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Serie Rettungsdienste im Kreis Saarlouis: Feuerwehr Bous

Serie Rettungsdienste im Kreis Saarlouis : Bei der Feuerwehr lernt man f?r?s Leben

Die freiwillige Feuerwehr Bous hatte schon kuriose Eins?tze. Leider fehlt der ehrenamtliche Nachwuchs.

?Vor zehn Jahren wurden wir alarmiert, weil ein Igel an der Saar in Bous in einem McFlurry-Becher feststeckte. Die Polizei rief uns, weil sie sich nicht zu helfen wusste. Eine unserer Einsatzkr?fte zog einen Handschuh an, zog den Igel heraus, der dann fr?hlich ins Gr?n zur?cklief?, erz?hlt Rainer Wolf, Wehrf?hrer der Feuerwehr Bous. Dieser kuriose Einsatz wird dem mittlerweile 42-J?hrigen ein Leben lang im Ged?chtnis bleiben. Im Jahr 2020 wurden die insgesamt 46 aktiven Einsatzkr?fte zu 64 Eins?tzen alarmiert. ?Die Alarmierung gliederte sich in 22 Brandeins?tze, 31 technische Hilfeleistungen, sechs sonstige Eins?tze und f?nf Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. Insgesamt konnten wir sieben Personen und ein Tier retten. Leider konnte eine Person in der Saar von uns nur tot geborgen werden?, sagt Wolf. F?r den Bouser ist es wichtig, dass die Feuerwehrm?nner und Feuerwehrfrauen nach solch einem Einsatz ?ber die eigenen Gef?hle sprechen k?nnen. ?Man kann nicht alles, was man gesehen hat, vergessen. Nach unseren Eins?tzen sprechen wir dr?ber und die Nummer f?r einen Seelsorger h?ngt immer aus. Nicht alles, was man als ehrenamtliche Einsatzkraft sieht, ist sch?n?, erz?hlt der Wehrf?hrer.

Die Feuerwehr Bous verf?gt ?ber sechs Fahrzeuge, ein Rettungsboot und einen Anh?nger. ?Doch nicht nur unsere Aktiven stellen die Feuerwehr Bous. Wir haben 22 Personen in der Altersabteilung, 20 in der Jugendfeuerwehr und sieben in der Kinderfeuerwehr. Im Jahr 2020 sollte eigentlich die Gr?ndungsfeier der neuen Kinderfeuerwehr stattfinden, die coronabedingt abgesagt werden musste. Am 14. Januar 2020 fand die erste ?bung der Kinderfeuerwehr statt?, f?hrt Wolf fort. Die Kinder nehmen an ?bungen teil und lernen spielerisch das Leben eines Mitglieds der Feuerwehr kennen. ?Einmal fragte mich eine Mutter was ihr Kind davon hat, wenn es in die Feuerwehr geht, denn beim Fu?ball w?rde das Kind zumindest jedes Jahr einen neuen Trainingsanzug bekommen. Ich antwortete ihr, dass man bei uns wichtiges lernt und das h?lt l?nger als ein Jahr, und zwar ein Leben lang. Wir sind eine Gemeinschaft, ein Team, dass immer zusammenh?lt. Ob privat oder w?hrend eines Einsatzes?, sagt der Wehrf?hrer.

Nat?rlich fahren auch die Kinder und Jugendlichen der Feuerwehr Bous in Freizeitparks, besuchen das Kino oder gehen zelten. ?Wir fahren mit unseren Jugendlichen f?r gew?hnlich auch mal weiter weg. Zum Beispiel eine Woche nach Berlin. Im Jahr 2020 wollten wir eigentlich drei Tage lang eine Feuerwehr in Luxemburg und dann nochmal drei Tage eine Feuerwehr in Frankreich besuchen gehen. Das fiel leider ins Wasser, soll aber nachgeholt werden?.

Das Ehrenamt ist in seinen Augen f?r viele uninteressant, was Wolf als schade empfindet. ?Unsere T?ren sind f?r jeden Interessenten weit ge?ffnet. Abgesehen davon, dass wir uns weitere aktive Helfer w?nschen, ben?tigen wir diese auch. Wir sind zu wenige um den Schutz f?r Bous dauerhaft sicherstellen zu k?nnen. Sonst wird es irgendwann vielleicht eine Berufsfeuerwehr f?r Bous geben m?ssen?, sagt Wolf.

Ebenfalls stand f?r das Jahr 2020 die Ausschreibung und Vergabe f?r die Neubeschaffung eines Hilfeleistungsl?schfahrzeuges an. Diese Ausschreibung und Beschaffungsgrundlage hat sich aufgrund der Corona-Pandemie in das Jahr 2021 verschoben. Umfangreiche Umbauma?nahmen und Erneuerungen im Ger?tehaus stehen an. ?Vor allem ist uns wichtig, dass nach dem Ende der Pandemie, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die Mitgliedergewinnung weiter vorangebracht werden muss.?

Alle Teile der Serie finden Sie unter

 Rainer Wolf, Wehrf?hrer der Feuerwehr Bous 
Rainer Wolf, Wehrf?hrer der Feuerwehr Bous  Foto: BeckerBredel

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