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Politik riskiert mit Durchseuchung der Jugend eine "Long Covid"-Generation

Corona in den Kitas und Schulen : Warum die Politik eine „Long Covid“-Generation riskiert

Die jüngste Altersgruppe ist von den regelmäßigen Tests in den Kitas ausgenommen. Das kann auf lange Sicht nicht gut gehen, findet unser SZ-Redakteur Tom Peterson.

Kinder sind der Politik offenbar nicht wichtig. Zu überspitzt? Vielleicht. Doch angesichts der Stiefmütterlichkeit, mit der nicht nur die saarländische Landesregierung den Corona-Schutz von Jugendlichen und Kindern seit nun fast zwei Jahren betreibt, drängt sich dieser Gedanke immer mehr auf.

Das ändert auch ein landesweites Testregime in den Schulen und Kitas nicht, mit dessen Herausforderungen die Betroffenen vor Ort meist auch noch allein gelassen werden und das die Allerkleinsten außen vor lässt. Wenig überraschend, dass selbst das Robert-Koch-Institut den Bundesländern angesichts solcher Testkonzepte ein schlechtes Zeugnis ausstellt.

So mancher möchte zur Ehrenrettung der Politik jetzt sicher rufen: Aber Corona verläuft bei Kindern doch meistens harmlos! Stimmt. In der Regel weisen Kinder eher einen milden oder gar völlig symptomfreien Verlauf einer Sars-CoV2-Infektion auf.

Doch auch hier gibt es Fälle von schweren bis hin zu tödlichen Verläufen. Und je mehr Kinder sich mit dem Virus anstecken, desto höher ist dann auch die Zahl derjenigen, die schon mit jungen Jahren im Krankenhaus oder – man verzeihe den drastischen Ausdruck – unter der Erde liegen.

Die kalte Logik hinter diesem Vergleich mag erschrecken. Doch ein Virus unterscheidet nun mal nicht nach Altersgruppen. Das sollten wir, wenn es um Schutzmaßnahmen dagegen geht, auch nicht. Andernfalls riskieren wir das, was in Ländern wie beispielsweise Schweden mittlerweile bittere Realität ist: eine Generation „Long Covid“.