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Weihnachtswünsche-Aktion: 600 Senioren in Saarlouis bekommen Geschenke

Geschenkeaktion : So werden Senioren sehnliche Weihnachtswünsche erfüllt

Ältere Menschen, die in Pflegeheimen oder allein zu Hause leben: Wer beschenkt sie? Dazu haben sich Organisatoren zu einer Aktion zusammengetan. Und es kam ein großer Berg an Geschenken zusammen.

Die Aktion „Seniorenweihnachtswünsche im Kreis Saarlouis“ geht in die vierte Runde. Weit über 600 verpackte Geschenke für einsame Senioren, die im Pflegeheim oder von ambulanten Hilfsdiensten versorgt werden, haben die Helfer der Aktion von Geschenkpaten erhalten und werden sie in der kommenden Woche verteilen. „Gerade nach dieser turbulenten und teilweise schwierigen Zeit haben wir es doch wieder geschafft, vielen Senioren zu Weihnachten einen Wunsch zu erfüllen“, freut sich Aline Geyer, die die Aktion mit ihrer Firma Becker-Gruppe in Saarlouis von Beginn an im Kreis Saarlouis unterstützt.

Die Idee hinter der Aktion, die es bundesweit gibt, aber die im Saarland immer noch einzigartig ist: Senioren zu Weihnachten mit einem kleinen Präsent eine Freude zu machen. Die älteren Menschen, die einsam im Heim oder allein zu Hause leben, werden von ihren Betreuern nach einem Wunsch gefragt werden, und Fremde erfüllen diesen als Geschenkpaten. Zusammengeführt werden Wunsch und Schenkender dabei über eine Facebook-Gruppe, der im Raum Saarlouis inzwischen schon über 1900 Menschen angehören.

Mit den drei Altenpflegeeinrichtungen der AWO in Saarlouis und in Nalbach sowie St. Nikolaus in Wallerfangen kooperieren die Weihnachtswichtel nun schon mehrere Jahre, auch der Fahrbare Mittagstisch des DRK in Saarwellingen und die Pflegebienen in Friedrichweiler waren im vergangenen Jahr schon Partner der Aktion; sie schlagen aus ihrem Kundenkreis Menschen vor, die vereinsamt und mitunter auch bedürftig sind. 2021 kamen noch zwei weitere Heime der AWO dazu: „Wir haben dieses Jahr noch Wünsche der Senioren in der AWO Lebach und AWO Heusweiler erfüllt“, berichtet Geyer. „Dadurch hatten wir nochmal 100 Wünsche mehr zu verteilen.“

 Sie helfen kräftig mit bei den „Seniorenweihnachtswünschen“ (von links): Aline Geyer, Prokuristin der Mathias Becker e.K., Julia Harenz, Thomas Kammer, Janine Fleming und Christina Blume.
Sie helfen kräftig mit bei den „Seniorenweihnachtswünschen“ (von links): Aline Geyer, Prokuristin der Mathias Becker e.K., Julia Harenz, Thomas Kammer, Janine Fleming und Christina Blume. Foto: Becker-Gruppe

Aber die Hilfsbereitschaft der Geschenkpaten ist ungebrochen, freut sie sich: „Trotz Corona waren die Mitglieder unserer Facebook-Gruppe wieder sehr motiviert und jeder Wunsch hat einen Paten gefunden.“ Die Geschenke werden hüsch verpackt und nummeriert bei der Firma Becker in Saarlouis und bei der Firma Sacksteder in Fraulautern abgegeben und bis zur Verteilung gelagert. Sollte bei den über 600 Päckchen doch mal eines ausfallen, springen die Helfer der Aktion selbst ein: „Niemand soll leer ausgehen“, betont Geyer.

Doch die Bereitschaft, jemandem, dem man gar nicht kennt, einen Wunsch zu erfüllen, ist hoch, stellen die Organisatoren jedes Jahr wieder freudig fest.  Auch dieses Mal fanden die „Seniorenweihnachtswünsche“ im Kreis Saarlouis noch mehr Mit­macher: „Dieses Jahr konnten wir über 600 Wünsche erfüllen“, freut sich Geyer. Bei der Premiere 2018 waren es noch 150.

Die einzelnen Wünsche sind oft bescheiden bis berührend: Lebensmittel und Kaffee zum Beispiel, wenn sich die Älteren dies selbst nicht leisten können, warme Handschuhe oder Pralinen. Ein Trainingsanzug, Massageöl, Parfüm. Aber auch sehr oft, schildert Geyer, „selbstgebackene Plätzchen“; sie weiß: „Dass jemand etwas nur für sie macht, freut manche Senioren sehr.“ Manche Spender legen dem Päckchen auch eine liebe Karte bei mit einem Foto oder ihrer Telefonnummer, manchmal ergibt sich so auch ein Kontakt außerhalb der Weihnachtszeit. Einen besonderen Wunsch hat Geyer auch in diesem Jahr entdeckt: Ein 32-Jähriger, der wegen einer schweren Erkrankung in einem Pflegeheim lebt, hat sich ein großes Lego-Set gewünscht. Natürlich bleibt auch dieser Wunsch nicht offen.

„Dieses Jahr können wir wegen Corona die Geschenke leider wieder nicht selbst verteilen“, bedauert Geyer, „das übernimmt dann das Pflegepersonal bei der jeweiligen Weihnachtsfeier im Heim.“ Die Übergaben, kontaktarm und natürlich mit Maske, haben bereits Anfang dieser Woche in Nalbach begonnen. Aber in strahlende Gesichter können die Organisatoren und Schenkenden dennoch blicken: „Wir bekommen wie im letzten Jahr Fotos von den Feiern geschickt“, erzählt Geyer, „die laden wir auch in der Gruppe hoch, damit die Paten sehen, dass ihre Geschenke angekommen sind.“