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AfD-Direktkandidat Carsten Becker aus Saarlouis

Interview AfD-Direktkandidat Carsten Becker : „Unser Programm bietet große Schnittmengen“

Der 31-jährige Saarlouiser Carsten Becker, gelernter Elektroniker für Betriebstechnik, ist Direktkandidat der AfD im Wahlkreis 297.

Herr Becker, Sie treten als Direktkandidat gegen zwei Bundesminister an. Rechnen Sie sich Chancen aus?

CARSTEN BECKER Realistisch gesehen nicht. Die sind bekannter und haben ein wesentlich höheres Budget. Aber es geht darum, den Menschen eine Alternative zu bieten, für die Maas und Altmaier inzwischen unwählbar sind.

Weshalb sollten die Menschen Sie wählen?

BECKER Die zwei kennen das reale Leben nur noch aus Zeitung und Fernsehen. Ich bin kein Berufspolitiker und ein Newcomer. Ich habe Mittlere Reife gemacht, danach Berufsausbildung, bin seit zehn Jahren berufstätig. Unser Programm bietet große Schnittmengen gerade auch für meine früheren Kollegen bei Ford: Wir sind für den Verbrennungsmotor und gegen CO2-Steuer, die der Industrie das Leben schwer macht.

Hat der Verbrennungsmotor eine Zukunft? Andere Länder wollen ihn mittelfristig verbannen. Schadet es nicht unserer Wirtschaft, wenn wir daran festhalten?

BECKER Da sind Sie schlecht informiert. Man kann Fahrzeuge auf synthetische Kraftstoffe umrüsten, und die sind CO2-neutral: Man zieht es bei der Herstellung aus der Luft, beim Fahren geht es dahin wieder zurück. Das Problem ist, dass bei der heutigen EU-Gesetzgebung solche Antriebe nicht als CO2-neutral gelten, Elektroautos dagegen schon, weil der Dreck, der bei der Batterie-Herstellung entsteht, nicht berücksichtigt wird. Synthetische Kraftstoffe sind die effektivste Variante. Man braucht dafür nur viel Energie. Das könnte man über Erneuerbare machen.

Aber es ist doch effektiver, Strom direkt als Antrieb zu verwenden, statt mit vielfachem Energieaufwand erst synthetische Kraftstoffe herzustellen, um dann damit zu fahren. Das ist Physik. Da müsste ein Liter ja fünf Euro kosten.

BECKER Ich habe da andere Zahlen. Aber genau dieses Argument gilt für grünen Wasserstoff doppelt und dreifach. Wenn wir unsere Stahlindustrie darauf umstellen wollen, bräuchten wir dafür ein Atomkraftwerk. ⁣ Selbst wenn es funktioniert, wäre das so teuer, dass wir nicht mehr wettbewerbsfähig sind am Weltmarkt.

Die AfD leugnet als einzige Partei den menschengemachten Klimawandel, obwohl der wissenschaftliche Konsens darstellt. Werden Sie sich mit der Position langfristig halten können?

BECKER In der Diskussion werden nur die Wärmephasen seit der Industrialisierung berücksichtigt. Was nützt es, wenn Deutschland die Industrie umbaut und alle arbeitslos sind? Das ändert nichts am Weltklima. CO2-Reduktion geht nur mit Technologieoffenheit und Export unserer Ideen. Aber die reine Verengung nur auf CO₂ ist für uns nicht zielführend.

Wenn der Weltklimarat sagt, dass wir auf eine globale Erwärmung um 2,7 Grad zusteuern mit katastrophalen Folgen für die ganze Welt, setzen Sie auf Innovation?

BECKER Das Klima ändert sich schon immer. Statt E-Autos zu fördern, sollten wir Geld in Katastrophenschutz investieren, statt der Illusion zu folgen, dass Deutschland das Weltklima retten kann.

Die Wissenschaft kann deshalb auch nicht mehr frei forschen. So entstehen dann diese absurden Zahlen: „99,99 Prozent der Wissenschaftler glauben an den menschengemachten Klimawandel.“ Allein das ist zu hinterfragen.