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„Kidical Mass“ Aktionswochenende in Saarlouis

„Kidical Mass“ Aktionswochenende : Fahrraddemo für sichere Radwege

Im Rahmen des „Kidical Mass“-Aktionswochenendes wurde für ein neues Verständnis von Mobilität auf der Straße demonstriert.

. In über 130 Städten gehen Kinder und ihre Familien im Rahmen des „Kidical Mass“ Aktionswochenendes für ein neues Verständnis von Mobilität auf die Straße – so auch am Sonntag in Saarlouis auf dem kleinen Markt. Die von vielen Fahrradclubs unterstützte bundesweite Aktion fand nicht zufällig eine Woche vor der Bundestagswahl statt, denn die Akteure wollen politisch ein Signal setzen. Sie fordern ein inklusives und kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht und mehr Platz auf den Straßen für die nächste Generation. Denn von kinder- und fahrradfreundlichen Orten profitieren alle, sagten sie auch in der Saarlouiser Innenstadt, wo sich mehr als 100 Radfahrerinnen und Radfahrer zum Aktionstag trafen. Slogans der Kidical Mass sind „Nicht Kinder brauchen Grenzen – sondern der Verkehr“ oder „Nur Radfahren rettet Städte vor dem Chaos“. Insbesondere geht es den Akteuren um sichere Radwege, um Strecken, die kindertauglich und sicher sind und wo man nicht Gefahr laufe, trotz Radweg überfahren zu werden. Der Platz in den Städten sei da, man müsse ihn nur anders aufteilen, auch seien Parkplätze nicht wichtiger als die Sicherheit der Kinder. Brigitte Piramovsky aus Saarlouis (78) ist tägliche Radfahrerin und macht bei der Demo mit. Sie fährt Auto und Rad, ärgert sich über gefährliche Unsitten. „Viele Autofahrer blinken nicht und ignorieren Stoppschilder oder schauen nicht nach hinten beim Türen öffnen.“ Das gefährde Radfahrer sehr. Organisator Marcel Scherf aus Saarlouis sieht das ähnlich. Insbesondere für Kinder sei das Radfahren in den Städten nicht ohne Risiken, weshalb viele Kinder von Eltern gefahren würden. Er fordert sichere Radwege, auf denen Kinder den Autos nicht begegnen. Barnd Pallier ist mit Enkel Lukas (7) bei der Demo. Die beiden kennen die Risiken des Stadtverkehrs: „Daher fahren wir dort bestenfalls sonntags, in der Regel aber auf dem Leinpfad.“