1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Dillingen

Fußball-Oberliga: FV Diefflen empfängt Pfeddersheim zum Verfolgerduell

Fußball-Oberliga : Gibt’s in Diefflen den nächsten Abwehr-Schnaps?

Fußball-Oberligist FV Diefflen empfängt diesen Samstag Pfeddersheim zum Verfolgerduell – und würde gerne eine Tradition fortsetzen.

Muss Jonas Teixeira Da Costa auch an diesem Samstag nach dem Heimspiel des Fußball-Oberligisten FV Diefflen gegen die TSG Pfeddersheim (15.30 Uhr) wieder zur Theke? Im Anschluss an die beiden letzten Begegnungen war er dort stets zu Gast – und bestellte eine Runde Getränke für seine Abwehr.

Denn Teixeira Da Costa, der zur neuen Saison Enver Marina als neuer Stammtorwart beim FV abgelöst hat, blieb vor 14 Tagen beim 2:0-Erfolg von Diefflen gegen den FV Eppelborn erstmals ohne Gegentreffer – und lernte dabei eine alte Tradition im Saar-Fußball kennen.

Bei vielen Clubs ist es üblich, dass ein Schlussmann, wenn er keinen Gegentreffer kassiert, seinen Teamkollegen in der Defensive eine Erfrischung spendiert. Oft handelt es sich dabei um etwas hochprozentiges, weshalb auch gerne vom „Abwehr-Schnaps“ geredet wird.

Dieser Brauch wird auch in Diefflen gepflegt. „Das kannte ich bisher noch nicht“, berichtet der Schlussmann mit portugiesischen Wurzeln – sein  Vater Juan stammt von dort. Aber wer hat den Schlussmann darauf aufmerksam gemacht, dass er einen „Abwehr-Schnaps“ bezahlen muss? „Einfach jeder“, sagt der 20-Jährige lachend.

Nur eine Woche nach der Partie gegen Eppelborn durfte Diefflens neue Nummer 1 übrigens erneut den Geldbeutel zücken: Denn auch beim 5:0 am vergangenen Samstag beim TuS Mechtersheim blieb der aus Saarbrücken stammende Torhüter ohne Gegentreffer.

Der Erfolg war für seine Mannschaft übrigens der dritte Erfolg in Serie – wodurch Diefflen sich nun ein kleines Spitzenspiel erarbeitet hat: Vor dem Duell gegen den Tabellendritten TSG Pfeddersheim sind die Rot-Weißen Tabellenfünfter der Oberliga-Südstaffel – mit nur einem Punkt weniger als der Gegner. „Das wird eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber wenn wir alles geben, können wir auf jeden Fall die Punkte holen“, ist sich Teixeira Da Costa sicher.

Der 20-Jährige musste sich nach seinem Wechsel aus der U 19 der SV Elversberg nach Diefflen zwei Jahre gedulden, bis er zur Nummer 1 wurde. Zuvor gab es für den jungen Schlussmann kein Vorbeikommen am routinierten und drittliga-erfahrenen Stammtorwart Enver Marina, der mittlerweile als Torwart-Trainer zu Regionalligist FC Homburg gewechselt ist.

„Ich habe in dieser Zeit aber viel vom Training mit Enver profitiert. Das war das beste Torwart-Training, das ich je hatte. Zudem hat Enver mir viele Tipps gegeben“, erzählt der 20-Jährige. „Trotzdem war es für mich etwas komisch, fast jedes Spiel auf der Bank zu sitzen“, gibt Teixeira Da Costa, der nach seinem Abitur eine Ausbildung im Stuckateur-Betrieb seines Vaters macht, zu. „Vor allem, weil ich in der Jugend immer gespielt habe.“

Dabei hatte seine Laufbahn eigentlich gar nicht als Torhüter begonnen: „Ich habe in der F-Jugend beim 1. FC Saarbrücken begonnen, wollte immer stürmen“, verrät der FV-Akteur. „Danach bin ich zum SV Bübingen gewechselt – und von den Positionen immer weiter nach hinten gerutscht.“

Als Bübingen bei einem Turnier keinen Torwart  hatte, ging Teixeira Da Costa im Halbfinale und im Endspiel zwischen den Pfosten. „Das hat mir direkt sehr gut gefallen“, erinnert sich der 20-Jährige. Und daher blieb er im „Kasten“ – und machte durch gute Leistungen die SV Elversberg auf sich aufmerksam, die ihn schließlich verpflichtete.

Bei der SVE spielte Teixeira Da Costa auch eine Saison in der B-Junioren-Bundesliga. Dort kam er zu 13 Einsätzen – obwohl er mit Stefan Drljaca (mittlerweile dritter Torhüter beim Bundesligisten Borussia Dortmund) einen bärenstarken Konkurrenten hatte. Nun will der 20-Jährige in Diefflen in die Fußstapfen seines Vorgängers Marina treten – auch wenn ihn dies hin und wieder ein paar Euro für einen „Abwehr-Schnaps“ kostet.