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HF Illtal gewinnt Handball-Final 4 in Saarbrücken vor SGH St. Ingbert

Handball : Dillingen-Diefflen siegt im kleinen Finale

Lange sah es nach einer Überraschung aus, doch am Ende siegte der Favorit: Oberligist HF Illtal hat den Handball-Saarlandpokal gewonnen. Saarlandligist HC Dillingen-Diefflen wurde Dritter.

Es sah im Endspiel des Handball-Saarlandpokals der Männer lange nach einer Überraschung aus. Saarlandligist SGH St. Ingbert lieferte dem Favoriten HF Illtal am Samstag einen großen Kampf. Vor nur rund 80 Zuschauern in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle lag die Mannschaft von Spielertrainer Philip Forster, der gerade erst das Amt von Martin Rokay übernommen hatte (wir berichteten), kurz nach der Halbzeit mit 20:15 in Führung. Doch am Ende durfte der Oberligist dann doch den Pokal beim nachgeholten „Auto- Weis-Pokal 2020“ in die Höhe recken. Die Illtaler gewannen trotz schwacher erster Halbzeit noch mit 30:28 (15:19) und sicherten sich den Titel. Danach feierten die „Zebras“ im Kreis tanzend und lautstark jubelnd den Turniersieg.

„Wir mussten kämpfen, mussten uns heftig strecken – und hatten natürlich in der Halbzeit einiges zu bereden“, sagte Illtals Trainer Marcus Simowski nach dem Wechselbad der Gefühle für seine Mannschaft: „Ich bin froh, dass wir unser Ziel noch erreicht haben.“

Dass den „Zebras“ gegen aufopferungsvoll kämpfende St. Ingberter noch die Wende gelang, lag nicht zuletzt an Rückraumakteur Christoph Holz. Der 29-Jährige schwang sich im Endspiel zum überragenden Spieler auf, traf fast nach Belieben und führte die HF Illtal mit zwölf Toren – elf davon aus dem Spiel heraus – zum Sieg.

„Bei mir hat heute alles gepasst“, freute sich Holz über seine gute Leistung – mehr noch aber über den Erfolg der Mannschaft. „Die Freude ist riesig. Die erste Halbzeit war in der Abwehr eine Katastrophe. Dann haben wir uns aber um 100 Prozent gesteigert – und uns den Sieg am Ende verdient“, befand der später zum besten Spieler des Turniers gekürte Holz. Bereits im Halbfinale hatte er beim 22:17 (12:8) gegen den Saarlandligisten HC Dillingen/Diefflen mit sieben Toren geglänzt.

Dennoch gab es beim Finalturnier in Saarbrücken sogar einen noch treffsicheren Akteur: St. Ingberts wurfgewaltiger Linkshänder Thomas Zellmer traf insgesamt 21 Mal. Im Halbfinale führte er die SGH beim 25:22 (13:7) gegen den Liga-Rivalen SV 64 Zweibrücken II mit einem Zwölfer-Pack (davon drei Siebenmeter) ins Endspiel. Im Finale drückte der 34-Jährige der Partie ebenfalls lange seinen Stempel auf. Mit seinem sechsten Tor traf Zellmer zum zwischenzeitlichen 20:15 (31. Minute), ehe sich Illtal doch noch durchsetzen konnte. „Das ist definitiv eine große Enttäuschung, weil heute viel mehr drin war für uns. Man hat gemerkt, dass uns zum Schluss die Kraft verlassen hat. Und auch mit der Manndeckung gegen mich kamen wir nicht zurecht“, befand Zellmer. Direkt nach dem Spiel sitze der Frust tief, „trotzdem können wir stolz sein, den Favorit so lange geärgert zu haben“.

Nun möchte der Vize-Pokalsieger auch in der Saarlandliga, die am 18. September mit dem Heimspiel um 19 Uhr gegen den HSV Merzig-Hilbringen beginnt, eine gute Klinge schlagen: „Unser Ziel ist es, eine geile Runde zu spielen. Wir haben heute und letzte Woche beim Unentschieden im Test gegen Homburg gezeigt, dass wir auch gegen Oberligisten gut mithalten können. Würden wir etwas anderes als die ersten drei Plätze als Ziel nennen, wäre das sicher nicht ganz glaubwürdig“, erklärte Zellmer.

Liga-Rivale HC Dillingen/Diefflen, der mit dem 26:23 gegen den SV Zweibrücken II Rang drei beim „Final 4“-Endturnier in Saarbrücken erreichte, möchte ebenfalls oben mitmischen. „Wir peilen einen Platz unter den Top 5 an“, erlärte Kapitän Andreas Altmeyer nach den ersten Pflichtspielen seit mehr als einem Jahr. Er weiß: „Es wäre einfach sehr wichtig, wieder eine komplette Runde spielen zu können.“

Die Handballfreunde Illtal peilen in der Oberliga laut Trainer Simowski einen Platz im vorderen Mittelfeld an: „Wir haben eine sehr junge Mannschaft und sind auf einigen Positionen etwas dünn besetzt. Wenn wir verletzungsfrei bleiben, sollte ein Platz zwischen fünf und sieben drin sein. Wir wollen die Großen zumindest ärgern, vor allem zu Hause“, sagt Simowski, dessen Topfavorit der TV Homburg ist: „Homburg hat viel investiert und macht aus seinen Ambitionen ja auch kein Geheimnis.“

 Roberto Di Gregorio vom HC Dillingen-Diefflen zieht im Spiel um Platz drei ab. Der Saarlandligist gewann das kleine Finale gegen den Ligarivalen SV Zweibrücken II mit 26:23.
Roberto Di Gregorio vom HC Dillingen-Diefflen zieht im Spiel um Platz drei ab. Der Saarlandligist gewann das kleine Finale gegen den Ligarivalen SV Zweibrücken II mit 26:23. Foto: Thomas Wieck

Dass die Ränge in der Deckarm-Halle beim Pokal-Endturnier spärlich besetzt waren, lag laut Hans-Gerd Fries auch daran, dass der Verband darauf verzichtet hatte, das Turnier groß zu bewerben, um einen Ansturm der Fans zu vermeiden. Es waren nur 250 Personen in der Halle zugelassen. „Wenn plötzlich 300 Leute vor der Halle gestanden hätten, hätten wir viele abweisen müssen“, erklärte der Vizepräsident des Handball-Verbands Saar. Das Pokalturnier der Frauen sei nicht zustande gekommen, da diese sich dagegen entschieden hätten. „Weil es nicht in ihre Vorbereitung gepasst hätte“, sagte Fries.