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Umfrage Corona-Impfung: Saarbrücker sehen Staus-Abfrage zwiegespalten

Umfrage bringt kontroverse Meinungen an den Tag : So stehen Saarbrücker zur Impfstatus-Abfrage: „Ich verstehe nicht, warum man sich nicht impfen lässt“

Darf mein Chef wissen, ob ich geimpft bin? Darüber wird gerade heftig diskutiert. Datenschützer haben massive Bedenken. Wie sehen Saarbrücker das?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zieht in Erwägung, es zur Pflicht zu machen, dass Arbeitnehmern ihren Arbeitgebern offenlegen müssen, ob sie geimpft sind. Datenschützer haben bedenken, Spahn ist dafür, Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) agegen. Wir haben uns in der Saarbrücker Innenstadt umgehört, was die Bevölkerung dazu sagt und sind auch dort auf geteilte Meinungen gestoßen.

Christa Funk findet den Vorschlag gut: „Jeder Ungeimpfte stellt eine Gefahr für das ganze Unternehmen dar, deswegen finde ich es richtig, dass der Arbeitgeber über den Impfstatus der Angestellten Bescheid weiß. Das Impfen ist für mich ein Akt der Solidarität“, so die 67-Jährige. Die Saarbrückerin findet außerdem, dass der Chef für die Betriebsplanbarkeit Bescheid wissen sollte. „Der Arbeitgeber hat bestimmte Maßnahmen zu treffen, wenn Ungeimpfte angestellt sind“, erklärt die Rentnerin. Das könne er nur, wenn er die erforderlichen Informationen habe.

Der 27-jährige Tim Dittert sieht das Thema zwiegespalten. „Auf freiwilliger Basis, finde ich es gut, wenn man dem Chef mitteilt, ob man geimpft ist, aber es sollte keinen Zwang geben. Es handelt sich um eine persönliche Entscheidung, für die man sich nicht rechtfertigen muss. Ich frage mich dann auch, wo das hin geht. Was passiert, wenn man sich nicht impfen lässt. Ich glaube man kann auch viel mit Tests und Hygienekonzepten machen“, so der Produktentwickler.

Petra Dahm hält von Impfungen nicht viel. „Unsere Corona-Politik in Deutschland ist ein Witz. Ich kenne keinen Vorteil der Corona-Impfung. Die Politik in diesem Land greift in das Privatleben der Menschen ein, und die lassen es einfach mit sich machen. Was die Regierung uns erzählt, kann man nicht mehr glauben.“, so die 52-Jährige. Eine Offenbarungspflicht des Impfstatus kommt für sie folglich nicht in Betracht.

 Tim Dittert plädiert dafür, freiwillig dem Unternehmen mitzuteilen, ob man geimpft ist.
Tim Dittert plädiert dafür, freiwillig dem Unternehmen mitzuteilen, ob man geimpft ist. Foto: BeckerBredel

Roswita Licht ist dafür, dass Arbeitnehmer ihren Impfstatus offenlegen. „Ich sehe darin kein Problem. Die Arbeitgeber müssen planen können und deshalb wissen, ob ihre Arbeitnehmer geimpft sind. Ich verstehe nicht, warum man sich nicht impfen lässt“, so die Saarbrückerin. Sie will aber nicht, dass Ungeimpfte benachteiligt werden. „Der Arbeitgeber schafft es vielleicht, die Angestellten zu überzeugen, sich zu impfen“, erklärt die Rentnerin.

Die 27-jährige Michelle Klein aus Saarbrücken findet das Thema schwierig: „Einerseits finde ich es gut, da es sicherer für alle ist, wenn man weiß, wer geimpft ist und wer nicht. Auf der anderen Seite sind es persönliche Daten, die den Arbeitgeber und die Kollegen nichts angehen. Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung nicht treffen muss“, so die Studentin. Sie fürchtet auch, dass Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, benachteiligt werden. „Man muss unterscheiden zwischen Leuten, die sich nicht impfen lassen wollen und denen, die sich nicht impfen lassen können“, so die 27-Jährige.

Dirk Johann aus Saarbrücken ist dagegen. „Es geht um persönliche Daten, die niemanden etwas angehen. Die Arbeitnehmer zu zwingen, den Impfstatus offenzulegen, ist ein Eingriff in die Privatsphäre“, so der Elektriker. Für ihn handelt es sich dann um eine Impfpflicht durch die Hintertür. „Jeder sollte selbst entscheiden können, ob er sich impfen lässt oder nicht. Ich fürchte, dass es bald durch die Impfungen zu einer zwei-Klassen Gesellschaft kommt“, erklärt der 43-Jährige.