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Fußball-Oberliga: FV Diefflen vor dem Derby gegen FC Hertha Wiesbach

Fußball-Oberliga : Nach dem Comeback erneut ausgebremst

Am Mittwoch wurde auch das für Samstag geplante  letzte Spiel von Fußball-Oberligist FV Diefflen bei Wormatia Worms abgesagt. Besonders bitter ist dies für Marvin Hessedenz. Der Verteidiger hatte gerade erst seine Rückkehr gefeiert.

Das Wetter ist trüb, der Akku bei vielen Spielern nach einer kräftezehrenden ersten Saisonhälfte leer – das ist aber nicht der Grund, warum nach dem Saar-Derby gegen Hertha Wiesbach vor einer Woche nun auch das für diesen Samstag geplante letzte Spiel des Jahres von Fußball-Oberligist FV Diefflen abgesagt wurde. Ursprünglich sollte der FV bei Wormatia Worms antreten. „Angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen und einer in Richtung 600 steigenden Inzidenz in Worms haben wir uns in beiderseitigem Einvernehmen dazu entschieden, das Spiel absetzen zu lassen“, teilte Spitzenreiter Worms am Mittwoch mit.

Der Fußball-Regionalverband Südwest hatte vor einer Woche den Vereinen die Möglichkeit eröffnet, aufgrund der neuen Corona-Bestimmungen – Stichwort: 2G auch beim Sport im Außenbereich – Spiele abzusagen. Nach und nach machten die Clubs von diesem Angebot Gebrauch, so dass nun alle Begegnungen vor der Winterpause abgesagt wurden. Die Partie von Diefflen war die letzte, die noch auf dem Spielplan stand.

Etwas bitter sind die Absagen für Diefflens Innenverteidiger Marvin Hessedenz. Der hatte zuletzt für ein Comeback vor der Winterpause geschuftet, das auch geschafft – doch nun muss er trotzdem pausieren.

Rückblick: Am 16. Oktober hatte sich der Defensiv-Akteur beim 3:3 zu Hause gegen Arminia Ludwigshafen eine Schultereckgelenk-Sprengung zugezogen. „Ich bin nach einem Körperkontakt einfach unglücklich gefallen. Es war noch nicht mal ein Foul“, erinnert sich der aus Saarwellingen stammende Fußballer. Immerhin hatte er noch Glück im Unglück: „Die Schultereckgelenk-Sprengungen werden in Stufen unterteilt. Bei mir war es Stufe zwei. Ab Stufe drei muss operiert werden. Dann wäre ich länger ausgefallen.“

So konnte Hessedenz bereits am 27. November beim 2:1-Sieg gegen Schlusslicht FC Speyer sein Comeback feiern – wenn auch auf ungewohnter Position. Hessedenz wurde in der 66. Minute für Patrick Bus eingewechselt und musste im defensiven Mittelfeld ran. „Das war ungewohnt für mich. Dort habe ich noch nie gespielt“, verrät der 24-Jährige.

Trotzdem wurde es ein Traum-Comeback. Denn 13 Minuten nach der Einwechselung erzielte Hessedenz nach einem Freistoß von Fabian Poß das entscheidende 2:1 für seine Mannschaft. „Reingekommen, ein Tor gemacht und gewonnen. Besser geht es doch nicht“, sagt er strahlend.

Hessedenz, der berufsbegleitend ein BWL-Studium absolviert, kam 2017 von der SV Elversberg II an den Babelsberg. Seitdem hat er den Rot-Weißen die Treue gehalten – aus denselben Gründen, die man von vielen Spielern auf die Frage hört, warum sie für den FV spielen. „Das Umfeld ist sehr familiär. Die Mannschaft ist super – und der Trainer auch“, findet der Abwehrspieler.

Längst hat er sich zum Stammspieler entwickelt. Den Grund für diese Entwicklung sieht der 24-Jährige vor allem in einem verstärkten Fokus. „Am Anfang hatte ich noch meine – ich nenne es mal – wilden Jahre“, erklärt der Saarwellinger lachend: „Da lag mein Fokus nicht nur auf Fußball. Das ist mittlerweile anders geworden. Ich trainiere sehr konzentriert und mache auch privat noch viel für meine Fitness.“

Sehr konzentriert waren Hessedenz und seine Teamkollegen bislang auch in der aktuellen Spielzeit. Zur Winterpause steht das Team von Trainer Thomas Hofer auf Rang vier – und hat die Qualifikation für die Aufstiegsrunde bereits sicher. Sehr zur Freude von Hessedenz. „Das ist ein super Ergebnis. Vor allem, wenn man sieht, was für Rückschläge wir verkraften mussten“, erklärt der 24-Jährige und präzisiert: „Wir hatten ja einige verletzungsbedingte Ausfälle und einmal (beim 0:4 in Dudenhofen, Anm. d. Red.) mussten wir sogar mit Stürmer Fabian Poß im Tor spielen. Dass wir trotzdem die Aufstiegsrunde erreicht haben, liegt, denke ich, vor allem an der mannschaftlichen Geschlossenheit.“