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Portr?t: Joshua Pawlak will B?rgermeister in Rehlingen-Siersburg werden

Kandidat f?r B?rgermeisterwahl Rehlingen-Siersburg : ?Ich hab? viel bewegt, das will ich fortf?hren?

In der Gemeinde Rehlingen-Siersburg ist am Sonntag, 13 Juni, die B?rgermeisterwahl. Joshua Pawlak tritt dazu erneut an.

?Ein herrliches Fleckchen Erde?, schw?rmt Joshua Pawlak in der Mittagssonne auf einer Bank an der Wackenm?hle, mit Blick auf die Nied und ins satte Gr?n. ?Man f?hrt in Urlaub, um so etwas zu sehen, dabei liegt es gleich vor der Haust?r.? Die Wackenm?hle hat der Kandidat f?r die B?rgermeisterwahl am 13. Juni als Lieblingsort in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg zum Treffpunkt erkoren. Und schon ist der 30-J?hrige mittendrin in einem wichtigen Wahlkampf-Thema, redet ?ber die schwierige Lage der Gastronomie in Corona und die Nied, an der die Gemeinde auch offiziell wieder Badestellen ausweisen will ? weil hier ohnehin gebadet wird, vor allem seit den Schwimmbadschlie?ungen w?hrend Corona. ?Leider hat es sich viel in Naturschutzgebiete verlagert, das wollen wir b?ndeln, auch wegen des M?lls.? Mit der TU Kaiserlautern und dem Umweltministerium gibt es nun ein Pilotprojekt, das die Wasserqualit?t gezielter untersucht. Die Wiedernutzung der Nied ist ein touristisches Thema, die Einrichtung eines Bistros auf der Siersburg und der Ausbau des Umfeldes der immer noch geschlossenen Tropfsteinh?hle Niedaltdorf will Pawlak ebenfalls in Angriff nehmen.

Sein zweites gro?es Thema: Neue Bau- und Gewerbegebiete in der Gemeinde vorantreiben. Der geplante Gewerbepark Rehlingen l?uft bereits an, hier k?nnen neue Betriebe ansiedeln, deren Steuern die Kommune braucht. Nach Biringen sollen nun Neubaugebiete in weiteren Ortsteilen folgen, so sieht es auch der Fl?chennutzungsplan der Gemeinde vor: ?Die Nachfrage ist sehr gro?, jede Woche haben wir Anrufe im Rathaus.? Gleichzeitig sei die Zahl der Baul?cken schon drastisch zur?ckgegangen, schildert Pawlak, von rund 600 auf rund 200 binnen acht Jahren. ?Es ist derzeit schon schwierig, ein altes Haus zu finden, wir haben kaum Leerstand?, wei? er, ?viele wollen in der Gemeinde bleiben und wir hoffen so, der n?chsten Generation, vor allem Familien, eine Perspektive bieten zu k?nnen.?

Warum gerade die kleinen Gauorte so gefragt sind, kann sich der Gerlfanger gut erkl?ren: ?Man hat zum einen die Landschaft und die Ruhe, zum anderen haben wir aber intakte Dorfgemeinschaften, Feste, Vereine, es wird nicht langweilig!? Das ?Wir? benutzt Pawlak gern: ?Ich will, dass wir weiter gut durch die Corona-Krise kommen und das gesellschaftliche Leben wieder ins Laufen bringen.?

Dass Familien auch Bildung und Betreuung vorfinden, ist Pawlaks drittes wichtiges Thema: Der weitere Ausbau der Kitas in Rehlingen und Hemmersdorf ist notwendig in der Niedtal-Gemeinde, die seit Jahren unerwartet mehr Kinder verzeichnet, durch Zuzug und Geburtenanstieg. Pawlak: ?Die Pl?tze werden gebraucht und wir werden da weiter investieren.? An den Schulen dr?nge vor allem der Ausbau der Digitalisierung.

Dass er noch ein zweites Mal zur B?rgermeisterwahl antreten w?rde, war f?r Pawlak nach seiner Niederlage 2018 nicht so schnell klar wie f?r seine Partei und sein Umfeld: ?Ich habe erstmal Zeit gebraucht und R?cksprache mit der Familie gehalten, die ja schon gesehen hat, dass ich seit langem keine Freizeit oder Wochenenden mehr habe.? Doch dann stand fest: ?Es hat mir viel Spa? gemacht und ich habe schon viel bewegt, das w?rde ich gern in den n?chsten acht Jahren fortf?hren.? Die ?Nase voll? hat Pawlak nach so langer Zeit ?als ehrenamtlicher B?rgermeister? immer noch nicht, sagt er und lacht: ?Ich habe viel R?ckhalt erfahren, im Rathaus, aber auch von den B?rgern.?

Im Vergleich zum letzten Wahlkampf fehlen ihm die Gespr?che mit den Leuten, am Bierstand, an der Haust?r, sehr, sagt Pawlak: ?Es ist komplett anders, ich vermisse es, auch kontrovers, zu diskutieren.? Fast alles laufe nun ?ber soziale Medien, ?da kann man auch Neues probieren. Aber ?berraschend viele rufen auch einfach mal an, mit Fragen oder Themen?, freut er sich. Ein Vorteil: Die Kosten f?r den Wahlkampf sind mit rund 10 000 Euro nur halb so hoch wie 2018, ?die pers?nliche Kriegskasse ist auch ersch?pft?, r?umt Pawlak schmunzelnd ein.

Den Gro?teil tr?gt nat?rlich seine Partei. Etwas verwunderlich auch deshalb, dass diese auf den Plakaten des langj?hrigen SPD-lers nicht vertreten ist. ?Ich sehe den Posten des B?rgermeisters als partei?bergreifend an?, ist seine Erkl?rung. Ob ihm die SPD im letzten Wahlkampf denn geschadet habe? Hier verneint er klar und verweist schnell auf den SPD-Erfolg bei der Kommunalwahl kurz darauf.

Er pers?nlich freue sich, wenn die Gemeinde endlich wieder einen hauptamtlichen Verwaltungschef hat: ?Es mit der Arbeit im Ministerium zu vereinbaren, immer hin- und herzuspringen, das war oft stramm?, gibt Pawlak zu. Weitermachen will er im Rathaus ?auf jeden Fall?, aber lieber ohne Doppelbelastung: ?Wenn ich B?rgermeister werde, k?nnte ich mich ganz auf den Job konzentrieren.?