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Fluthelfer aus Dillingen sucht Unterstützung für Opfer von Hochwasser

Fluthelfer aus Dillingen : „Den Menschen wieder Normalität schenken“

Um den Menschen im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz zu helfen, opfert Patrick Hector seine Freizeit.

Patrick Hector aus Dillingen ist sehr betroffen von der Flutkatastrophe und den Schicksalen der Betroffenen in Rheinland-Pfalz. Er wollte von Anfang an helfen, wo es ging. Seit Mitte Juli opfert er seine private Freizeit der ehrenamtlichen Hilfe in Ahrweiler. „Seit 33 Jahren bin ich bei der Freiwilligen Feuerwehr Dillingen, habe technische Ausbildungen, zwei Bootsführerscheine und habe direkt Kontakt gesucht, um helfen zu können“, berichtet der 43-Jährige. Zunächst habe er keine Rückmeldung erhalten. „Dort waren alle Stellen logischerweise erst einmal überfordert, in Eigenregie wollte ich aber auch nicht mit meinem Boot losziehen.“

Er habe das Geschehen zunächst verfolgt und sei dann am ersten Wochenende mit eigenem Werkzeug, Schaufel und Besen ins Katastrophengebiet gefahren. Seither ist der Dillinger an jedem Wochenende vor Ort, nimmt sich derzeit seinen Urlaub, nur um helfen zu können, kümmert sich unter der Woche von morgens bis abends um Organisatorisches. Zunächst half er in Ahrweiler dabei, vollgelaufene Keller auszupumpen und Schlamm und Möbel aus den Häusern zu räumen. Nachdem er vor Ort Kontakte aufgebaut hatte, konnte er zudem auch Helfer einteilen. Dann waren drei Wochen vorbei und er wollte langfristig helfen: „Seit meinem 16. Lebensjahr arbeite ich als Elektriker. Ich dachte mir, dass ich den Leuten etwas Normalität zurückbringen kann, wenn ich damit beginne, Sicherungskästen wieder in Stand zu setzen.“ Er habe ursprünglich vor Ort keinen der Betroffenen persönlich gekannt, es war ihm aber ein Anliegen zu helfen. „Ich kam als Fremder“, erzählt er. „Damals sprach ich mit einem gestandenen Mann, der Tränen in den Augen hatte, nur weil er wieder einen Stecker in die Steckdose stecken konnte. Das ist Wahnsinn“, sagt Hector betroffen.

Als er zum ersten Mal ins betroffene Gebiet fuhr, brachte er zehn Sicherungen, etwas Kabel und ein Messgerät mit. Mittlerweile hat er ein ganzes Netzwerk aus Firmen, die Elektromaterial sponsern, und rund 30 Elektrikern aus ganz Deutschland aufgebaut, die sich austauschen und gemeinsam in den betroffenen Orten arbeiten. Eines seiner derzeit größeren Projekte ist in Dernau. „Wir arbeiten in einem Haus einer 84-Jährigen, die dort gemeinsam mit ihrem Sohn lebt. Das Geschäft des Sohnes ist den Fluten zum Opfer gefallen, den beiden fehlen sämtliche Einnahmen, das Wohnhaus musste komplett entkernt werden. Wir haben alles an Elektro- und Sanitärinstallation neu gemacht.“ Derzeit sucht er händeringend nach handwerklicher Unterstützung in Dernau. „Viele Häuser mussten komplett entkernt werden, es fehlen teilweise Zwischendecken zwischen den Etagen. Wenn die Kabel und Heizungsrohre verlegt sind, muss außerdem erst einmal vergipst werden, bevor Steckdosen angebracht werden können.“ Er suche schnellstmöglich nach Gipsern, Verputzern, Estrichlegern, Schreinern und Zimmerleuten, die die Arbeiten unterstützen können. „Wir wollen den Menschen wieder Normalität schenken“, sagt Patrick Hector. Wer ihn und sein Hilfsangebot unterstützen möchte, kann ihn bei Facebook anschreiben, wo er unter seinem normalen Namen zu finden ist.