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Am Bahnhof Bous soll ein Dienstleistungs- und Gewerbepark entstehen

Umgestaltung des Geländes : Bahnhof Bous wird zum Großprojekt

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause wurden dem Gemeinderat Bous Pläne für die Umgestaltung des Bahnhofsgeländes vorgestellt. Diese wurden gut aufgenommen. Es gab allerdings einen Streitpunkt.

Ein denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude, aber ansonsten viel brachliegende Fläche ohne Mehrwert: So sieht es derzeit noch am Bahnhof Bous aus. Um das Gelände endlich nutzbar zu machen, erstellte die Gemeinde bereits im Jahr 2019 das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) „Zukunftsbahnhof Bous“. Seitdem wurde der Plan weiterentwickelt, dazu liefen Abstimmungen mit der Deutschen Bahn über das Verfahren.

In der Gemeinderatssitzung am 15. Juli wurde das Ergebnis dann dem Gemeinderat vorgestellt.

Entstehen soll ein Gewerbe- und Dienstleistungspark auf einem lang gezogenen Abschnitt, der parallel zu den Gleisen verläuft und sich auf Seiten des Bahnhofs in Richtung Ensdorf bis zur Eisenbahnstraße zieht.  „Eine grundlegende Neugestaltung und Aktivierung des Bereichs“ nannte Bürgermeister Stefan Louis (parteilos) das Großprojekt vor der Gemeinderatsitzung gegenüber der SZ. Vorgestellt wurde es am Sitzungsabend vom Planungsbüro Kernplan mit Sitz in Illingen. Ein Vertreter erläuterte die einzelnen Maßnahmen. Die baufällige Bahnhalle soll demnach saniert werden und weitere Hallen in „modularer Bauweise“ entstehen. Diese können von Gewerbetreibenden genutzt werden, aber auch als Lager dienen.

Mehr Lärm für die Anwohner ist dabei nicht zu befürchten: Bereits jetzt wird das umliegende Gelände gewerblich genutzt, die neu ansiedelnden Betriebe sollen auf solche beschränkt werden, welche laut Planungsbüro „die Wohnnutzung nicht wesentlich stören“.  Positiver Nebeneffekt: Die neuen Hallen hätten nach ihrer Errichtung selbst eine Lärmschutzfunktion, da sie die Bahngleise vom Ortskern abschirmen.

Mindestens die Hälfte der Dachfläche soll zudem mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet werden. Dieser Punkt wurde vor allem von der Fraktion der Grünen aufgegriffen und zur Bedingung für die Zustimmung gemacht. Gleichzeitig äußerte Grünen-Mitglied Christoph Küntzer Kritik hinsichtlich der Parksituation. Ein Teil der bisher brachliegenden Schotterfläche wird nämlich derzeit als „wilder Parkplatz“ genutzt, der meist auch sehr voll sei. Dort soll laut Plan ein „multifunktionaler Platz“ entstehen, Stellflächen (sowohl für Langzeit- als auch Kurzzeitparker) sind jedoch im neuen Gewerbe- und Dienstleistungspark ebenfalls vorgesehen.

Auch Udo Reden-Buschbacher (Die Linke) teilte die Bedenken der Grünen: In den nächsten Jahren werde Park&Ride (das Abstellen eines Autos am Bahnhof und die Weiterfahrt per Zug) immer mehr an Bedeutung gewinnen. Wird dafür in Zukunft auch ausreichend Platz sein?

Es folgte eine Diskussion über die Umgestaltung der bestehenden Parkflächen und Möglichkeiten zur Erweiterung. Kernplan versicherte, dass genügend Parkflächen „ein Thema“ seien. Eine Absage musste Kernplan jedoch dem Vorschlag erteilen, eine Tiefgarage zu errichten: Dafür sei das Gelände zu schmal, ein wirtschaftlicher Betrieb eines unterirdischen Parkhauses sei daher kaum zu realisieren. Für Erregung sorgte die Aussage von Jutta Fellinger (SPD), derzufolge man diese Fragen der Planung des Investors (Fertigbau Laux GmbH aus Losheim) überlassen solle. Schließlich stammten „70 bis 80 Prozent“ der Parker von außerhalb, weshalb der Gemeinderat Bous eigentlich gar nicht zuständig sei. Dem wurde vonseiten der Linken und Grünen teils vehement widersprochen.

Er habe den Eindruck, dass es dem Rat am liebsten sei, alles zu einem einzigen großen Parkplatz zu machen, bemerkte Bürgermeister Louis am Schluss der Diskussion spitz. Nichtsdestotrotz nahm der Experte von Kernplan die Bedenken bezüglich der Parkplatzsituation zur Kenntnis und versicherte dahingehend Rücksprache mit dem Investor zu halten. Am Ende wurde die Aufstellung des Bebauungsplans im Gemeinderat auf dem Weg gebracht.