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Förderverein will mit Wein Geld für Sanierung der Kirche in Lebach sammeln

Spenden für die Kirchenrestauration : Edler Tropfen soll der Lebacher Kirche helfen

An diesem Wochenende ist der Lebacher Kirchenwein erhältlich. Der Erlös aus dem Verkauf fließt in die Sanierung des Gotteshauses.

Könnte Lebachs Pastor Hermann Zangerle Wasser in Wein verwandeln, wie es laut Bibel einst Jesus von Nazareth bei der Hochzeit zu Kana getan hatte, wäre das Problem der katholischen Kirchengemeinde mit ihrem Gotteshaus schnell gelöst. Wasser hat in der Pfarrkirche „Heilige Dreifaltigkeit und St. Marien“ immense Schäden angerichtet. Mit einem eigenen Kirchenwein will man in Lebach nun weiteres Geld für die so dringend notwendige Sanierung des Gotteshauses erwirtschaften. Wunder, wie Wasser zu Wein verwandeln, kann man in Lebach nicht verrichten. Aber mit dem Verkauf eines Spitzenweißweins will man wenigstens versuchen, einen kleinen Teil der Sanierungskosten einzuspielen.

Und dieser Lebacher Kirchenwein ist ein echter Kracher, stammt er doch vom Perler Weingut Schmitt-Weber, einer der besten Adressen für Weinliebhaber im gesamten Südwesten. Und so handelt es sich bei dem Lebacher Kirchenwein um einen hervorragenden Auxerrois Jahrgang 2020.

 Die Schäden in der Lebacher Pfarrkirche sind unübersehbar. Noch deutlich schlimmer sieht es aber über der Decke im Dachbereich aus. Die Sanierungskosten belaufen sich auf mindestens eine Million Euro.
Die Schäden in der Lebacher Pfarrkirche sind unübersehbar. Noch deutlich schlimmer sieht es aber über der Decke im Dachbereich aus. Die Sanierungskosten belaufen sich auf mindestens eine Million Euro. Foto: Ruppenthal

Entstanden ist die Idee vom Lebacher Kirchenwein bei einer Männerwallfahrt in die Pfalz, weiß Oliver Buchholz (29), der Vorsitzende und Kassenwart des vor zwei Jahren gegründeten Fördervereins, zu berichten. Aber so sehr man sich auch mühte, konnte man coronabedingt kein Weingut finden, bei dem man sich geschmacklich an dieses Projekt hätte herantasten können.

Der Perler Winzer Thomas Schmitt, ein Bekannter von Oliver Buchholz, sprang in die Bresche. Der Vorsitzende des Fördervereins ist nämlich nicht nur Theologe, sondern auch Journalist und Reporter bei SR 3 und kennt somit Gott und die Welt.

Thomas Schmitt hatte nicht nur eine, sondern drei Antworten parat, sprich einen Riesling, einen Weißburgunder und einen Auxerrois. Nach einer intensiven Prüfung der Materie entschieden sich die Wallfahrer, wenn auch mit nur knapper Mehrheit, für den Auxerrois. Das Ergebnis war bedingt durch die Konstellation zwar sehr männerlastig, aber Oliver Buchholz ist zuversichtlich, dass sich auch die Damenwelt für den guten Tropfen begeistern lassen kann.

50 Kartons, also 300 Flaschen, hat man zum Sonderpreis erworben, und Oliver Buchholz hat ein eigenes Etikett für den Lebacher Kirchenwein kreiert, der nun am Wochenende anstelle des abgesagten Adventsmarktes nach der Messe am Samstagnachmittag um 17.30 Uhr und am Sonntagvormittag um 11 Uhr zugunsten der Kirchensanierung verkauft werden soll – bei gutem Wetter draußen, bei Regen mit dem notwendigen Sicherheitsabstand in der Kirche.

Und wie Oliver Buchholz betont, ist jeder einzelne Euro wichtig, der für die anstehende Kirchensanierung erwirtschaftet werden kann. Zahlreiche schwerwiegende Mängel in der Bausubstanz, besonders durch Wasserschäden, müssen dringend beseitigt werden. Nagelfäule gefährdet das Dach, und ein Teil des Gebälks ist bereits in Mitleidenschaft gezogen. Salpeter zerstört zudem Malereien im Inneren und greift die Bausubstanz gefährlich an. Auf mindestens eine Million Euro schätzen Experten die Kosten – Stand von heute. Der Faktor Zeit und coronabedingte Materialknappheit dürften die Summe weiter nach oben treiben. 60 Prozent dieser Kosten würde das Bistum übernehmen, wenn die Schäden im Ganzen festgestellt und anerkannt sind. 40 Prozent müssen jedoch von der Pfarrei selbst gestemmt werden, also mindestens 400 000 Euro.

Und so lassen Oliver Buchholz und der Förderverein keine Gelegenheit aus, mit pfiffigen Ideen Geld für die Sanierung zu erwirtschaften. Darüber hinaus werden jedoch auch Spender und Unterstützer gesucht.

Weitere Informationen im Internet:

www.pg-lebach.de