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SV Röchling Völklingen unterliegt in Fußball-Oberliga dem FV Diefflen

Fußball-Oberliga : Völklingens Taghzoute setzt auf den Faktor Zeit

Nach der 1:3-Pleite gegen den FV Diefflen steht für den SV Röchling mit dem Spiel beim FC Wiesbach das dritte Saar-Derby in Folge an.

Es war die nächste schmerzhafte Erfahrung vor heimischer Kulisse: Der SV Röchling Völk­lingen hat am Dienstagabend vor 240 Zuschauern im Hermann-Neuberger-Stadion das Saar-Derby gegen den bis dahin punktlosen FV Diefflen mit 1:3 (1:0) verloren. Nach der 1:4-Niederlage bei der Heimpremiere gegen den FV Dudenhofen kassierten die Völklinger im zweiten Heimspiel die zweite Pleite. Für Völklingens Neuzugang Merouane Taghzoute war es eine besonders bittere Erfahrung. Denn der Franzose hatte vor seinem Wechsel zum SV Röchling zweieinhalb Jahre für den FV Diefflen die Schuhe geschnürt – und bekam das auf dem Spielfeld zu spüren. „Die alten Kollegen haben mich ganz schön in die Mangel genommen“, räumte der 23-Jährige ein.

Zur Pause durfte Taghzoute noch auf einen Erfolg gegen die alten Kollegen hoffen. Der SV Röchling Völklingen, bei dem der kurzfristig verpflichtete Pole Adam Wolak sein Debüt gab und auf der Sechser-Position vor der Abwehr spielte – der 24-Jährige kam aus der vierten polnischen Liga von GKS Przodkowo –, zeigte im Spiel nach vorne gute Ansätze und kam zu mehreren guten Torchancen. Auch weil Stürmer Taghzoute in vorderster Front immer wieder gut die Bälle behauptete, Raum für seine Mitspieler schaffte und diese einige Male gut in Szene setzte. Etwa Sturmpartner Kevin Saks, der in der 14. Minute bei seiner ersten guten Chance auf Vorlage von Taghzoute noch am Tor vorbei schoss, es mit der letzten Aktion vor dem Pausenpfiff aber besser machte. Saks traf in der 45. Minute aus halblinker Position im Strafraum zum 1:0 ins lange Eck.

„In der ersten Halbzeit haben wir gut zusammengespielt. Nach der Pause haben wir dem Gegner zu viel Platz gelassen. Und besonders schlecht haben wir die Ecken verteidigt, da hat die Zuordnung überhaupt nicht gestimmt“, sagte Taghzoute. Binnen drei Minuten nutzte der FV Diefflen zwei Eckbälle, um das Ergebnis durch Treffer von Fabian Poß und Fabio Götzinger zu drehen (71. und 74. Minute). Nach der Roten Karte für Völklingens Fabian Scheffer wegen einer Tätlichkeit (78.) machte Vedat Gezginci mit seinem Treffer zum 3:1 für die Gäste den Deckel drauf (81.). Binnen zehn Minuten hatte der SV Röchling Völklingen alles, was er sich erarbeitet hatte, verspielt. „Es war genau wie gegen Dudenhofen, da haben wir auch die erste Halbzeit gut gespielt und hintenraus stark nachgelassen“, haderte Taghzoute.

Nach dem mäßigen Saisonstart mit zwei Heimniederlagen und dem eher glücklichen 2:1-Erfolg beim FSV Jägersburg blickt der Franzose trotzdem optimistisch nach vorne – und sagt vor dem nächsten Saar-Derby an diesem Samstag, 28. August, um 15.30 Uhr beim FC Hertha Wiesbach: „Ich bin überzeugt, dass wir im nächsten Spiel über 90 Minuten eine bessere Leistung bringen werden. Wir werden das, was wir heute falsch gemacht haben, aufarbeiten und unsere Lehren daraus ziehen – und das Spiel gegen Wiesbach hoffentlich gewinnen.“

Generell fühle er sich in Völklingen sehr wohl, sagt Taghzoute, der bereits in der Winterpause vom FV Diefflen verpflichtet worden war, aber wegen des corona-bedingten Abbruchs für seinen neuen Verein der vergangenen Saison kein Spiel gemacht hatte. Mit Blick auf die neue Runde sagt er: „Aller Anfang ist schwer. Wir haben relativ viele Neuzugänge in der Mannschaft und müssen uns erst noch richtig finden. Das wird seine Zeit dauern.“ Er ist überzeugt, dass sich die Elf des Trainer-Duos Justin Erhardt und Nico Zimmermann schon bald in der Tabelle nach oben orientieren und das Saisonziel, unter die ersten Sechs zu kommen, erreichen wird.

Taghzoute selbst möchte „im Fußball so weit wie möglich kommen“. Aktuell setzt er voll auf diese Karte: „Mein Wunsch und Ziel ist, zumindest mal in der Regionalliga oder sogar höher zu spielen.“ Abseits des Fußball-Platzes ist der 1,89 Meter große und technisch versierte Angreifer ein sehr geselliger Mensch. „Was ich abgesehen von Fußball sehr gerne mag, ist Kochen. Am liebsten mediterrane und marokkanische Küche und vor allem Tajine-­Gerichte“, berichtet Taghzoute – verbunden mit der Hoffnung, dass er den Völklinger Fans dann auch bald sein erstes Tor serviert.

www.svroechlingvoelklingen.de