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Weniger Schüler fahren Bus mit der KVS im Kreis Saarlouis wegen Corona

Schulbusverkehr im Kreis Saarlouis : „Im Schulbus kann man nicht Abstand halten“

KVS spürt im Kreis Saarlouis noch „gewisse Zurückhaltung“ bei der Busnutzung – Kontrolle der Maskenpflicht läuft bisher erfolgreich

Die Schule hat wieder begonnen und damit ist auch der größte Teil der Fahrgäste der Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis (KVS) zurück: Von den rund sechs Millionen Fahrgästen, die die KVS im Jahr befördert, sind die meisten Schüler.

Wie jedes Jahr warten nach den Sommerferien zunächst einige Überraschungen, schildert KVS-Sprecherin Silvia Paulus: „In den ersten Tagen und Wochen des neuen Schuljahres muss immer nachjustiert werden, weil je nach Stundenplänen manche Linien plötzlich stark ausgelastet oder auch überlastet sind.“ Je nach den Rückmeldungen von Fahrgästen selbst oder deren Eltern, aber auch von den jeweiligen Fahrern werden dann größere oder zusätzliche Busse eingesetzt.

Jenseits des Üblichen kommen in diesem Jahr aber durch die Corona-Pandemie weitere Herausforderungen auf die Busbetriebe zu. Denn fest steht: „Vor allem im Schulbus kann meistens kein Abstand eingehalten werden“, weiß Alexander Hennrich, stellvertretender kaufmännischer Leiter der KVS. „Deshalb haben wir ja auch die Maskenpflicht.“

Zusätzlich musste die KVS weitere Schutzmaßnahmen ergreifen: Alle 73 eigenen Busse wurden nun nachgerüstet mit Schutzscheiben für die Fahrer, berichtet Hennrich. Kurios: Durch den Einbau benötigten alle Fahrzeuge eine neue Betriebserlaubnis der Zulassungsstelle. Für die KVS „personell und zeitlich sehr aufwändig“, der finanzielle Aufwand durch das Material sei nicht besonders hoch gewesen, erklärt Hennrich; wie hoch genau, kann er noch nicht sagen.

Dazu kommen rund 10 000 Euro für zusätzliche Reinigung und Desinfektion in den Bussen, Sicherheitskräfte am ZOB (Zentralen Omnibusbahnhof) oder die Infokampagne, bei der die KVS diese Woche in Saarlouis und Lebach speziell Schüler über die Corona-Regeln aufklärte. Dabei wurden neben Flyern rund 4000 Bandana-Tücher, die auch als Mund-Nasenschutz getragen werden können, sowie Handreinigungsmittel verteilt, berichtet Paulus.

Wer eine Mund-Nasenbedeckung verweigert, wird nicht mitgenommen. Das sei bisher noch nicht vorgekommen, sagt Paulus, „allerdings hören wir von den Fahrern, dass manche Fahrgäste mehrfach aufgefordert werden müssen“. Einzelfälle, meint sie: „Die meisten Fahrgäste sind sehr diszipliniert, auch die Schüler.“

Wer seine Maske vergessen hat, kann beim Fahrer nach einer Einwegmaske fragen oder auch in den KVS-Kundenzentren in Saarlouis und Lebach. Trotz Maske gilt: Nach Möglichkeit soll der Abstand zu anderen Fahrgästen und Fahrern eingehalten werden.

Seit 1. Juli ist ein externer Dienstleister zur Kontrolle von Fahrausweisen und Maskenpflicht bei der KVS im Einsatz (die SZ berichtete). Kontrolliert wird regelmäßig, auch abends und am Wochenende, auf allen 42 Linien im KVS-Netz. Denn gerade das Schwarzfahren habe in den gut sechs Wochen, in denen kein Fahrscheinverkauf im Bus möglich war und auch keine Kontrolle erfolgte, stark zugenommen. Seit Beginn der verstärkten Kontrollen wurden nun schon etwa 30 „erhöhte Beförderungsentgelte“, also Strafen für das Schwarzfahren, in Höhe von 60 Euro eingefordert, sagt Hennrich. Bei der Kontrolle der Maskenpflicht seien keine besonderen Vorkommnisse bekannt geworden, allerdings müssten Kontrolleure wie auch Fahrer manche Fahrgäste immer wieder zum Tragen anhalten, weiß auch er.

Insgesamt stellt Hennrich fest: „Von der üblichen Beförderungsleistung sind wir immer noch weit entfernt, es fahren viele noch nicht wieder mit dem Bus, da gibt es eine gewisse Zurückhaltung.“ Auch Schüler würden zurzeit vermehrt mit dem Auto gebracht oder seien zu Fuß und mit dem Rad unterwegs, beobachtet er als Auswirkung der Corona-Pandemie.