1. Saarland
  2. Saarlouis

Höchste Kinder-Inzidenz im Saarland: Corona-Situation in Saarlouis

Trauriger Rekord : Höchste Kinder-Inzidenz im Saarland: So ernst ist die Corona-Situation in Saarlouis

In der Region um Saarlouis wird mittlerweile rund jede fünfte Corona-Neuinfektion bei Kindern zwischen 5 und 14 Jahren festgestellt. Der Landkreis hält einen traurigen Rekord. So ernst ist die Situation.

Die Corona-Lage an den Schulen und Kitas im Landkreis Saarlouis bleibt weiterhin angespannt. Alleine am Dienstagvormittag vermeldete das Gesundheitsamt 35 neue Fälle an 24 verschiedenen Einrichtungen, darunter neun aus der Kreisstadt Saarlouis.

An vielen Schulen und Kitas würden auch Folgefälle von früheren Corona-Ausbrüchen verzeichnet, weswegen mehrere Einrichtungen vom Landkreis mittlerweile als sogenanntes Cluster – also einem Ort, an dem es zu einer bestimmten Zeit zu einer großen Anhäufung von Infektionsfällen kommt – eingestuft werden, wie eine Sprecherin auf SZ-Anfrage mitteilte. Die Kontaktnachverfolgung in den jeweiligen Fällen sei allerdings gesichert, zumal Schulen und Kitas priorisiert abgearbeitet würden.

Höchste Inzidenz bei 5- bis 14-Jährigen

Erst am Freitag hatte der Landkreis Saarlouis wie auch andere Kreise mitgeteilt, die flächendeckende Kontaktnachverfolgung angesichts der sich zuspitzenden Pandemie-Lage vorerst einzustellen. Stattdessen werde sich jetzt ausschließlich auf besonders gefährdete Gruppen wie „Kinder und Jugendliche mit ihren Familien, Personen aus Altenpflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern sowie Personen aus weiteren vulnerablen Gruppen“ konzentriert.

Dass vor allem die Gruppe der 5- bis 14-Jährigen derzeit von Corona betroffen ist, zeigen unter anderem die Daten des Analysten Sebastian Mohr vom Max-Planck-Institut. Demnach lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag in dieser Gruppe im Landkreis Saarlouis bei 1418,31 – der höchste Wert im saarlandweiten Vergleich. In der vorherigen Woche ging zudem rund jede fünfte Neuinfektion im Kreis auf diese Altersgruppe zurück, wie aktuelle Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) verraten.

Auch bei der Gesamtinzidenz bleibt der Landkreis weiterhin unter den ersten Plätzen im Saarland. So vermeldete das Gesundheitsamt in Saarlouis am Dienstagnachmittag 181 neue Corona-Fälle und eine Inzidenz von 477,09. Auf kommunaler Ebene ist derzeit die Gemeinde Schwalbach am stärksten betroffen. Hier lag der Inzidenzwert pro 100 000 Einwohner zum Wochenbeginn bei 501. Den geringsten Wert wies die Gemeinde Wadgassen mit 301 auf.

Hohe Dunkelziffer bei Neuinfektionen mit Corona

Insgesamt ist die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis, wie auch zum größten Teil im Rest des Saarlandes, zwar wieder leicht gesunken. Dies kann nach Ansicht des Homburger Virologen Thorsten Lehr aber an erschöpften Testkapazitäten liegen, oder daran, „dass die Gesundheitsämter überhaupt nicht mehr hinterherkommen mit dem Melden", wie Lehr im Interview mit dem SR erklärte.

Dafür spricht auch die wieder stark steigende Positivrate bei den PCR-Tests. Diese lag im Saarland nach Angaben des Gesundheitsministeriums zuletzt bei 15,65 Prozent, was für eine hohe Zahl an nicht erfassten Corona-Infektionen spricht.

Zahl der Corona-Intensivpatienten im Landkreis Saarlouis verdoppelt

Neben der Sieben-Tage-Inzidenz ist mittlerweile auch die Hospitalisierungsrate ein wichtiger Wert zur Bewertung des aktuellen Pandemiegeschehens. Hier liegt der Wert im Saarland nach RKI-Angaben derzeit bei 4,57. Allerdings gibt es schon seit längerem Kritik an dieser Art „Krankenhaus-Inzidenz“, da viele Expertinnen und Experten eine zu lückenhafte Datengrundlage und einen zu starken Meldeverzug monieren.

Doch auch hier spiegelt sich mittlerweile das verstärkte Infektionsgeschehen wieder. Nach Angaben des Divi-Intensivregisters befinden sich im Landkreis Saarlouis derzeit acht Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Fünf davon werden zudem künstlich beatmet – im Vergleich zur Vorwoche eine Verdopplung. Damit sind zur Zeit rund 14 Prozent aller 58 Intensivbetten im Landkreis mit Corona-Patienten belegt. Die Belegungsrate aller Intensivbetten im Kreis beträgt knapp 71 Prozent.

Saarlandweit befinden sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums derzeit 214 Corona-Patienten in stationärer Behandlung – 46 davon auf einer Intensivstation.