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Andreas Lorenz von Escape Room Saarlouis erzählt, worauf es beim Spielen ankommt

Interview Andreas Lorenz : „Man sollte die Motivation haben, Rätsel lösen zu wollen“

Andreas Lorenz ist der Inhaber der neuen Escape-Rooms in Saarlouis. Im Interview verrät er, welche Vorbereitung dahinter steckt und worauf es beim Spielen ankommt.

Wie lange gibt es „Escape-Rooms Saarlouis“?

Lorenz Wir sind seit dem 12. Oktober 2020 in Saarlouis. Wir hatten eigentlich vorgehabt, im Juni zu eröffnen, aber durch den ersten Lockdown hat sich alles verzögert. Erstens, weil keine Baugenehmigung da war, dann waren alle Ämter geschlossen und auch die Bauabnahme hat gedauert.

Ihr habt in der Pandemie eröffnet. Welche Einschränkungen hattet ihr?

Lorenz Wir hatten zwei Wochen geöffnet und mussten ab November schließen, konnten am letzten Oktober-Wochenende aber noch Halloween mit Live-Erschreckern in den Räumen mitnehmen. Bis April hatten wir geschlossen, und konnten dann für zwei Wochen öffnen, mussten aber wieder zu machen. Seit dem 1. Juni haben wir wieder geöffnet. Ich hoffe, das bleibt so.

Woher kommt die Idee, solche Escape-Rooms zu eröffnen?

Lorenz Ich habe vorher schon in einem Escape-Room in Mannheim gearbeitet und überlegt, dass wir etwas Neues machen könnten. Mit den Gesellschaftern habe ich darüber nachgedacht, wo es noch nicht viele Escape-Rooms gibt. Da war das Saarland im Fokus. Wir haben uns in Saarlouis ein paar Gebäude angeschaut und das, was wir gefunden haben, ist vom optisch mit den Säulen im Eingang und dem Stuck an den Decken einfach perfekt.

Wie viel Vorbereitung steckt hinter so einem Raum?

Lorenz Für die Planungsphase mit Aufbau haben wir anderthalb Jahre gebraucht. Zunächst haben wir uns überlegt, welche Räume wir anbieten und wie wir diese aufbauen wollen. Weil es nicht viele Architekten für Escape-Rooms gibt, haben wir uns extra mit einem aus Griechenland zusammengesetzt.

War für euch klar, gleich mit sechs Räumen zu starten?

Lorenz Wir hatten zuerst überlegt, mit vier Räumen anzufangen, weil wir nicht wussten, wie groß die Räume jeweils werden. Als wir dann geplant haben, haben wir gemerkt, dass noch Platz für drei weitere ist. Wir haben also Kapazitäten für neun Stück.

Habt ihr noch welche in Planung?

Lorenz Ja, wir wollen auf jeden Fall noch gruseliges Thema mit Schreckmomenten machen. Mein Favorit wäre zudem etwas aus dem Bereich Disney, weil man da viel mit Magie und Technik arbeiten könnte.

Womit hebt ihr euch von den anderen Escape-Rooms im Saarland ab?

Lorenz Wir haben bewusst Wert darauf gelegt, detaillierte Räume zu gestalten. Die Einrichtung ist so, dass man dort wohnen könnte. Die Deko und die ganzen Kleinigkeiten machen einen Raum lebendiger. Außerdem haben wir bewusst alle Schlösser weggelassen. Meine Erfahrung aus anderen Räumen hat gezeigt, dass viele Gruppen versuchen, diese zu lösen, ohne zu überlegen, was sie machen müssen. Es macht den Spaß kaputt. Daher haben wir alle Rätsel auf Technik aufgebaut.

Bei euch gibt es thematische Escape-Rooms zu Indiana Jones, Dracula, Age of Knights, Pirates, Silent Hill und Baker Street. Wieso habt ihr euch für diese entschieden?

Lorenz Da waren wir zunächst offen und haben uns an den Escape-Rooms orientiert, die es in Griechenland gibt und welche dort erfolgreich sind. Wir haben auch überlegt, welche es im Saarland noch nicht gibt, um andere auszuwählen. Wichtig ist es dabei, Themen mit Wiedererkennungswert anzubieten. Indiana Jones, Dracula oder Sherlock Holmes kennt jeder.

Wie lange bleiben diese Räume bestehen, bis ihr plant, diese umzubauen?

Lorenz Weil wir drei Räume freihaben, kommen erstmal drei neue hinzu. Wir haben geplant, dass die Räume zwei bis zweieinhalb Jahre existieren und dann gegen neue ausgetauscht werden, sodass wir eine Routine bekommen. Klar können im ersten Moment nicht alle sechs gleichzeitig rausfliegen, sondern nach und nach. Nicht nur, weil die Räume dann bekannt sind, sondern weil sie dann so weit abgenutzt sind, dass man sagt, es macht keinen Spaß mehr.

Worauf kommt es beim Escape-Room-Spielen an?

Lorenz Das allerwichtigste ist das Team. Wer spielt zusammen? Das sollte man sich aussuchen. Auch die Größe der Gruppe ist wichtig. Wir empfehlen, mit vier bis fünf Personen zu kommen. Und man sollte die Motivation haben, auch Rätsel lösen zu wollen. Wenn man das hat, kann man jeden Escape-Room lösen.