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Meinung zu Heiligmorgen in Saarlouis von Nicole Bastong

Kommentar zur Heiligmorgen-Planung in Saarlouis : Das Prinzip Hoffnung nicht überstrapazieren

Nein, verbieten kann die Stadt den Heiligmorgen nicht, aber vermiesen. Die Kneipen dürfen öffnen, aber sonst gilt draußen Alkoholverbot in der Altstadt. Damit ist der Schwarze Peter bei den Wirten: Die müssen kontrollieren, diskutieren und erklären –  und wahrscheinlich mehr als einen Besoffenen ohne Maske aus dem Laden werfen.

Viel Aufwand und Ärger für einen Bruchteil des Umsatzes, den die Altstadt sonst an diesem Tag macht. Der ein oder andere hat schon angekündigt, lieber freiwillig geschlossen zu lassen. Und viele Gäste werden sich von den Auflagen abschrecken lassen – und vernünftigerweise zu Hause bleiben.

Den schwarzen Schafen, die es auch in der Altstadt bekanntermaßen gibt, wird aber auch diese Verfügung egal sein, weil sie zu später Stunde auch am Wochenende machen, was sie wollen: Wie sollen auch die wenigen Leute der Stadtpolizei gleichzeitig in allen Kneipen kontrollieren?

Und was will die Stadtpolizei eigentlich machen, wenn sich trotzdem Hunderte Menschen einfach auf der Straße ansammeln? Oder aber ein Verdrängungseffekt einsetzt: Die Altstadt macht keinen Spaß, gehen wir eben in andere Kneipen in anderen Straßen oder zum Ravelin? Dafür gibt es noch keinen Plan. Da kann man nur hoffen, dass die Leute vernünftig bleiben. Und das Prinzip Hoffnung, auf das sich die Stadt anscheinend stützt, nicht überstrapaziert wird.