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Neuer Anbieter für Escape Rooms in Saarlouis mit Dracula, Indiana Jones

Besuch in einem Escape-Room in Saarlouis : Vier Vampirjäger auf der Suche nach Dracula

Bei einem Escape-Room wird ein Team in einem Raum eingesperrt und muss innerhalb von 60 Minuten Rätsel lösen, um aus diesem zu entkommen. Die Reporter der Lokalredaktion Saarlouis haben einen solchen in Lisdorf getestet. Können wir die Rätsel knacken?

 Ich bin ehrlich, ich bin ratlos. Schon wieder gleitet mein Blick durch den schmalen Raum, in dem wir zu viert stehen. Meine Augen fliegen über das sandgelbe Mauerwerk, streifen das riesige Wappen an der Wand und landen dann bei den Schränken hinten in der Ecke. „Irgendwas müssen wir mit den Ringen da machen“, höre ich meine Kollegin Nicole Bastong neben mir sagen, während sie sich in einer Vorrichtung besagte Ringe näher ansieht und dort irgendetwas rumprobiert.

Zwischenzeitlich beäugt meine Kollegin Aline Pabst die kleine bräunliche Kommode direkt daneben. „Da sind irgendwelche Zeichen“, erzählt sie uns. Nur was sollen wir mit diesen Zeichen anfangen? „Passen die vielleicht zu denen, die wir auf dem Tisch gefunden haben?“, fragt mein Kollege Tom Peterson in die Runde. Und was ist mit dem Bild an der Wand?

Suchend scannen unsere vier Augenpaare die Umgebung, in der wir seit ein paar Minuten versuchen, das Rätsel zu knacken. Es ist unsere erste Aufgabe, die wir im Escape-Room in Saarlouis lösen müssen, in dem wir gefangen sind. Um aus diesem zu entkommen, müssen wir gemeinsam mehrere Rätsel lösen.

Das entwickelt sich jedoch zu einem Wettlauf gegen die Zeit, denn der Haken an der Sache ist: Wir haben nur 60 Minuten Zeit, die Lösung zu finden. Dazu kommt, dass uns zu Beginn im Raum eine Aufgabe erteilt wurde. Durch den Lautsprecher verkündete eine Stimme: „Auf Ihrer Rundreise durch den Balkan legen Sie einen Stopp in den Südkarpaten ein, um in den siebenbürgischen Bergen das sagenumwobene Schloss Vlad III. Draculea‘s zu besichtigen. Während der Gruppenführung setzen Sie sich von allen unbemerkt in den verbotenen Sektor des Schlosses ab. Eine schreckliche Idee, denn es gibt für Sie nur einen Weg zurück in die Freiheit! Finden Sie Dracula – oder findet er Sie?“

Spätestens da wissen wir: Wir sind dem Graf höchstpersönlich auf den Fersen und wollen definitiv nicht in dessen Fängen landen. Ein Grund mehr, sich tüchtig zu beeilen. Wir suchen nochmal alles im Raum ab, tappen aber gleich beim ersten Rätsel im Dunkeln. „Sollen wir einen Hinweis anfordern?“, erkundigt sich Tom. „Nein!“, protestieren wir drei vehement. Schließlich spürt Aline einen Hinweis an der Decke auf, der uns womöglich weiterbringt. Wir versuchen es, führen als Team eins und eins zusammen – und haben Erfolg. Das erste Rätsel wäre endlich gelöst.

Eine kleine Schranktür öffnet sich. Aline langt hinein und zieht mehrere Schriftrollen hervor, die wir neugierig mustern. „Wo könnten die denn hinkommen?“, denke ich laut nach. Wieder suchen wir den Raum ab, bis Tom etwas entdeckt, das passen könnte. Erneut probieren wir die Idee, doch erstmal passiert – nichts. „Der scannt dahinter bestimmt was“, kommentiert Tom das rote Leuchten, bis unsere Idee zündet. Wir sind einen Schritt weiter. Auch die nächste Denkaufgabe stellt uns nicht vor Probleme.

Doch danach stocken wir, obwohl wir eine Idee haben, wie es weitergehen könnte. „Dreh es mal so“, rät Nicole Tom, „ne anders rum“, schlage ich vor, doch nichts passiert. Zum ersten Mal nehmen wir über die Fernbedienung, die uns mitgegeben wurde, Kontakt zu unserem Spielleiter Andreas Lorenz auf. Dieser kann uns durch die Kameras im Raum bei unserer Mission hören und sehen und bei Bedarf Tipps geben. So stellt sich raus, dass wir zufällig auf ein kleines technisches Problem gestoßen sind. Nachdem Lorenz das kleine Malheur beheben konnte, geht es für uns weiter.

Denkste! Wir stehen sprichwörtlich vor einer Wand und wissen nicht, wohin wir müssen. Schuld daran ist eine Karte, auf der wir einen Ausweg finden müssen. Aber wofür? Was bringt uns das? „Das passt vielleicht zu dem da“, vermutet Nicole und gibt mir mit Aline die Lösung durch, die ich ausprobiere. Nach ein paar Startschwierigkeiten klappt es endlich und wir sind einen Schritt weiter. Doch plötzlich schreit Aline auf, als sich eine Tür öffnet.

Wenige Sekunden später tappen wir hilflos im Dunkeln. Zwar findet Aline direkt einen Schrank, an dem wir etwas machen müssen, nur wissen wir noch nicht, wozu das gut sein soll. Mehrere Minuten erkunden wir den Raum und finden noch andere Gegenstände, deren Bedeutung und Nutzen wir noch nicht erkennen.

Die Spannung steigt und die Ratlosigkeit steht uns mittlerweile ins Gesicht geschrieben. „Wir sind richtig schlecht“, verzweifelt Nicole. „Aber echt“, resigniere ich. Waren wir zuvor noch zuversichtlich in den Raum gestartet, mit der Absicht, die Bestzeit von 44:42 Minuten zu schlagen, können wir uns davon langsam verabschieden. Dass die Musik aus den Lautsprechern allmählich an Spannung zunimmt und schneller wird, setzt uns weiter unter Druck. Dazu kommt die Angst, dass uns in der Dunkelheit gleich etwas anspringt. Die Mehrheit gibt Toms Drängen nach, einen Tipp anzufordern. „Habt ihr denn schon gepuzzelt?“, hören wir Augenblicke später.

„Gepuzzelt?“, wiederholen wir verwirrt. Erneut schwärmen wir aus und finden auf einmal Teile, die wir zusammensetzen müssen. Die anschließende Rätsel-Kette können wir schneller lösen, langsam kehrt wieder Zuversicht zurück und motiviert uns aufs Neue. Dass die Rätsel dabei abwechslungsreich gestaltet sind und nie das gleiche Prinzip verwendet wird, fällt uns positiv auf. Auch, dass für deren Lösung die gesamte Gruppe gefragt ist.

Schließlich stehen wir vor den letzten Herausforderungen. Das verrät uns nicht nur die Musik, sondern auch unser Spielleiter, der uns sagt, dass die 60 Minuten schon abgelaufen sind. Weil wir kurz vorm Ziel stehen, gewährt er uns einen Bonus von weiteren zehn Minuten. Jetzt heißt es, keine Zeit mehr verlieren. „Guckt mal die Symbole da. Die passen sicher zu denen“, fällt mir auf und ich fange an, zu drängen. Zu hoch ist der Anspruch, den Raum doch noch vor Ablauf der Zeit, die uns wie Sand durch die Finger rinnt, zu verlassen.

 Der „Dracula“-Raum im Escape-Room Saarlouis.
Der „Dracula“-Raum im Escape-Room Saarlouis. Foto: Tom Peterson
 Der Anbieter „Escape-Rooms Saarlouis“ befindet sich in der Provinzialstraße 1 in Lisdorf.
Der Anbieter „Escape-Rooms Saarlouis“ befindet sich in der Provinzialstraße 1 in Lisdorf. Foto: Tina Leistenschneider

Gemeinsam tüfteln wir an der Lösung, „guck mal, das steht falsch rum“, entdeckt Tom. Voller Ehrfurcht betrachten wir allerdings die vier Särge, mit denen wir bislang nichts gemacht haben. „Müssen wir da etwa rein?“, rätselt Tom. „Ich gehe da rein“, traut sich Nicole. Auch Aline und Tom wagen es und finden des Rätsels Lösung. Danach sind es nur noch wenige Handgriffe, bis unsere Tür in die Freiheit aufspringt. Wir haben es geschafft. Zwar nicht in 60, aber in 72 Minuten. Immerhin.