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Jobcenter braucht viel Zeit: Das hätte übel ausgehen können

Kommentar zur Beinahe-Katatrophe : Am schönsten wäre am besten gewesen

Schön, dass sich für Helene Galwas auf den letzten Drücker durch die Entscheidung des Jobcenters doch noch eine Lösung aus ihrer existenziellen Notlage gefunden hat.

Schöner noch, dass sich mit dem Verein Herzensengel ganz spontan und unbürokratisch ein Helfer gefunden hat, der, ohne groß zu fragen, der jungen Frau in ihrer Hilflosigkeit und Verzweiflung sofort unter die Arme gegriffen und damit den drohenden Rausschmiss verhindert hat.

Am schönsten wäre es gewesen, wäre all der Aufruhr für die junge Mutter nicht notwendig gewesen. Dass es mit der Bearbeitung ihres Antrags beim Jobcenter nicht so schnell voranging, wie es für Galwas nötig gewesen wäre, hat mit den komplexen Bestimmungen der Sozialgesetze und dem notwendigen Papierkrieg zu tun. Hier sollten die Verantwortlichen beim Jobcenter den Blick darauf richten, wie Antragsteller zügiger zu der ihnen zustehenden Unterstützung kommen können. Und neben den formalen auch die humanitären Aspekte jedes Falls berücksichtigen. Schon in der Beantragungsphase sollten Überforderungen für beide Seiten vermieden werden. Denn der Fall Galwas, auch diese Vermutung liegt nahe, dürfte kein Einzelfall gewesen sein.