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KVS will schulbusse sofort entlasten, aber Fahrer fehlen

Zusätzliche Busse im Kreis Saarlouis : Schluss mit Gedränge: KVS will Schulbusse sofort entlasten

Schon ab Mittwoch setzt die KVS zusätzliche Busse aus ihrer eigenen Reserve ein, ab Montag sollen die ersten Reisebusse für den Schülerverkehr bereitstehen.

Abstand in den Schulen halten, doch im vollen Bus stehen die Schüler dicht an dicht: Gegen diese Zustände hatten Eltern und Schülern im Saarland zu Beginn des neuen Schuljahres protestiert. Saar-Verkehrsministerin Anke Rehlinger hatte daraufhin angekündigt, kurzfristig bis zu 100 zusätzliche Schulbusse auf die Straße bringen, um die Corona-Ansteckungsgefahr zu verringern.

Landrat Patrik Lauer begrüßt die Ankündigung, den Kommunen die Kosten für zusätzliche Busse komplett aus Mitteln des ÖPNV-Rettungsschirms zu erstatten; für Lauer „ein starkes Signal in der Pandemielage“. Die Landkreise als Aufgabenträger hätten für den Schuljahresbeginn bereits vorgesorgt: „Wir hatten noch nie so viele Busse bei so geringen Schülerzahlen im Einsatz“, betont Lauer, „aber in der momentanen außergewöhnlichen Situation müssen wir dafür Sorge tragen, den Ängsten und Befürchtungen der Eltern und Schüler gerecht zu werden.“ Deshalb habe die KVS GmbH, kreiseigenes Unternehmen, ihre Auftragsunternehmen gebeten, alle verfügbaren Fahrer und Busse, auch aus der Reisebranche, zur Verfügung zu stellen.

Wo genau und wann die zusätzlichen Busse im Kreis Saarlouis, dessen Linienverkehr komplett von den Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis (KVS) befahren wird, zum Einsatz kommen, steht noch nicht im Detail fest. Andreas Michel, Geschäftsführer der KVS, erklärte am Mittwoch auf Anfrage: „Wir wollen versuchen, sofort loszulegen: Schon ab heute setzen wir drei zusätzliche Fahrzeuge aus der Werkstatt ein, um Zeit zu gewinnen und vor allem mittags schon eine spürbare Entlastung zu schaffen.“

Gerade in den Spitzenzeiten und auf den Hauptachsen Richtung Saarlouis müsse man verstärken: Zwischen Dillingen und Saarlouis, in und aus Richtung Bous und Wadgassen, Richtung Saarwellingen, Richtung Überherrn. „Auch im Raum Lebach haben wir einige Punkte, an denen wir nachbessern müssen, etwa in Michelbach“, berichtet KVS-Sprecherin Silvia Paulus. Am Morgen zwischen sieben und acht Uhr sowie nach Schulschluss gegen 13 Uhr sei der Andrang am größten. „Seit Schuljahresbeginn sind wir dabei, nachzubessern, nun nochmal verstärkt“, erklärt Paulus.

Ihre insgesamt sieben Auftragsunternehmen, darunter die Beckinger Reisedienste, Lambert Reisen und Jobs, habe die KVS angefragt und erwarte bis Ende der Woche deren Konditionen; eine konkrete Ausschreibung sei bereits erfolgt. „Busse haben die genug, nur die Fahrer fehlen“, ergänzt Michel. Ein bekanntes Problem, das die Busunternehmen deutschlandweit trifft: „Busfahrer werden überall gesucht, die ganze Branche leidet unter dem Fahrermangel“, schildert Paulus.

Zudem könnten die hiesigen Busunternehmen nicht sofort loslegen: „Die Reisebusse müssen zum Teil wieder angemeldet werden, die Fahrer sind in Kurzarbeit. Das dauert nun schon, bis alles verfügbar ist“, weiß Paulus. Deshalb setzt die KVS nun vorerst selbst ihre „eiserne Reserve“ aus der Werkstatt ein, um die stark genutzten Linien zu entlasten.

Die zusätzlichen Bussen sollen zu einer Entzerrung im Fahrgastbereich führen: „Ein Sicherheitsabstand zwischen den Fahrgästen von 1,5 Metern kann gerade in den Hauptverkehrszeiten nicht gewährleistet werden, deshalb bestehen wir auch weiterhin auf die Mund-Nasen-Bedeckung in allen Bussen“, betont Landrat Lauer.

Ab Montag sollen dann erste Reisebusse der Partnerunternehmen bereitstehen. Allerdings sind deren Reisebusfahrer nicht für den Schülertransport geschult, gibt Michel zu bedenken: „Die fahren im Prinzip einem anderen Bus hinterher, so können die Fahrgäste dort zusätzlich einsteigen und sich besser verteilen. Aber man kann dort zum Beispiel keine Fahrkarte kaufen.“ Um die Situation langfristig lösen zu können, gebe es schon weitere Überlegungen: „Wir bekommen im September sieben neue Busse. Früher hätten wir dafür ältere verkauft, jetzt überlegen wir, sie zu behalten und zusätzlich einzusetzen.“

Denn so schnell wird sich die Corona-Situation nicht aufgelöst haben, ist sich der Geschäftsführer sicher: „Es heißt jetzt, bis zu den Winterferien. Aber gerade wenn das Wetter schlechter wird, werden wieder viele etwa vom Fahrrad auf den Bus umsteigen.“