1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Bous

Gemeinde Bous geht mit Elektrozaun gegen Wildschweine vor

Ärger über ackernde Tiere : So geht Bous gegen wühlende Wildschweine auf dem Sportplatz vor

Wildschweine haben auf einem Sportplatz nichts verloren. Das interessiert die Tiere aber in Bous reichlich wenig. Darum haben sich dort die Verantwortlichen etwas einfallen lassen.

Der dichte Rasen lockt nicht nur Fußballfans an. Den Sportplatz des SV 08 Bous haben Wildschweine als gedeckten Tisch ins Visier genommen. Denn unter dem Spielfeld gibt es Leckerbissen in Form von Würmern und Käferlarven. Das verursachte in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme, teilte Bürgermeister Stefan Louis auf Anfrage mit. Denn statt den Fußballerrasen zu ehren, pflügten sich Schweine durch die Grasnarbe.

Einer der größeren Schäden waren rund 150 Quadratmeter aufgewühlter Rasenfläche in der Ecke zur Tennishalle hin. „Der Platz ist Gemeindeeigentum und an die SV 08 Bous verpachtet“, teilte Louis mit. Bis etwa Anfang November war der nur von einem an die fünf Meter hohen Maschendrahtzaun umgeben. Das ist jedoch kein Problem für wilde Schweine. Die kommen laut Louis aus dem angrenzenden Bommersbachtal. Das bietet mit zahlreichen verbuschten Stellen ausreichend Rückzugsgebiete für Schwarzwild. Ein Maschendrahtzaun ist dann kein wirkliches Hindernis mehr. Den stemmen sie mit Leichtigkeit hoch und zwängen sich hindurch, wenn dahinter die leckeren Eiweißpakete locken.

Deshalb installierte die Gemeinde Bous im November einen elektrischen Wildschutzzaun. Der ist etwa hüfthoch, mit drei blauen stromführenden Litzen. Er ist zirka 300 Meter lang und verläuft zwischen dem außen liegenden reparierten Maschendrahtzaun und dem Rasenplatz. Beginn ist die erhöht stehende Gaststätte, Endpunkt ist die Rostwurstbude oberhalb des Platzes. Der Bereich dazwischen ist durch Gebäude und Eingangstor geschützt. Die Kosten der elektrischen Anlage werden von der Gemeinde getragen und liegen bei rund 1000 Euro.

Gelbe Warnschilder sind alle paar Meter am Zaun angebracht. Sie weisen darauf hin, dass es unangenehm werden kann, den Zaun zu berühren. Denn der funktioniert mit Elektroimpulsen. Dabei werden kurze Spannungsstöße ausgelöst, die mehrere tausend Volt betragen. Allerdings bleibt dabei die Stromstärke minimal. Die Wirkung ergibt sich aus dem Schreck bei Berührung.

Aktiviert wird der Zaun am Rasenplatz des SV 08 nur ab der Abenddämmerung. Somit können Spielbetrieb und Training wie gewohnt durchgeführt werden. Außerdem liegt der Zaun innerhalb des abgesperrten Sportbereichs, was die Sicherheit für Außenstehende gewährleistet.

Nicht nur dieser Rasenplatz ist ein Revier für Wildschweine in Bous, teilte Louis weiter mit. „Schäden durch Wildschweine gab es bereits im gesamten Naherholungsgebiet Bommersbachtal, auf dem Gelände der Hundefreunde und um das Kloster Heiligenborn und das Seniorenhaus.“ In diesen Bereichen waren auch private Gärten betroffen. Aber „derzeit sind keine weiteren Installationen von Schutzzäunen geplant“.

In Kreisen der Jägerschaft des Landkreises Saarlouis wird ein solcher elektrischer Schutzzaun eher als kurzfristige Lösung gesehen. „Man sollte auch das Umfeld betrachten und vielleicht aufräumen und pflegen“, empfehlen sie. Mit dieser Methode habe man im Bereich Saarlouis-Roden ein jahrelanges Problem mit Wildschweinen in den Griff bekommen.