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Alois-Lauer-Förderpreis für medizinische Forschungsarbeit in Dillingen vergeben

Alois-Lauer-Förderpreis für Diabetes-Forschung : Eine Forschungsarbeit mit kleinen Tricks

Den Alois-Lauer-Förderpreis für medizinische Forschung erhielt Dr. Lisa Nalbach. Sie beschäftigt sich mit dem Thema Diabetes.

Diabetes, landläufig auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Plage. Weltweit sind rund 460 Millionen Menschen betroffen. In Deutschland um die acht Millionen, bei Behandlungskosten in Milliardenhöhe. Laut Deutsche-Diabetes-Hilfe sterben in Deutschland stündlich drei Menschen an Diabetes oder deren Folgen. Diese Krankheit kostet hier jährlich etwa 2000 Menschen das Augenlicht und bei 40 000 Personen erfolgen Amputationen.

Vor diesem Hintergrund forschte Lisa Nalbach, 28, Doktorin der Naturwissenschaften, an einer Verbesserung für die Infusion von Insulin-produzierenden Zellen. Ihre Arbeit lautet: Verbesserung der Inseltransplantation durch die Fusion von Inselzellen mit funktionellen Blutgefäßen. Dafür erhielt sie am Montagabend in Dillingen den Alois-Lauer-Förderpreis für medizinische Forschungsarbeit im Saarland. Dieser mit 5000 Euro dotierte Preis wurde zum 20. Mal vergeben. „Es wurden 13 Arbeiten eingereicht“, sagte Dr. Lambert Holschuh, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung. Darunter „mehrere hervorragende Arbeiten“, weshalb zum siebten Male auch ein Anerkennungspreis verliehen wurde.

„Ich war schon immer an Diabetes interessiert“, sagte Lisa Nalbach zum Anstoß für ihre Forschung. Sie stammt aus Steinheim bei Paderborn, lebte und forschte in Saarbrücken und ist seit Beginn dieses Jahres Fachreferentin bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn.

Bei Diabetes-Typ-1 haben Betroffene nur noch eine unzureichende oder gar keine Insulinproduktion. Dadurch nehmen die Körperzellen keine Glukose (Blutzucker) auf, die normalerweise zur Gewinnung von Energie verbraucht wird. Dadurch kommt es zur Anreicherung im Blut. Dann wird auch die Leber zu einem Problemorgan. Sie kann pro Tag bis zu 500 Gramm Glukose neu bilden. Durch Insulinmangel wird diese Neubildung nicht mehr begrenzt, der Blutzucker steigt zusätzlich an.

Abhilfe ist möglich durch Transplantation sogenannter Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Insulin wird dort in ‍Beta-Zellen der Inselzellen erzeugt. Der Name kommt durch inselartige Einbettung in der Bauchspeicheldrüse. Deshalb ist es möglich, aus Bauchspeicheldrüsen von Verstorbenen Inselzellen zu isolieren, um sie Diabetes-Patienten zu injizieren. „Dafür braucht es derzeit vier Spender für einen Patienten“, stellte Dr. Nalbach das Problem dar. Das bedeute, „es müssen die passenden Spender gefunden werden, und dann entwickeln sich von allen Inselzellen dieser vier Personen nur etwa 20 Prozent“.

Deshalb suchte sie nach Methoden, um die Anzahl funktionsfähiger Inselzellen im Empfänger zu erhöhen. Das gelingt durch einen kleinen Trick. „Wir haben Gefäßfragmente aus Fettzellen entnommen“, stellte Nalbach dar. Diese Fragmente bilden einen Zellkomplex mit den Inselzellen und verbessern deren Blutversorgung. Dadurch wachsen die Inselzellen besser an. Bislang wurde das mit Mäusen getestet. In Kooperation mit einem kanadischen Institut wurden auch menschliche Zellkomplexe angelegt. Mit dem gleichen Ergebnis: Die Inselzellen wachsen wesentlich besser an und versorgen den Körper mit wichtigem Insulin.

Als Ergebnis ihrer Arbeit sieht Lisa Nalbach die Verwendung eigener Fettzellen zur Unterstützung von insulinproduzierenden Zellen. Dies könnten auch körpereigene Stammzellen sein, die sich zu Inselzellen entwickeln lassen.

Der mit 1000 Euro dotierte Alois-Lauser-Anerkennungspreis geht an Dr. Sandra Dörrenbächer aus Neunkirchen. Sie untersuchte die Möglichkeit, durch gezieltes Training die Kontrollfunktionen älterer Menschen zu verbessern. Das soll altersbedingte Verluste der Hirnleistung ausgleichen, um weiterhin alltägliche Aufgaben bewältigen zu können. Sie war am Montag entschuldigt und stellt ihre Arbeit zu einem späteren Termin dar.