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Kommentar zu Gedenktafel MG Bataillon 13 Saarlouis: Kritische Distanz fehlt

Kommentar : Ehrung oder Mahnung? Hier fehlt die kritische Distanz

Diese Gedenktafel ist kein Kriegerdenkmal, wie sie an vielen Orten stehen: Sie ehrt nicht die Gefallenen oder Opfer der Weltkriege, sie ehrt die todbringenden Einsätze eines Teils der Wehrmacht. Grundsätzlich muss man im Jahr 2021 die Frage stellen, ob dies so noch zeitgemäß ist oder ob man eine solche Tafel nicht mit einem kritischen Hinweis ergänzen sollte, die den vermeintlich ruhmenswerten Einsatz der Soldaten damals aus der historischen Distanz einordnet.

Diese Frage muss man sich bei allen Überbleibseln aus der Nazi-Vergangenheit stellen: Ist das Ehrung oder Mahnung?

Hier kommen aber noch zwei gewichtige Umstände dazu, die bei der Entscheidung über den Verbleib der Tafel eine Rolle spielen sollten: Zum Einen ist diese Tafel offensichtlich ohne Genehmigung an der denkmalgeschützten Festungsmauer angebracht worden, also illegal.

Zum Zweiten war das nicht etwa, wie zunächst vermutet, in der vielleicht noch nicht ganz entnazifizierten direkten Nachkriegszeit. Sondern: erst im Jahr 1981 –  eine echte Überraschung. Sie legt die Vermutung nahe, dass hier ohne kritische Distanz 35 Jahre nach Kriegsende noch ehemaligen Soldaten ein Denkmal gesetzt werden sollte. Und wirft viele weitere Fragen auf.

Der Landkreis sollte sich bemühen, möglichst schnell Licht in diese Sache zu bringen und sich dazu positionieren.