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Bous: Falschparker-Eltern sorgen für Verkehrchaos vor Grundschule

„Jeder macht, was er will“ : Falsch parkende Eltern sorgen für Verkehrschaos vor Grundschule in Bous

Seit Wochen sorgen Falsch­parker im Bereich der Grundschule und dem Kinderhaus von Bous für Ärger und verstopfte Straßen. In einem Schreiben wenden sich nun die Leitung beider Einrichtungen sowie die Gemeinde mit einem eindringlichen Appell an die Eltern. Und das zeigt offenbar Wirkung.

Es herrscht Unmut bei den Anwohnern der Tannenstraße in Bous. Seit längerem sorgen Falschparker und ein hohes Verkehrsaufkommen in der Straße nun schon für ein regelrechtes Verkehrschaos. Auch an der benachbarten Grundschule auf der Mühlenscheib und dem Kinderhaus Bous sorgt die aktuelle Verkehrssituation mittlerweile für große Sorge.

„Durch die Sackgassenlage und das hohe Fahrzeugaufkommen entstehen häufig gefährliche Verkehrsknäuel entlang der Mühlenscheib“, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben der Schul- und Kinderhausleitung, welches auch in Absprache mit der Gemeinde Bous als Schulträger und der Schulelternvertretung entstand. Zusätzlich werde die Straße noch durch die derzeitige Baustelle vor der Schule am Sportplatz verengt, wodurch sich die ohnehin schon schwierige Verkehrssituation vor Ort noch weiter verschärft.

Gemeinde lässt Straße sperren

Die Gemeinde hat sich daher entschlossen, die Straße ab der Einmündung zur Südwesthalle für den Fahrzeugverkehr voll zu sperren. Dies geschehe nicht nur wegen der dortigen Bauarbeiten, sondern auch „zum Schutz der Fußgänger – insbesondere der Grundschüler“, wie Bürgermeister Stefan Louis erklärt.

Die Maßnahme soll noch voraussichtlich bis zum 30. November bestehen bleiben. In dieser Zeit müssen die Schüler den Haupteingang zum Betreten der Schule nutzen, oder von der Tannenstraße über den Schulhof gehen.

 Wegen der Baustelle mittlerweile ein viel genutzter Park- und Halteplatz: Die Zufahrt zur Südwesthalle
Wegen der Baustelle mittlerweile ein viel genutzter Park- und Halteplatz: Die Zufahrt zur Südwesthalle Foto: Ruppenthal

Bürgermeister: „Jeder macht, was er will“

Als Verursacher für das alltägliche Verkehrschaos haben die Gemeinde und die Schulleitung gerade diejenigen in Verdacht, denen die Sicherheit der dortigen Kinder eigentlich am meisten am Herzen liegen müsste: „Das Schlimme daran ist, dass genau die Eltern, die ihre Kinder vor dem gefährlichen Verkehr beschützen wollen, diesen gefährlichen Verkehr verursachen“, heißt es in dem Schreiben, welches auch im Amtsblatt der Gemeinde veröffentlicht wurde. Und auch Bürgermeister Louis bestätigt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass bei ausbleibenden Kontrollen durch die Ortspolizeibehörde „jeder macht, was er will“.

Eltern sollen Schüler zu Fuß zur Schule gehen lassen

Die Schul- und Kinderhausleitung beklagt zudem, dass vielen Eltern nicht mehr vermittelt werden könne, wie wichtig der täglich Fußweg zur Schule für die Schüler sei. Nicht nur für deren Gesundheit, sondern auch für deren schulische Leistungen. Kinder, die immer zur Schule gefahren werden, würden demnach bei den Übungen der Verkehrspolizei deutlich schlechter abschneiden, da sie nicht lernen, wie sie sich im Straßenverkehr verhalten sollen.

Der Vorschlag von Gemeinde, Schul- und Kinderhausleitung daher: Die Eltern sollen ihre Kinder öfters zu Fuß zur Schule gehen lassen. „Wir halten einen Weg von bis zu einem Kilometer für zumutbar“, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben. Auch wäre es ein Kompromiss, wenn die Eltern ihre Kinder nur ein Stück in Richtung Schule fahren und die restliche Strecke zu Fuß gehen lassen würden. Auf diese Weise „würde sich die Situation rund um das Mühlenscheib-Gelände deutlich entspannen“.

Ein Appell, der offensichtlich Wirkung zeigt: Habe das Ordnungsamt zu Beginn der Vollsperrung im Bereich der Baustelle noch oft Falschparker festgestellt, habe man „mittlerweile den Eindruck, dass die Eltern die Kinder vermehrt zu Fuß zur Schule gehen lassen“, schildert Bürgermeister Louis die neueste Entwicklung. Auch würden die Eltern, die ihre Kinder nach wie vor mit dem Auto zur Schule bringen, diese jetzt früher herauslassen, sodass nicht direkt vor der Schule geparkt werde.

Louis kündigt weitere Maßnahmen für Schutz von Schulkindern im Straßenverkehr an

Um für die Zukunft ähnliche Situationen zu vermeiden, werden vonseiten der Gemeindeverwaltung zudem zwei weitere Maßnahmen geplant. Einerseits prüfe die Gemeinde die Einrichtung sogenannter Laufbus-Haltestellen, wie Bürgermeister Louis erklärt. Das simple Prinzip dahinter: Die Schulkinder treffen sich an einer Art „Haltestelle“, um gemeinsam zu Fuß in Richtung Schule zu gehen. Eine Aktion, mit der beispielsweise auch die benachbarten Kommunen Ensdorf und Schwalbach bereits gute Erfahrungen haben machen können.

Darüber hinaus sollen ab dem kommenden Jahr neue Schutzpfosten entlang der Straße vor der Schule gesetzt werden, um die Sicherheit der Schulkinder auf dem Weg zur Schule weiter zu erhöhen, kündigte Bürgermeister Louis im Gespräch mit unserer Zeitung an.