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Dillinger Werkhalle macht Fortschritte

Serie Nachgehakt : Dillinger Werkhalle macht Fortschritte

Der Umbau der alten Werkhalle am TGBBZ Dillingen in moderne Lernlabore nimmt Gestalt an. Bis alles fertig ist, wird es allerdings noch dauern.

„Wir versuchen, den Schulbetrieb weitgehend aufrecht zu erhalten und in enger Abstimmung mit dem Kreisbauamt eine Komplettschließung zu verhindern“, fasst Schulleiter Werner Thiel die Lage am Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum (TGBBZ) Dillingen zusammen. Zumal seine Schule mit 1200 Berufsschülern in diesem Bereich die größte im Kreis ist. „Vom Umbau besonders betroffen sind die Bereiche Holz, Kfz und Metall. Hier fahren wir aktuell auf Sicht“, beschreibt Thiel die aktuelle Situation: „Ein dickes Lob gebührt den Kollegen, die für die Bauphase mit Eidechsen (Hubwagen), drei Container mit Unterrichtsmaterialien vollgepackt haben. Schließlich soll der Jahrgang, der bereits durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt ist, nicht noch zusätzlich bei der Ausbildung zurückstecken.“

„Planung und Koordination der Arbeiten obliegen dem Kreisbauamt in Zusammenarbeit mit zwei externen Fachfirmen“, berichtet Monika Braun, Dezernentin für Bauen und Bildung beim Landkreis Saarlouis. „Das Entkernen der Räume und der Abbau von Versorgungsleitungen, aber auch der Ausstattung dauerte wegen schafstoffbelasteter Materialen recht lange. Zudem konnten in dieser Zeit auch keine anderen Firmen arbeiten. Erst nach umfangreichen Kontrollmessungen konnte die Baustelle für andere Firmen freigegebene werden.

„Die Abbruch- und Entkernungsarbeiten konnten wir weitgehend in der Zeit der schulischen Abschlussprüfungen vor und dann in der unterrichtsfreien Zeit während den Sommerferien erledigen“, skizziert Braun den Fortschritt der Arbeiten: „Mittlerweile sind die meisten der neuen Trennwände eingezogen, und der Trockenbau ist damit weitgehend abgeschlossen. Aktuell sind rund 70 Prozent der Aufträge des Gesamtvolumens in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro vergeben. Darin enthalten sind auch 620 000 Euro für die neue Ausstattung, die nach Abschluss der Bauarbeiten dort einzieht. Größter Einzelposten ist mit 676 000 Euro die Elektroinstallation.

„Leider macht wie in vielen anderen Bereichen auch uns zu schaffen, dass die Materialbeschaffung in Pandemie-Zeiten ein Problem darstellt“, räumt Braun ein. Deswegen will sie sich auch noch nicht auf einen Termin für die Fertigstellung der Maßnahme festlegen. „Wir wollen die Maßnahme im kommenden Jahr abschließen, möglicherweise können aber Restarbeiten erst 2023 erledigt werden“, schätzt sie.

Der Landkreis Saarlouis hatte im vergangenen Jahr eine Investitionsoffensive in seine Berufsbildungszentren gestartet (die SZ berichte in einer sechsteiligen Serie). Das Projekt am TGBBZ Dillingen wird aus Mitteln des GRW-Programms bezuschusst. GRW steht für „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Die geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro werden zu jeweils 30 Prozent von Bund und Land bezuschusst (jeweils rund 1,08 Millionen Euro). Beim Landkreis verbleibt ein Eigenanteil von 40 Prozent (rund 1,44 Millionen Euro).

Der Umbau und die Modernisierung der Werkhalle aus dem Jahr 1974 waren notwendig geworden, weil sich seither die Anforderungen an die Arbeit mit Jugendlichen und Auszubildenden stark verändert haben. Der Fachkräftemangel vieler Branchen, die fortschreitende Digitalisierung, immer mehr weibliche Auszubildende in einstigen Männerberufen und nicht zuletzt geänderte Lernmethoden machen es erforderlich, die Qualität der Berufsausbildung stetig und innovativ weiterzuentwickeln.

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Ampel grün grüne Foto: Sistock/istock

Wie Braun und Thiel beim Ortstermin mit der SZ ankündigten, ist schon das nächste Projekt am TGBBZ Dillingen geplant: Auf dem Schulhof soll für rund 1,1 Millionen ein Anbau errichtet werden. Er soll auf 244 Quadratmetern neue Funktionsräume für die Verwaltung beherbergen, darunter neben Räumen für die Eltern- und Schülerarbeit auch Sanitärräume sowie ein Erste-Hilfe-Raum. Auch dieses Projekt wird aus GRW-Mitteln mit 60 Prozent von Bund und Land bezuschusst. Nach Anschluss soll auch der Schulhof umgestaltet werden, um dort für mehr Aufenthaltsqualität zu sorgen.