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Kreisumlage 2022: Was die Kommunen dem Kreis Saarlouis zahlen müssen

Kreishaushalt Saarlouis : Stadt Saarlouis zahlt weitaus höchste Kreisumlage

Was die Kommunen dem Kreis Saarlouis abgeben müssen: Nur eine von 13 zahlt weniger, eine gleich viel, jede andere mehr.

Die Kreisumlage ist das Thema, das die Verwaltungschefs der 13 Kommunen im Kreis Saarlouis bei der jährlichen Haushaltsaufstellung regelmäßig bejammern: Es ist der Betrag, den die Gemeinden und Städte beitragen müssen, damit der Kreis seinen Pflichtaufgaben nachkommen kann, im Jahr 2022 voraussichtlich rund 126,66 Millionen Euro. Damit liegt der Umlagesatz (seit 2019 jährlich) wiederum unter 50 Prozent (bei 49,38), wie Landrat Patrik Lauer betont, ist die Kreisumlage aber insgesamt um 3,8 Millionen gestiegen.

Knapp 256 Millionen im Kreishaushalt sind die sogenannten Umlagegrundlagen, von denen sich der Landkreis einen Anteil zur Finanzierung seiner Ausgaben von den Städten und Gemeinden holen muss. Daraus folgt ein Umlagesatz, meist „Kreisumlage“ genannt, für die einzelnen Kommunen, abhängig von ihrer Finanzstärke.

Zum Vergleich: 122,85 Millionen mussten die 13 Kommunen 2021 zum Kreishaushalt beitragen, 2020 waren es 115,94 Millionen, 2019 waren es 108,9 Millionen, 2014 gar nur 104,2 Millionen und 2012 noch 99,9 Millionen. Allerdings lag in früheren Jahren die Belastung durch den Umlagesatz deutlich höher, etwa bei bis zu 65,2 Prozent im Jahr 2011.

Nur eine Gemeinde muss im kommenden Jahr weniger Kreisumlage zahlen, nämlich Ensdorf (minus rund 57 000 Euro); alle anderen zahlen mehr als im Vorjahr, Saarlouis etwa gut sechs Prozent mehr und damit am meisten, auch Überherrn, Dillingen und Schwalbach müssen einiges mehr abgeben. Nur in Bous bleibt der Betrag nahezu gleich (plus 3984 Euro).

Auf die einzelnen Kommunen entfallen dabei sehr unterschiedliche Beträge: Mit großem Abstand am meisten Kreisumlage wird in der Kreisstadt Saarlouis fällig, mit rund 26,9 Millionen. Dann folgt die Stadt Dillingen mit rund 14 Millionen, dann die Stadt Lebach mit 12,3 Millionen. Schwalbach zahlt 9,956 Millionen, Schmelz 9,912 Millionen, Wadgassen 9,8 Millionen. Saarwellingen muss 8,7 Millionen zahlen, Rehlingen-Siersburg 8,4 Millionen, Überherrn 7,1 Millionen. Vergleichsweise wenig wird fällig in Wallerfangen mit 5,6 Millionen und in Nalbach mit 5,2 Millionen. Bous und Ensdorf müssen am wenigsten umlegen, sie zahlen 4,2 beziehungsweise 4,2 Millionen.

Aber sie bekommen ja etwas dafür, argumentiert Landrat Patrik Lauer, der Kreis setzt Aufgaben für die Kommunen mit um, wie etwa im Sozialamt: So fließt ein guter Teil des Geldes aus der Kreisumlage in den Kita-Ausbau in den Gemeinden. „Für das, was die Kommunen geplant haben, ist von unserer Seite genug Geld da“, betont Lauer. „Und insgesamt bleibt den Kommunen genug, dass sie ihre Projekte umsetzen können.“ Den Bürgermeistern im Kreis hat er den Entwurf bereits vorgestellt, „unaufgeregt“ sei dies verlaufen, ohne Widerspruch, schildert Lauer: „Den Verwaltungschefs ist klar, dass es nicht viel Spielraum gibt.“ Und, glaubt er außerdem, „dieser Haushalt bietet wenig Angriffsfläche“.