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Saarland: Bei Biontech bekommen Hausärzte schon jetzt Probleme

Booster-Impfungen im Januar unsicher : Bei Biontech bekommen Hausärzte im Saarland schon jetzt Probleme

Die starken Schwankungen bei den Impfstoff-Lieferungen führen zu Problemen für Arztpraxen im Saarland. Auch die Booster-Impfungen, die für Januar geplant sind, sind wahrscheinlich betroffen. Wie die Praxen damit umgehen.

Zu Beginn der Woche kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an: Deutschland verfüge über zu wenig Impfstoff für die Booster-Kampagne und werde sich nun um zusätzliche Bestellungen kümmern. In der Wallerfanger Praxis von Michael Kulas, Vorsitzender des saarländischen Hausärzteverbandes, spürt man diesen Impfstoffmangel bereits seit der zweiten Novemberwoche. Ab diesem Zeitpunkt habe die Praxis nicht mehr so viele Biontech-Dosen geliefert bekommen wie bestellt.

Mit dem gleichen Problem seien auch andere Praxen konfrontiert. Bisher sei es Kulas aber gelungen, alle seine Patienten zu boostern, auch wenn er bei manchen aufgrund der unzureichenden Lieferungen kurzfristig den Impftermin absagen und sie auf die kommenden Tage vertrösten musste.

Dass alle Patienten bisher bei ihm ihre dritte Impfdosis verabreicht bekommen konnten, ist den Lieferungen an Moderna-Impfstoff zu verdanken. Da würden die bestellten Mengen zuverlässig geliefert. „Einige Patienten, die sich mit Biontech boostern lassen wollten, sind zwar enttäuscht, dass sie einen anderen Impfstoff bekommen. Die allermeisten sind aber sehr zugänglich, und wenn man ihnen erklärt, warum wir sie nicht mit Biontech impfen lassen, verstehen sie das auch“, erklärt Kulas. Für sein Praxisteam bedeute das aber einen erheblichen Mehraufwand.

„Die Biontech-Dosen sind streng für die Menschen unter 30 Jahre reserviert, die kein Moderna bekommen dürfen“, sagt er. Diese Gruppe stelle ungefähr zehn Prozent der Patienten dar, die sich boostern lassen wollen.

In seiner Praxis finden aber zurzeit nicht nur Booster-Impfungen statt, sondern es kommen auch einige Patienten für eine Erstimpfung, unter ihnen viele junge Leute. „Einige von ihnen lassen sich lieber mit Johnson&Johnson impfen, damit sie schneller als vollständig geimpft gelten. Für viele haben wir schon einen Booster-Termin im Januar vereinbart“, sagt der Arzt. Ob aber zu diesem Termin die benötigten Biontech-Dosen zur Verfügung stehen, könne er jetzt noch nicht sagen.