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Internet in Saarlouis: Sechs Kommunen sollen jetzt Glasfaser bekommen

Schnelles Internet soll Standard werden : Saarlouis: Diese sechs Kommunen sollen nun Glasfaser bekommen

In sechs Kommunen im Landkreis Saarlouis beginnt Ende September die Nachfragebündelung für den Glasfaser-Ausbau. Danach wird gebaut.

Den Ausbau des schnelles Internets geht die Deutsche Glasfaser nun im Kreis Saarlouis in mehreren Kommunen an. Die Deutsche Glasfaser, die 2020 mit der Saarlouiser Firma Inexio fusioniert hat, hat sich den Ausbau der schnellen Leitungen im Saarland vorgenommen: Rund 330 000 Haushalte sollen in den kommenden Jahren das Angebot erhalten, Glasfaser bis ins Haus verlegt zu bekommen. Diesen Ausbau betreibt die Deutsche Glasfaser eigenwirtschaftlich, das heißt, den Kunden entstehen dadurch keine Kosten.

Dem Ausbau in einzelnen Gemeindeteilen, die bisher noch nicht gut versorgt sind, gehen Bedarfserhebungen voraus. Im Kreis Saarlouis gab es diese sogenannten Nachfragebündelungen, bei denen Kunden ihr Interesse an einem Vertrag bekunden, bereits erfolgreich in Rehlingen-Siersburg und weniger erfolgreich im Dillinger Stadtteil Diefflen (die SZ berichtete).

Am 27. September nun will die Deutsche Glasfaser im Kreis Saarlouis den großen Aufschlag machen und den Ausbau in mehreren Kommunen angehen, kündigen die Projektleiter Björn Symanzik und Yannic Sick an. Über 30 000 Haushalte im Kreis sollen einen Glasfaser-Anschluss angeboten bekommen.

Bei den Gemeinden rennt der Anbieter offene Türen ein. „Die sind froh, dass endlich jemand den Ausbau macht.“ Denn nicht zuletzt durch die Pandemie mit Home-Office und -Schooling ist eine sehr gute Internetversorgung nochmal drängender geworden. Mit den einzelnen Kommunen hat Sick schon zahlreiche Gespräche geführt, berichtet er: „Die Bürgermeister waren sehr offen und unterstützen uns gut. Wir wollen das auch partnerschaftlich abwickeln und freuen uns über die positive Resonanz.“ Den Kommunen entstehen dabei keine Kosten.

„Die Bürgermeister haben sich die fraglichen Gebiete auch vor Ort nochmal genau angeschaut“, erzählt Sick, „denn es gab immer mal wieder einzelne Straßen oder auch geplante Neubaugebiete, die wir zunächst nicht berücksichtigt hatten.“ Entsprechend wurden die Pläne dann angepasst.

Der flächendeckende Ausbau ist das Ziel von Glasfaser; dann lohnt sich auch der eigenwirtschaftliche Ansatz, den zudem Sponsoren und teilweise auch Fördermittel attraktiver machen. Rund 500 Millionen Euro will das Unternehmen im Saarland dafür investieren. 40 Prozent der Haushalte müssen Interesse an einem Vertrag bekunden, damit sich die Bauarbeiten in einem Gebiet lohnen. „Wir brauchen eine gewisse Anzahl, damit sich das lohnt“, erklärt auch Symanzik.

Welche Gebiete wann drankommen, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie gut ist die Versorgung schon, gibt es vielleicht schon Glasfaser im Ort, wie gut ist eine Anbindung ans Netz möglich und so weiter. Folgende Gebiete sind nun für den Ausbau vorgesehen: Lebach Nord (mit Dörsdorf und Steinbach), Lebach Süd (mit Teilen von Landsweiler und Niedersaubach), die Stadt Lebach, Saarwellingen mit allen Ortsteilen und dem Campus Nobel, Dorf im Bohnental, alle Schmelzer Ortsteile, Überherrn und Wadgassen mit allen Ortsteilen sowie Wallerfangen (mit St. Barbara, Düren, Ittersdorf und Bedersdorf).

„Manche Orte wie etwa Schattertriesch waren sehr glücklich, dass sie auch berücksichtigt wurden“, erzählt Symanzik, „es gibt sogar Orte, in denen die Bürger selbst Werbung machen, über Bürgerinitiativen, Ortsvorsteher oder Vereine.“ Orte, die nun noch nicht aufgeführt sind, werden im nächsten Schritt bei der Bauvermarktung ausgebaut, kündigt das Unternehmen an.

In allen Orten, die nun vorgesehen sind, gibt es Infoveranstaltungen, Flyer oder Stände im Einzelhandel vor Ort; dann startet die Nachfragebündelung. Mit Online-Infoabenden hat die Glasfaser-Firma sehr gute Erfahrungen gemacht, sagt Symanzik: „Der Rekord lag bei über 700 zugeschalteten Geräten gleichzeitig, so viele Leute gehen in eine Halle nicht rein.“ Die Nachfragebündelung in den sechs Kommunen läuft bis 18. Dezember. Sollte die Quote von 40 Prozent irgendwo nicht erreicht werden, wie etwa zuletzt in Diefflen geschehen, ist das Projekt aber damit nicht gestorben, betont Symanzik: „Wir parken die Bündelung dann und starten sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder neu.“

Nach dem 18. Dezember startet dann die Bauplanung und die Feinplanung, schildern die Projektleiter des Unternehmens: Welche Orte, welche Straßen werden in welcher Reihenfolge aufgerissen und wo wird wann verlegt. Trotz der Engpässe im Baugewerbe zeigt sich die Deutsche Glasfaser zuversichtlich, dass im Zeitplan gebaut werden kann.

Wo es möglich ist, wird im Gehweg gearbeitet, auf einer Breite von rund 30 Zentimetern werden 40 bis 60 Zentimeter tief die Leitungen verlegt. Von da aus geht die Leitung bis ins Haus, möglichst schonend. Dazu ist auch eine Baugrube an der Hauswand notwendig, etwa ein mal ein Meter groß. „Aber niemand muss danach den Vorgarten neu anlegen“, kann Sick beruhigen. Der Weg zum und ins Haus werde auch jeweils abgesprochen.

 Yannic Sick (links) und Björn Symanzik, Deutsche Glasfaser, leiten den Ausbau im Landkreis Saarlouis.
Yannic Sick (links) und Björn Symanzik, Deutsche Glasfaser, leiten den Ausbau im Landkreis Saarlouis. Foto: Nicole Bastong

Gebaut wird in diesem Projektabschnitt nun bis etwa Mitte 2023. Als nächste Kommunen im Kreis Saarlouis sollen dann Ensdorf, Bous und Schwalbach folgen.