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So bereitet sich der Kreis Saarlouis auf den Zensus 2022 vor

Nächste Volkszählung steht an : Saarlouis bereitet sich auf den Zensus vor

Das Landratsamt bereitet sich bereits auf den Zensus 2022 vor. Dazu wird eine Erhebungsstelle eingerichtet, die Sandra Hoen leitet.

Zum Stichtag 15. Mai 2022 wird der wegen Corona um ein Jahr verschobene Zensus durchgeführt. Bereits jetzt bereitet man sich im Landratsamt auf die bundesweite Volkszählung vor. Saarlouis ist der erste saarländische Landkreis, der bereits zum 1. Juli eine Erhebungsstelle eingerichtet hat. Mit der Leitung wurde Sandra Hoen beauftragt.

Die 51-Jährige hat bereits ausreichend Erfahrung gesammelt mit der umfassenden Erhebung von Bevölkerungszahlen und soziodemografischen Basisdaten wie Bildung, Erwerbstätigkeit oder Wohnsituation. Beim letzten Zensus im Jahr 2011 war die derzeitige Mitarbeiterin der Kreispolizeibehörde als stellvertretende Leiterin der Erhebungsstelle eingesetzt. Von daher weiß sie, dass „wieder eine Mammutaufgabe zu stemmen“ ist. Unterstützung bekommt Hoen noch durch eine Stellvertreterin oder einen Stellvertreter und eine Bürokraft. Beide Stellen sind derzeit aber noch nicht besetzt.

Dagegen sind die benötigten Räumlichkeiten für die große Aufgabe am Luxemburger Ring bereits angemietet. Beide Maßnahmen sind gesetzlich vorgeschrieben, da die Erhebungsstelle personell, räumlich und organisatorisch von der Landkreisverwaltung getrennt sein muss. Weisungsbefugnis hat nur Patrik Lauer, Landrat von Saar­louis, fachlich ist die Stelle dem Statistischen Landesamt unterstellt. Das Amt hat im Saarland die Federführung bei der Durchführung des Register-gestützten Zensus. Bis zum 1. Oktober müssen alle Landkreise ihre Erhebungsstellen vollständig eingerichtet haben. Deren Mitarbeiter sollen im Herbst durch das Landesamt geschult werden.

Bis dahin will Sandra Hoen die personellen und organisatorischen Voraussetzungen für den Zensus im kommenden Jahr geschafft haben. Dazu gehört die Einteilung des Landkreises in etwa 300 bis 350 Erhebungsbezirke. Für diese Bezirke müssen dann im Oktober sogenannte Erhebungsbeauftragte geworben werden. Diese werden dann ebenfalls für ihre Aufgabe, eine Zufalls-Stichprobe von etwa zehn Prozent der Haushalte zu befragen, geschult. 2011 waren es im Kreis Saarlouis rund 28 000 Menschen, die von den 350 Beauftragten befragt wurden.

Dazu kommt die Befragung von Sondereinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften wie Alten- und Pflegeheime oder Studenten- und Asylbewerber-Unterkünften. Im Jahr 2011 waren es 1677 Personen, die hier befragt wurden. Insgesamt besteht die Zensus-Erhebung sogar aus vier Elementen. Für den Abgleich der Melderegister und die Befragung der Immobilienbesitzer ist das Statistische Landesamt des Saarlandes selbst zuständig. Bis Herbst kommenden Jahres wird der Erhebungszeitraum wohl dauern, schätzt Hoen. Geklärt werden muss auch noch, wie sowohl bei den Schulungen in diesem sowie den persönlichen Befragungen im nächsten Jahr die Hygiene-Auflagen in Zeiten von Corona aussehen.

Die Befragung, zumindest die Personenfeststellung, müsse auf jeden Fall vor Ort stattfinden. Die Beauftragten werden sich mit einem Kärtchen im Briefkasten ankündigen, einen Termin vereinbaren und dann die Haushalte aufsuchen. Der Fragebogen könne jedoch abgegeben und dann online ausgefüllt werden. Zur Auskunft seien die Bürger aber gesetzlich verpflichtet, notfalls müsse ein Mahnverfahren von der Erhebungsstelle eingeleitet werden, versichert Hoen. Nach der Erhebung erfolge die Auswertung der Daten, deren Abschluss voraussichtlich erst im Frühjahr 2023 vermeldet werden könne.

Nach der Auswertung des letzten Zensus 2011 titelte die Saarbrücker Zeitung: „Fast 5000 Leute sollen verschwunden sein.“ Damals hatte die Erhebung im Landkreis deutlich geringere Bevölkerungszahlen ergeben als die offizielle Statistik. Wenn die neuen Ergebnisse im Frühjahr 2023 feststehen, werden die Zahlen wohl erneut konkrete Auswirkungen für Politik und Verwaltung in Deutschland haben. So hängen etwa die finanziellen Schlüsselzuweisungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen oft von den Bevölkerungszahlen ab. Mehrere Kommunen im Saarland hatten nach dem letzten Zensus geklagt, unter anderem verlor die Stadt Saarlouis erhebliche finanzielle Zuweisungen, die Stadt Merzig sogar den Posten des Oberbürgermeisters.

Die Kosten für den Zensus trägt der Bund, der die Mittel auf der Basis eines Verteilungsschlüssels an die Länder und diese an die Landkreise vergibt.