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Verein in Dillingen hilft August Mansion von The Silver gegen Krebs

Kassen zahlen nicht für begleitende Behandlung : Saarlouiser Musiker kämpft um erträgliche Chemotherapie

Eigentlich gehören Bühne und Gesang für Gustl Mansion von der Band „The Silver“ zum Leben dazu. Doch das ist aufgrund seiner Krebserkrankung nicht möglich, zumal dem 66-Jährigen die Chemotherapie schwer zu schaffen macht. Appetit und Gewichtszunahme bringt ihm eine ergänzende Behandlung. Doch die versetzt ihn und seine Ehefrau in eine schwierige Lage.

Zwei Mal pro Jahr ist August „Gustl“ Mansion immer mit seiner Band auf dem Beckinger Fußballgolf aufgetreten, um ihre Gage krebskranken Kindern zu spenden. Doch nun ist an Auftritte mit Rocksongs und Oldieliedern vor Publikum nicht zu denken, an Singen schon gar nicht. Mansion ist froh, dass er sprechen kann und wieder mehr als 70 Kilo wiegt. Und doch hat er ein Ziel. „Meine große Hoffnung ist, dass ich wieder mit der Band auftreten und mit meinen Töchtern singen kann“, sagt er mit leiser Stimme.

Auftreten und singen, das gehört für den Frontmann und Gitarristen der Band „The Silver“ eigentlich zum Leben dazu. In den 80er Jahren hat er im Ludwigsparkstadion vor 30 000 Leuten „Super FCS“ gesungen, nach der Band „The Grafities“ in den 90ern folgte die Oldieband „The Silver“, mit der unter anderem regelmäßig bei der Dillinger Herbstsause auftrat und mehrfach die Aktion auf dem Beckinger Fußballgolf anging. Auch als Karnevalsprinz von der HKG Heusweiler ist er bekannt.

Doch im Frühjahr hat den 66-Jährigen eine folgenschwere Diagnose ereilt: Adenokarzinom in der rechten Lunge, mit Metastasen am Herzbeutel und Pankreasschwanz sowie Lymphknotenbefall. Krebs also. Seitdem unterzieht er sich einer Chemo- und Immuntherapie in einer Heidelberger Klinik. Der Schock saß auch für seine Ehefrau Andrea und die drei Kinder tief – erst recht, als auch noch die Nebenwirkungen der Chemotherapie kamen. „Gustl hatte sehr schlimme Nebenwirkungen, er konnte nach den Chemos tagelang nichts trinken und nichts essen“, erinnert sich Andrea Mansion. Sorgen hat ihr der starke Gewichtsverlust bereitet, vor der Chemotherapie habe ihr Mann 86 Kilo gewogen, dann nur noch 65 Kilo.

Dass er wieder essen und trinken kann, Appetit hat und inzwischen 74 Kilo auf die Waage bringt, schreibt das Ehepaar einer Komplementärmedizinischen Behandlung unter anderem mit Vitaminen zu, und auch dem Einsatz von Cannabidiol-Öl.

„Es geht mir damit auf jeden Fall besser“, sagt August Mansion. Ehefrau Andrea bestätigt: „Seitdem geht es ihm richtig gut, er ist nach der Chemo nur noch vier bis fünf Tage schlapp.“ Zuletzt bekam das Paar die frohe Nachricht, dass am Pankreasschwanz und am Herzbeutel keine Metastasen mehr sind. „Die Ärzte konnten sich das nicht erklären, und Gustl hat vor Freude im Krankenhausflur getanzt“, sagt Andrea Mansion.

Damit August Mansion die Chemotherapie besser verträgt, braucht es fünf bis sechs Sitzungen mit hochdosiertem Vitamin C im Monat, wobei schon eine Sitzung rund 250 Euro kostet. Allerdings zahlen die Krankenkassen diese Komplementärmedizinische Behandlung nicht. Dazu kommen Zusatznahrung, die das Paar auch selbst übernehmen muss, da August Mansion die von der Krankenkasse gestellte Nahrung nicht verträgt, und Cannabidiol-Öl. Komplementäre Heilverfahren können vielfach Befinden und Lebensqualität der Betroffenen unterstützen.

 August „Gustl“ Mansion hat mit seiner Band schon mehrere Benefizkonzerte für krebskranke Kinder gegeben. Nun braucht er selbst Hilfe.
August „Gustl“ Mansion hat mit seiner Band schon mehrere Benefizkonzerte für krebskranke Kinder gegeben. Nun braucht er selbst Hilfe. Foto: Mansion

Um das Geld für die zusätzliche Therapie aufzubringen, hat das Paar bereits einiges versucht: Über den Verein Herzensengel kam eine erste Spende zusammen, über die Internetplattform Betterplace wurde ein weiterer Spendenaufruf gestartet. Doch es reicht nicht. „Wir können die Therapie nicht mehr weiter machen, da das Geld von der Spende aufgebraucht ist“, berichtet Andrea Mansion. Die Dillinger Initiative „Hilfe für Einzelschicksale international“, die schon vielen in Not Geratenen half, ist mit einer kleinen Spende zur Überbrückung in Vorlage gegangen. „Wir hoffen nun, dass wir noch Spenden bekommen, um mehr Geld geben und auch effektiv helfen zu können“, sagt Ilona Ghodstinat, erste Vorsitzende des Vereins. Weil Eigenmittel und Spenden nicht reichen, um die Kosten zu decken, war es bei den Mansions schon eng. Die Familie hat einige Rückstände, die sie noch zahlen muss.

Die Komplementärmedizinische Behandlung aber will das Paar auf keinen Fall abbrechen müssen. Und hofft deshalb innig auf Spenden. „Wenn da etwas zusammenkommt, das wäre für mich der Hammer“, sagt August Mansion, Karnevalsprinz und Band-Frontmann und seit ein paar Monaten eben auch Krebspatient.

Spendenkonto: Initiative „Hilfe für Einzelschicksale international“, IBAN: DE44 5935 0110 0224 5077 72, BIC: KRSADE55 (Kreissparkasse Saarlouis), Verwendungszweck „Gustl“. Weitere Informationen unter www.einzelschicksale.webnode.com