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Fußball-Landesligist bekommt nächste Saison einen neuen Trainer

Fußball : In Pachten wird der Assistent zum Chef

Bei Fußball-Landesligist SSV Pachten wird es nach der Saison einen Trainerwechsel geben: Tobias Welz gibt sein Amt aus beruflichen Gründen auf. Der Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen: Dennis Brück wird vom Co- zum Cheftrainer befördert.

Tobias Welz macht Schluss: Nach dann vier Jahren als Spielertrainer bei Fußball-Bezirksligist SSV Pachten wird der 29-Jährige das Traineramt bei den Grün-Weißen am Saison-Ende aufgeben. „Ich hätte sehr gerne weiter gemacht. Aber nüchtern betrachtet, ist es momentan nicht machbar, auch wenn Pachten mittlerweile zu einer Herzensangelegenheit geworden ist“, sagt der 29-Jährige.

Der Grund für Welz, aufzuhören? „Ich arbeite immer bis 18 Uhr und dann muss ich schauen, dass ich rechtzeitig auf dem Platz bin, um alles aufzubauen. Ich habe gemerkt, dass mein Training unter diesem Stress leidet, und da habe ich keine Lust drauf“, ergänzt der 29-Jährige. „Zudem bin ich auch ein anspruchsvoller Trainer – und ich möchte nicht, dass jemand sagt, dass ich nicht zu hundert Prozent alles gebe.“

Zur beruflichen Situation – Welz arbeitet im Verkauf und Controlling bei einem Autohaus – hat sich auch familiär beim Übungsleiter noch einiges verändert. Dies beeinflusste seinen Entschluss ebenfalls. „Ich bin im Juli Vater einer Tochter geworden und zudem noch nach Völklingen umgezogen“, berichtet der 29-Jährige.

Als Spieler wird er Pachten erhalten bleiben, und er kann sich auch vorstellen, irgendwann mal wieder als Trainer bei einem Club zu arbeiten: „Ich plane auch, 2022 meine A-Lizenz zu erwerben“, erzählt der frisch gebackene Familienvater.

Die Suche nach einem Nachfolger dauerte nicht lange, denn der Verein wurde schnell in den eigenen Reihen fündig: Dennis Brück, derzeit Co-Trainer unter Welz, wird in der Spielzeit 2021/22 zum Cheftrainer befördert.

„Dennis ist schon zehn Jahre bei uns im Verein. In seinen vier Jahren als Co-Trainer hat er hervorragende Arbeit geleistet. Deshalb war das eine naheliegende Lösung“, erklärt der SSV-Vorsitzende Jürgen Kuhn. „Seine Verpflichtung war schnell in trockenen Tüchern, zumal ich Dennis schon vor einiger Zeit mal gefragt habe, ob er sich vorstellen könne, das Amt von Tobias zu übernehmen, wenn der irgendwann mal aufhören sollte.“

Brück erklärt: „Es freut mich, dass ich die Aufgabe komplett übernehmen kann, denn für mich ist Pachten so etwas wie mein Heimatverein geworden.“ Der 34-Jährige stammt aus Walpershofen, wohnt aber mittlerweile mit seiner Familie im Dillinger Stadtteil. Brück war Kapitän des Pachtener Teams, das in der Saison 2015/16 Meister in der Landesliga wurde und in die Verbandsliga Süd/West aufstieg.

Auf allzu viele Veränderungen werden sich die SSV-Spieler unter seiner Regie nicht einstellen müssen: „Ich werde ganz im Stil von Tobias weitermachen, wenn es auch natürlich ein paar Dinge geben wird, die ich etwas anders machen will. Schon in den letzten Jahren habe ich alle wichtigen Entscheidungen mit Tobias zusammen getroffen.“

In der aktuellen Runde stand Brück noch in vier von sechs Saisonspielen selbst auf dem Platz. Dies will er kommende Saison aber nur noch selten tun. „Die Knochen machen das nicht mehr mit“, erklärt der Defensiv-Allrounder lachend. „Ich hoffe, dass wir das personell so lösen können, dass ich nicht mehr selbst spielen muss.“

Zu seinen Zielen erklärt Brück: „Wir haben eine sehr junge Mannschaft, deren spielerische Entwicklung will ich weiter vorantreiben. Aktuell haben wir vor allem noch Probleme in Spielen gegen Teams, die über den Kampf kommen. Da tun wir uns noch schwer, spielerische Lösungen zu finden.“

Derzeit ist Pachten mit sieben Punkten Tabellenelfter. Was auf den ersten Blick nach einem etwas enttäuschenden Saisonverlauf aussieht, zählte der SSV in den zurückliegenden Spielzeiten doch oft zu den Spitzenteams der Liga. Nach dem Verlust einiger Stammspieler im Sommerhatten die Grün-Weißen aber eine nicht ganz so gute Platzierung erwartet. „Die Verluste von Moritz Lesch, Tarek Abd Alsalam oder Justin Klasen zu kompensieren, war schon ein Brett,“, findet Welz. „Wir sind dadurch aber enger zusammengerückt und haben eine mannschaftliche Geschlossenheit entwickelt, die atemberaubend ist. Trotzdem bin ich nicht zu 100 Prozent zufrieden. Wir hätten ein paar Punkte mehr haben können.“

 Jürgen Kuhn, Vorsitzender der SSV Pachten   Foto: az/Verein
Jürgen Kuhn, Vorsitzender der SSV Pachten   Foto: az/Verein Foto: Johannes A. Bodwing

Einen Abgang muss Pachten aber auch in der Winterpause hinnehmen: Murat Anlamaz, der 2018 von Saarlandligist VfB Dillingen kam, hat sich Bezirksligist SC Ay Yildiz Völklingen angeschlossen.