1. Saarland

Saarland: Ausflug auf die Halde Lydia bei Camphausen - eine Liebeserklärung

Hoch hinaus zu Bergen, Burgen, Halden und Sehenswürdigkeiten : Eine Liebeserklärung an die reizvolle Lydia – Bergehalde bei Camphausen (mit Bildergalerie)

Die Halde Lydia ist ein spannender Ort der Industriekultur im Saarland. Sie lohnt in allen Jahreszeiten einen Besuch. Was dort zu entdecken ist.

Ich liebe Lydia. Schon lange. Immer wieder zieht es mich zu ihr hin. In allen Jahreszeiten. Was ich so an ihr mag? Es ist jedes mal aufs Neue spannend, man weiß nie, was passiert.

In den letzten Tagen zum Beispiel. Da habe ich die schöne Lydia zweimal kurz hintereinander besucht. Immer am frühen Morgen. Am ersten Tag präsentierte sich das Wetter typisch herbstlich. Zunächst dichter Nebel, dann kämpfte sich die Sonne ab und an ein wenig durch. Doch es blieb größtenteils wolkig, grau bis silbrig, aber stimmungsvoll.

Hoben sich an diesem Morgen die kahlen Bäume kaum vom grauen Hintergrund ab, so sah das zwei Tage später völlig anders aus. Blauer, wolkenloser Himmel, im Osten stieg die Sonne langsam hoch, im Norden leuchtete noch der weiße Mond. Postkartenwetter.

Die schöne Lydia hat viele Gesichter

Keine Angst: Meine Frau weiß von Lydia. Hat sich damit abgefunden. Auch wenn sie sich manchmal wundert, dass ich sie schon wieder besuche. „Was willst du schon wieder da, ist doch jedes Mal dasselbe!“ Eben nicht. Lydia hat viele Gesichter. An ihr  entdecke ich immer wieder Neues. Wie gesagt: Je nach Jahreszeit, Wetter, Licht.

Lydia hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die ehemalige Bergehalde der Grube Camphausen verdankt ihren Namen dem unter ihr verschütteten Lydia-Schacht.  Die Geschichte der Halde Lydia  begann in den 1950er-Jahren. Da die bisherige Halde des Bergwerks Camphausen nördlich der Fischbachbahn nicht mehr aufnahmefähig war, wurden zwei Kegelsturzhalden aufgeschüttet, die in der Folge zu einem gewaltigen Tafelberg zusammenwuchsen.

Ein bisschen wie auf dem Mond

Ab 2003 führte die RAG Montan Immobilien umfassende Sanierungsarbeiten und Rekultivierungsmaßnahmen an der Halde  durch. Unterirdische Brandherde mussten beseitigt, neue Zuwege geschaffen werden. Das Haldenplateau wurde ganz bewusst als kahle Fläche gestaltet, das zuweilen an Mondlandschaften erinnert, eine Art „Jardin mystique“. Zudem wurden drei kreisrunde, flache Becken geschaffen, in denen sich Regenwasser sammeln kann - die Himmelsspiegel. Die wachsen allerdings immer mehr mit Schilf zu...

Aufstieg - Aussicht - Aktion

2006 wurde Lydia für die Öffentlichkeit freigegeben. Unter dem Motto „Aufstieg - Aussicht - Aktion“ ist ein faszinierender Ort der Indstriegeschichte im Saarland entstanden - und ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bevölkerung. Auch derzeit  arbeitet die RAG Montan Immobilien weiter an der Halde, um sie irgendwann aus der Bergaufsicht entlassen zu können. Im Osten wurde die Halde abgeflacht und ein neuer, breiter Zuweg zum Plateau geschaffen. Dort wurden inzwischen die Bauzäune entfernt und von Camphausen her ist Lydia wieder zugänglich.

Eine gewaltige Landmarke im Saarland

Mit zwölf Hektar Größe ist die Halde Lydia eine gewaltige Landmarke. Sie überlagert eine Fläche von etwa 66 Hektar und überragt das natürliche Relief um bis zu 120 Meter. Der höchste Punkt, der mit Birken bestandene  Kegel im Osten, liegt 360 Meter über Normalnull. Die Halde kann man von Quierschied-Camphausen aus besteigen.  An der Dudweilerstraße stehen aber nur wenige Parkplätze zur Verfügung. Vom Parkplatz Netzbachweiher aus können Interessierte über die Landstraße bis zur Schranke unterhalb des Verkehrsübungsplatzes und von dort zur Halde wandern.

Lydia liegt auch am Haldenrundweg, einer 45 Kilometer langen Tour. Die können Wanderer in verschiedenen Etappen in Angriff nehmen. Der Weg besteht aus 17 Stationen und verbindet sechs Haldenberge und etliche Bergmannssiedlungen im Saarkohlenwald. Viele prächtige Ausblicke sind inbegriffen, von der Halde Lydia aus ganz besonders schöne. Auch deshalb liebe ich sie...

www.urlaub.saarland

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sieht es derzeit auf der Halde Lydia aus