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Klage zu Gedenktafel MG Bataillon 13 geht nun an Landkreis Saarlouis

Steintafel im Stadtgarten : Der Streit geht weiter – Klage wegen Gedenktafel richtet sich nun an den Landkreis Saarlouis

Der Streit um die unscheinbare, aber umstrittene Gedenktafel für das MG Bataillon 13 im Stadtgarten in Saarlouis geht weiter.

Seit gut 60 Jahren hängt im Stadtgarten von Saarlouis an der historischen Festungsmauer eine Steintafel, eine Art Kriegerdenkmal für das Maschinengewehr-Bataillon (MG) 13, eine Einheit der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Gegen diese Gedenktafel hat der Dillinger Gilbert Kallenborn im Mai Klage eingereicht (die SZ berichtete): Nach seiner Ansicht wird damit eine Wehrmachtseinheit im todbringenden Weltkrieg verherrlicht. „Allein aufgrund der Bewaffnung mit Maschinengewehren war dies eine der verheerendsten Vernichtungseinheiten“, begründet er. Er fordert die unverzügliche Entfernung dieses „Schandmals“.

Doch wer ist dafür zuständig? Nachdem Kallenborn seine Klage zunächst gegen die Kreisstadt Saarlouis gerichtet hatte, teilte diese mit, dass das Gelände und damit die Tafel im Besitz des Landkreises Saarlouis sind; der Standort grenzt an das Gymnasium am Stadtgarten in seiner Trägerschaft an.

Kallenborn änderte seine Klage nach dem entsprechenden Hinweis des Verwaltungsgerichts Saarlouis Ende Oktober, sie richtet sich nun gegen den Landkreis Saarlouis. Bei seiner Forderung, dass die „Nazi-Tafel“, wie Kallenborn sie bezeichnend, zu entfernen sei, stützt er sich nun auch auf das Landesdenkmalamt, das ihm bestätigt hat, dass die Ehrentafel für das MG Batallion 13 kein Bestandteil der geschützten historischen Festungsmauer ist und niemals als solcher Bestandteil auf Antrag genehmigt wurde. Im Kunst-Lexikon Saar ist die Gedenktafel aufgelistet als „Kunst im öffentlichen Raum“, mit unbekanntem Urheber, „entstanden nach 1955, vermutlich nach der Saarabstimmung“. Und weiter: „Die in Hochrelief geschnittene Steinplatte befindet sich an der Festungsmauer des Hornwerks. Sie erinnert an die Gefallenen des Maschinen-Gewehr-Bataillons Nr. 13, das zu Beginn des Zweiten Weltkrieges aus dem Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 13 hervorgegangen war.“ Sie trägt die Inschrift: „MG BTL. 13 Saarlouis, Einsatz in Dänemark, Norwegen, Russland, 1938 - 1945“.

Kallenborn führt auch auf, dass die Anbringung der Tafel seinerzeit mehrere Verstöße nach sich gezogen hat: Nach dem Denkmalschutzgesetz sei jede materielle Veränderung der Bausubstantz eines Kulturdenkmales genehmigungspflichtig; eine Genehmigung zur Anbringung wurde offenbar nie erteilt; zudem seien die Steine der historischen Festungsmauer, die an der Stelle saßen, entnommen worden und „verschwunden“.

Der Landkreis Saarlouis erklärt auf Anfrage, dass die Klage eingegangen sei und das Rechtsamt diese prüfe. Zu diesem laufenden Verfahren möchte der Kreis derzeit keine Aussagen machen, heißt es aus der Pressestelle. Und: „Unabhängig davon können wir mitteilen, dass sich der Landkreis im Rahmen eines Schulprojektes mit der Thematik befassen wird“.