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Fridays for Future hat neue Pläne für Saarlouis nach der Bundestagswahl

Fridays for Future : Klima-Aktivisten melden sich zurück – und haben neue Pläne für Saarlouis

Die Corona-Krise hat auch bei Fridays for Future in Saarlouis für Stillstand gesorgt. Doch nun wollen die Klima-Aktivisten wieder durchstarten. Das sind ihre neuen Pläne

Anfang 2020 brachten sie noch bis zu 150 Menschen zum Klima-Protest auf dem kleinen Markt in Saarlouis zusammen. Mit dem Beginn der Pandemie ein Jahr später war es dann plötzlich still um die Ortsgruppe von Fridays for Future (FFF) geworden. Doch nun wollen sich die Klima-Aktivisten wieder verstärkt im Landkreis engagieren und gründeten vor kurzem die Saarlouiser Ortsgruppe neu.

Derzeit befinde sich die Gruppe noch mitten im Neugründungs-Prozess, wie Nico Zenner, Sprecher von FFF-Saarlouis im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Doch wieso hatte sich die Gruppe überhaupt aufgelöst? Durch die Pandemie seien die „persönlichen Kapazitäten“ sehr stark zurückgegangen, sagt Zenner. Zudem habe man sich saarlandweit zusammengetan, um mehr Kapazitäten für die Organisation der großen Klimastreiks in Saarbrücken zu haben. Weil dort auch die Landesregierung sitzt, sei es so zudem möglich gewesen, „näher an der Politik“ zu sein, sagt Zenner.

Klima-Aktivisten sehen Handlungsbedarf in Saarlouis

Nun wollen die Aktivisten den Fokus aber wieder auf den Landkreis Saarlouis legen. Denn anders als in Saarbrücken, sei hier noch immer kein Klimanotstand ausgerufen worden – auch wenn der in der Landeshauptstadt „eher symbolpolitisch“ sei, wie Zenner erklärt. Der Anfang August veröffentlichte erste Teil des Weltklimaberichtes IPCC und der vor kurzem geleakte Entwurf des dritten Teiles habe aber deutlich gemacht, wie wichtig es sei, das Thema Klimaschutz in die Öffentlichkeit zu tragen. Denn auch im Landkreis Saarlouis sehen die Klima-Aktivisten nach wie vor Handlungsbedarf.

Als Beispiel führt Zenner den 2019 geschlossenen Koalitionsvertrag zwischen der CDU und Bündnis/90 Die Grünen im Saarlouiser Stadtrat auf, der zwar eine Neuordnung des Großen Marktes und eine Begrünung der Flächen unter den Platanen vorsieht. „Jedoch wurde das bis heute nicht umgesetzt“, kritisiert der Sprecher von FFF Saarlouis. Auch wenn er Verständnis dafür habe, dass die Politik sich derzeit eher auf die Bekämpfung der Corona-Krise konzentriere, so sei es dennoch wichtig, auch die Klima-Krise „wie eine Krise zu behandeln“.

Klimastreik und Podiumsdiskussion geplant

Auch mit der Stadt Saarlouis möchten sich die Klima-Aktivisten laut Zenner ins Gespräch begeben. Vor allem beim Thema „Lisdorfer Berg“ wolle man dazu beitragen, dass das geplante Industriegebiet „wenigstens ein wenig klimaneutraler gestaltet“ werde und so wenig wie möglich Fläche dafür versiegelt werden muss. Durch vorherige gemeinsame Aktionen, wie etwa einer Baumpflanzung zum Tag der Deutschen Einheit in der Nähe der Anne Frank Schule, habe man zudem bereits Kontakte zur Klimastabstelle des Landkreises. Auch hier soll es verstärkt wieder Gespräche geben, sagt Zenner.

Auf die Straße geht es für die Aktivisten von Fridays for Future hingegen wieder kurz vor der Bundestagswahl. Am 24. September soll erneut bundesweit – und auch wieder im Saarland – gestreikt werden. Doch auch für die Zeit nach der Wahl gebe es bereits Pläne für weitere Aktionen, wie Zenner schildert. So wolle die Ortsgruppe Saarlouis wieder eine Podiumsdiskussion zur Klima-Thematik durchführen und auch Mahnwachen vor dem Kreistag abhalten. „Persönlich hätte ich auch Lust auf ein Klimacamp in der Innenstad, wie es schon in Saarbrücken eines gegeben hat, um näher bei den Bürgerinnen und Bürgern zu sein und um über die Klima-Krise aufzuklären“, verrät Zenner. Dass das Camp damals von der Verwaltung der Landeshauptstadt untersagt wurde, könne er bis heute allerdings nicht nachvollziehen.

Dass die Klima-Krise dennoch immer mehr Menschen umzutreiben scheint, bemerken die Klimaschützer auch hier im Landkreis, wie Zenner schildert. So würden immer mehr Leute das Gespräch mit Wissenschaftlern und den FFF-Aktivisten aus Saarlouis suchen. Viele würden sich zudem für vegetarische und vegane Ernährung und alternative Lebensstile interessieren. In der Politik sei das Thema dagegen noch nicht komplett angekommen. „Oft fehlt es an konkreten Vorschlägen, die auch wirklich zum Ziel führen“, sagt Zenner.