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So war das umstrittene Modelcamp in Saarbrücken

Acht Teilnehmerinnen : Freude statt Figur: So war das umstrittene Modelcamp in Saarbrücken (mit Bildergalerie)

Beim Modelcamp in Saarbrücken am Halberg stand vor allem der Spaß im Fokus. Mit dabei waren waren Frauen im Alter zwischen 14 und 60 Jahren.

Beim Modelcamp am Halberg ging es am Sonntag nicht nur um schöne Bilder der acht anwesenden Frauen, es ging vor allem darum, wie man als Model noch erfolgreicher sein kann, was man dafür können muss, wie man das trainiert, wie man kurzum eine gute Figur abgibt. Ein Team aus Fachleuten hatte zu diesem Camp eingeladen (wir berichteten) und acht Frauen waren gekommen, um sich ausbilden zu lassen und Spaß zu haben.

Im ausgeräumten Untergeschoss eines Motorradhändlers hatte man Raum und Ruhe, um sich einen ganzen Sonntag dem Model-Thema zu widmen. „Jede Frau kann hier mitmachen, die Modelbranche ist längst im Umbruch, gesucht werden Typen jeden Alters und jeder Kleidergröße, man ist nicht mehr an Maße und Jugendlichkeit gebunden“, erzählt Mitorganisatorin Karin Wadle, die zusammen mit Sabine Britz und Dina Wacker das Camp aus der Taufe hob.

Saarbrücken: Vor dem Fotoshooting wurden die Models noch zurechtgemacht

Vor dem Fotoshooting am Mittag, zuvor wurden die Damen frisiert und geschminkt, ermunterte sie die Frauen, die zwischen 14 und 60 Jahre alt sind, authentisch zu sein: „Seid so, wie ihr seid, versucht Euch in erster Linie selbst zu gefallen, denn es sind Eure Bilder. Bleibt locker, wir sind ja für Euch da.“ Und kurz danach stand jede Frau vor der Kamera, das Blitzlicht erhellte die Szene, es wurden Posen geübt, die Trainerinnen korrigierten leicht, nahmen aber nie den Schwung aus der Szenerie. Es war offensichtlich, dass es den Damen Freude machte, es wurde viel gelacht und gelächelt sowieso.

Kaum Anfängerinnen beim Modelcamp in Saarbrücken

Nur wenige waren Anfängerinnen am Set. Sonja Biet aus Frankfurt am Main (60) ist seit zwei Jahren Model. Mit 58 fing sie überhaupt erst an, da hatte sie ihren Ruhestand nach einer erfüllten Physiotherapeuten-Tätigkeit angetreten. „Aus der zweiten Lebenshälfte wollte ich noch was machen und habe den Mädchentraum aktiviert. Die Modebranche hat sich extrem verändert. Heute werden Charaktere jeden Alters gesucht“, sagt sie und steht mit einem Glitzerkleid im Blitzlichtgewitter. Erste Shootings finanzierte sie sich selbst, dann bekam sie Kontakt zu Agenturen, wurde gebucht und ist heute im Unternehmensfilm von Rossmann als sportlich aktive Best-Agerin zu sehen. „Das Camp in Saarbrücken besuche ich, weil mich jede Fortbildung weiterbringt. Ich habe nie aufgehört dazuzulernen, der Austausch mit den anderen Frauen ist auch wichtig.“ Und der Zickenkrieg unter Models? Den gibt es bei den älteren Models nicht, erzählt sie. „Man freut sich einfach, wenn man dabei ist und wenn andere einen Auftrag bekommen, dann gratuliert man ihnen. Unter uns ist das Genre nicht mehr neidbesetzt, das macht das Alter“, sagt sie zufrieden.

Ihre Mitstreiterin Antje Hahn aus Marburg nickt bestätigend. Die 54-Jährige modelte schon für Öko-Test, hat ähnliche Erfahrungen wie Sonja Biet und startete mit 48 Jahren. Über einen Friseur kam sie zum Modeln, blieb dann dabei und besucht Fortbildungen auch, um Spaß zu haben. „Ich lief bei der Urban Fashion Show in Berlin, ich entwickle mich immer weiter. Auch mein Selbstbewusstsein wird gestärkt und ich bin offener für andere Menschen und Situationen. Es bringt mir persönlich sehr viel“, sagt sie. Unter den älteren Models herrsche eine „total schöne Atmosphäre“, man freue sich mit den anderen, Rivalität gebe es keine mehr. „Wenn Sie diesen Traum haben, dann warten Sie nicht. Man grenzt sich doch nur selbst aus, wenn man es nicht versucht“, appelliert sie an andere.

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