayers versehen. Im Buntsandstein steht der Name des ausführenden Architekten: „Heinr. Güth BDA 1911“. Auf der Denkmalliste des Saarlands taucht dieses großbürgerliche Gebäude, das kurz vor dem Ersten Weltkrieg entstand, nicht auf.

Den Wert des vierstöckigen Gebäudes für die Stadtkultur hat ein anderer Künstler erkannt, der an die Hauswand eine Tafel mit folgenden Zeilen anbrachte „Im Mondschein am Meer, an den einsamen Stellen des Landes, sieht man, in düstere Gedanken versunken, wie alle Dinge gelbe, unbestimmte, fantastische Formen annehmen“. Diese Worte von den Dingen, die unbestimmte Formen annehmen, treffen: Die Klingelleiste aus Messing wechselt die Farbe, bekommt grünliche Patina. Namen der vier Parteien von einst sind nicht mehr vorhanden. Passé.

Stadt zuversichtlich für Zukunft

Doch während die Geister der Vergangenheit das Haus im Griff zu haben scheinen, gibt es im Saarbrücker Rathaus viel Hoffnung auf eine glückliche Zukunft an der Mainzer Straße 13. „Das Objekt ist uns bekannt“, sagt Daniel Schumann, Sprecher von Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU), auf SZ-Anfrage. Das Gebäude befinde sich in Privatbesitz. „Über die Wirtschaftsförderung gab es bereits Kontakt zur Eigentümerin. Wir wissen auch, dass Interessenten in der Vergangenheit wiederholt wegen des Ladenlokals im Gebäude nachgefragt hatten“, erklärt Schumann.

Als „Lost Place“, in dem Natur und Verfall regieren, könne das Haus nicht bezeichnet werden. „Es ist ein Leerstand in Top-Lage in einem sehr lebendigen Quartier“, betont der Rathaussprecher. Saarbrückerinnen und Saarbrücker sowie Gäste von außerhalb schätzten das Quartier Mainzer Straße aufgrund seiner zahlreichen Angebote aus Bereichen wie Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Sport. „Daher sind wir zuversichtlich, dass Möglichkeiten zur Nachnutzung des Objekts gefunden werden“, sagt Schumann. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Dass von dem Haus Gefahren ausgehen würden für Passanten, sei der Stadtverwaltung nicht bekannt.