1. Saarland
  2. Saarbrücken

Wenige Gäste in Freibädern in Saarbrücken: Wann öffnen Schwimmhallen?

Nur 20 Prozent der Besucher im Vergleich zu Vorjahren : Nach der miesen Sommer-Bilanz: Wann öffnen die Schwimmhallen?

Die Bilanz der Freibäder fällt in diesem Jahr extrem schlecht aus. Doch es gab es neben der Corona-Pandemie noch einen anderen Grund für das maue Besucherverhalten. Die Betreiber hoffen auf den Beginn der Hallenbad-Saison.

Neben der anhaltenden Corona-Pandemie hat das durchwachsene Sommerwetter die Besucherzahlen in den Freibädern im Regionalverband Saarbrücken stark gedrosselt. „Die niedrigen Zahlen treiben einem die Tränen in die Augen“, sagt Birgit Biehl, die in Quierschied  zuständige Fachbereichsleiterin fürs Freibad. In diesem Sommer kamen dort rund 9000 Bürger ins Freibad. Das sind gerade mal 20 Prozent im Vergleich zur guten Saison 2018 mit 44 361 Gästen. Wie lange das Quierschieder Freibad noch geöffnet ist, wird die Gemeindeverwaltung nächste Woche entscheiden. „Es wird vom Wetter abhängen. Die Saison endet aber spätestens Mitte September“, sagt Birgit Biehl.

Ins Freibad Riegelsberg kamen seit der Öffnung im Juni bis jetzt rund 14 000 Badegäste. Im Jahr 2018 waren es über 52 000. Sylvia Hendle, die Schwimmmeisterin und Betriebsleiterin, berichtet, dass in diesem Jahr immerhin wieder mehr Stammgäste als 2020 gekommen seien. Da sich gezeigt hatte, dass vor allem ältere Menschen kein Internet und Smartphone haben und sich deshalb auf diesem Weg nicht zum Schwimmen anmelden konnten, „hat die Gemeinde Riegelsberg eine Telefonnummer eingerichtet, über die man ebenfalls Schwimmzeiten buchen kann. Das nutzen viele Stammgäste“, sagt Hendle. Derzeit plant Riegelsberg, das Freibad bis Ende September offen zu lassen. „Ab dem 6. September gibt es aber nur noch ein Zeitfenster von 14 bis 19 Uhr“, informiert Sylvia Hendle. Das Hallenbad öffnet voraussichtlich Mitte Oktober.

Harald Großjean, der Sachbearbeiter fürs Freibad der Stadt Friedrichsthal, spricht von einem Sommer „mit wenigen Hochs und vielen Tiefs“. Auch deshalb schließe das Freibad bereits an diesem Sonntag, 29. August. Rund 13 000 Besucher sind seit Ende Mai gekommen, während im vergangenen Jahr etwa 18 000 und im sorgenfreien Sommer 2019 rund 22 600 Badegäste ins Freibad geströmt waren. Die pro Zeitfenster festgelegte Höchstgrenze von 185 Besuchern wurde nur an den  wenigen heißen Tagen erreicht.

„Wir öffnen voraussichtlich am Dienstag, dem 14. September, unser Hallenbad, auch weil es schon eine große Nachfrage von Vereinen und Schulen gibt“, sagt  Großjean. Derzeit sei geplant, selbst bei wieder verschärften Corona-Maßnahmen nicht nur Geimpfte und Genese einzulassen, sondern auch Getestete.

In den vier Freibädern in Dudweiler, Fechingen, Altenkessel und Saarbrücken (Schwarzenberg), die von den Stadtwerken Saarbrücken betrieben werden, sei diese Saison „buchstäblich ins Wasser gefallen“, sagt Ukrike Reimann, die Sprecherin des Unternehmens. Insgesamt wurden bislang rund 65 700 Besucher gezählt. Das Schwarzenberg-Bad zieht unter den vier Saarbrücker Freibädern stets die meisten Badegäste an. In dieser Saison waren es rund 29 500, im vergangenen Jahr 32 061, im coronafreien Jahr 2019 jedoch 97 032. Im Fechinger Freibad fanden sich in diesem Sommer rund 15 000 Badegäste ein, im Jahr 2020 waren es 22 154 und 2019 fast dreimal so viele: 66 077. Die gleiche Tendenz zeigt sich fürs Freibad Dudweiler: 10 800 Besucher in der laufenden Saison, 17 875 im Vorjahr und 40 823 im Jahr 2019. Das Freibad Altenkessel lockte in diesem Jahr bislang  8650 Schwimmfreunde an, im Jahr zuvor 11 609 und im Jahr 2019 tummelten sich 27 673 Badegäste im frischen Nass.

„Offenbar hat es abschreckend gewirkt, dass der Zutritt in den ersten Wochen nur mit einem negativen Testergebnis erlaubt war, sofern die Badegäste noch nicht geimpft oder genesen waren“, sagt Ulrike Reimann. „Wenngleich es viele Besucher gibt, die sich auch für die Zeit nach der Pandemie eine Online-Buchung wünschen, gibt es immer noch sehr viele Badegäste, die eben dies nicht möchten. Die eingeschränkte Tarifauswahl und die Registrierung zur Kontaktnachverfolgung werden ebenfalls nicht durchgängig akzeptiert.“

Nach derzeitiger Planung schließt in Dudweiler das Freibad am 8. September, das Hallenbad ist ab 14. September geöffent. Das Freibad Schwarzenberg ist vom 6. bis zum 12. September nur noch von 12.30 bis 19.30 Uhr geöffnet. Im Kombibad Altenkessel endet am 12. September die Freibadsaison, ab 14. September geht es im Hallenbad weiter. Das Freibad Fechingen schließt ebenfalls am 12. September, im Hallenbad sind Gäste ab dem 14. September willkommen.

Kleinblittersdorf hat für sein Freibad sogar einen Drei-Schicht-Betrieb eingerichtet. In den großen Ferien gab es für die Frühschwimmer, von denen die meisten Stammgäste sind, die Möglichkeit, von 8 bis 10 Uhr zu schwimmen. „Das wurde auch gut genutzt“, berichtet Schwimmmeister Marcus Frey. Vor allem Familien hätten sich über die verlängerten Zeitfenster von 11 bis 15 Uhr sowie von 16 bis 20 gefreut. Dennoch zog es seit Anfang Juni bislang nur rund 7200 Besucher ins Freibad. Im Vorjahr waren es 12 344  Badegäste, 2019 kamen 36 203 Bürger. „Nur an den wenigen heißen Tagen in diesem Sommer fanden einige Interessenten keinen Einlass mehr, weil die Kapazität von 216 Schwimmern pro Zeitfenster ausgeschöpft war“, sagt Frey.  

Die Saison im Freibad Kleinblittersdorf endet spätestens am 12. September. Doch am 19. September wird noch einmal für das alljährliche Hundeschwimmen geöffnet.

Im Völklinger Freibad wurden seit Anfang Juni rund 28 550 Badegäste gezählt, im pandemiefreien Jahr 2019 waren es 65 783. Mit den Hygieneauflagen habe es kaum Schwierigkeiten gegeben, sagt Anne Bartelt, die Sprecherin der Stadt Völklingen: „Die Besucher haben sich bis auf sehr wenige Einzelfälle  gut und kooperativ verhalten.“ Letzter Badetag sei am Sonntag, dem 12. September.