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Die UN hat den 20. Mai als Welttag der Beinen ausgerufen

Bienen im Naturpark Saar-Hunsr?ck : Eine Welt ohne Bienen ist undenkbar

Zum Weltbienentag am 20. Mai gibt der Naturpark Saar-Hunsr?ck Tipps zum Schutz und Erhalt der gef?hrdeten Insekten-Best?nde.

Am 20. Mai wird zum dritten Mal der Weltbienentag von den Vereinten Nationen ausgerufen. Das hat der Naturpark Saar-Hunsr?ck mitgeteilt. ?Die Bedeutung der Best?ubungsleistung der Bienen f?r die weltweite Ern?hrung und auch die Probleme, unter denen Honigbienen und Wildbienen aktuell leiden, soll st?rker ins Bewusstsein der ?ffentlichkeit ger?ckt werden?, hei?t es in der Pressemitteilung. Hintergrund ist demnach der weltweite R?ckgang der Bienenv?lker und Wildbienen. Die Honigbienen leben als Volk in einem Bienenstock, sammeln Nektar, haben einen Flugradius von bis zu zehn Kilometern und k?nnen Menschen durchaus stechen.

Die Wildbienen leben meist allein, sammeln vor allem Pollen und Nektar, meist von spezifischen Pflanzen und ben?tigen besondere Nistpl?tze, etwa Alt- und Totholz oder offene Bodenfl?chen mit Sand- und Lehmfl?chen. Sie fliegen nur etwa 300 Meter weit. Das stellt die Tiere vor besondere Herausforderungen, da sie ihre Nahrung und das Futter f?r ihre Brut in der N?he finden m?ssen.

 Eine Biene sucht nach Nektar an S??kirschbl?ten.
Eine Biene sucht nach Nektar an S??kirschbl?ten. Foto: ZB/Patrick Pleul

Mehr als 20 000 Bienen-Arten gibt es laut Naturpark Saar-Hunsr?ck auf der Erde, und sie best?uben haupts?chlich mehr als 90 Prozent der wichtigsten Nutzpflanzen. Nach Mitteilung des Helmholtz-Zentrums nimmt die Abh?ngigkeit der Landwirtschaft von den Bl?tenbesuchern weltweit zu, da immer mehr Nutzpflanzen, wie Energiepflanzen Raps und Sonnenblumen in Europa angebaut werden. Rund ein Drittel der gesamten menschlichen Nahrung ist laut Pressemitteilung von der Best?ubung durch die Bienen abh?ngig. Ohne die Best?ubung durch die Bienen w?rde die Vielfalt in der Natur und auf unseren Tellern nicht gew?hrleistet sein. Die Pflanzen w?rden keine Samen bilden oder Fr?chte tragen. Somit sind Bienen f?r die Nahrungsproduktion des Menschen und die Biodiversit?t extrem wichtig.

Die Best?ubungsleistung hat auch eine immense ?konomische Bedeutung f?r die Landwirtschaft, hei?t es in der Pressemitteilung weiter. Nach Einsch?tzung der Forscher des Helmholtz-Zentrums w?rden f?nf bis acht Prozent der weltweiten Ernten ohne die Best?uber verloren gehen.

 Damit eine Wiese mit Wildblumen gedeiht, braucht sie einen gut vorbereiteten Boden.
Damit eine Wiese mit Wildblumen gedeiht, braucht sie einen gut vorbereiteten Boden. Foto: dpa-tmn/Hauke-Christian Dittrich

Die wirtschaftlichen Einbu?en w?rden zwischen 235 und 577 Milliarden US-Dollar pro Jahr liegen, wenn die Best?ubung durch die Biene nicht mehr gew?hrleistet ist.

Optimal w?re eine bunt gestaltete, mosaikartige Agrarlandschaft, die mit Feldrainen und Hecken best?ckt ist und wo von Fr?hjahr bis in den Herbst ein ausreichendes Pollen- und Nektarangebot f?r die Bienen zur Verf?gung steht. Bienen tragen auch zur Gesundheit der Naturpark-Bewohner bei, da zahlreiche Pflanzenarten, die von Bienen best?ubt werden, f?r medizinische Zwecke eingesetzt werden.

Auch in anderen Bereichen unseres Lebens spielt die Biene eine wichtige Rolle. So ist ihre charakteristische Wabenbauweise zum Beispiel Vorbild beim Bau von Flug- und Fahrzeugen. Ferner wird im Bereich der Informatik die Eigenschaft der extrem effizienten Sammelweise der Arbeiterinnen eines Bienenvolks bei der Erstellung von Computerprogrammen genutzt sowie in sozialen Netzwerken.

Viele verschiedene Faktoren spielen nach Angaben des Naturparks eine Ursache f?r den R?ckgang der Bienenpopulationen. Neben dem Verlust des ganzj?hrigen Nahrungsangebots auf den Feldern wirken sich auch eingesetzte Pflanzenschutzmittel negativ auf das Verhalten der Bienen aus und beeintr?chtigen sie, zum Beispiel in ihrer Orientierung. Nach Ansicht der Verantwortlichen des Naturparks kann viel getan werden, um den Tieren zu helfen. So w?rden Nistm?glichkeiten f?r Wildbienen zunehmend seltener, da ein Gro?teil der Fl?chen versiegelt sei und vor allem Totholz beseitigt werde. Die 75 Prozent der Wildbienen-Arten nisteten im Boden. So fordern die Verantwortlichen des Naturparks dazu auf, Kleinstrukturen, wie offene Mauerspalten, Totholzhaufen, unbefestigte Wege, sandige, offene Bodenfl?chen und Trockenmauern zu schaffen, wo die Wildbienen ihre Nistpl?tze und ihren Lebensraum finden k?nnten. Auch kleine Wasserstellen als Wassertr?nken seien notwendig.

Ebenso sollten Bl?hfl?chen geschaffen werden, die f?r eine nachhaltige ganzj?hrige Nahrungsgrundlage sorgen. Auf Fensterb?nken, Balkonen und den G?rten sollten bienenfreundliche, nektar- und pollenspendende mehrj?hrige Stauden gepflanzt werden. Als Beispiele werden Buschmalve, Hohe Fetthenne, Roter Scheinsonnenhut oder Storchenschnabel sowie bl?hende K?chenkr?uter genannt. Unter dem Motto ?Unsere Heimat bl?ht auf? hat der Naturpark schon seit Jahren mit der Anlegung von regionalen, naturnahen und bl?tenreichen Wildblumenfl?chen ein Netzwerk von Nahrungsquellen f?r einen ?gedeckten Tisch f?r Mensch, Biene & CO.? geschaffen. Zudem rufe die Kampagne der Gartenakademie Rheinland-Pfalz und der Deutschen Gartenbaugesellschaft 1822 zur Mitmach-Aktion ?Mai Minus M?hen = Vielfalt? auf. Im Mai sollten Wildblumen und Gras sprie?en und nicht gem?ht werden.

Corona habe die Produktion im Sektor der Bienenzucht beeintr?chtigt, und die Existenz vieler Imker stehe auf dem Spiel. ?Unter dem Naturpark-Motto ?Schutz durch Nutzung & Genuss ? Landschaftsgestaltung mit Messer und Gabel im Einklang mit der Natur? kann die Dienstleistungen der Imker durch den Kauf regionaler Bienenprodukte unterst?tzt werden?, hei?t es in der Pressemitteilung weiter.

Weitere Informationen gibt es in der Naturpark-Gesch?ftsstelle Hermeskeil, Tel. (0 65 03) 9 21 40 und info@naturpark.org oder auf www.naturpark.org. Das Faltblatt zur Hilfe f?r Honig- und Wildbienen in der Brosch?re ?Unsere Bienenwelt? unter www.naturpark.org/Aktuelles/download. Weitere Tipps zu Wildbienen und den Bau von Nisthilfen:

www.wildbienen.info

www.wildbienen.de