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Saarland: Umweltministerin verteidigt Rodung von Allee bei Elm

Nach Kritik der Saar-Grünen : Umweltministerin verteidigt geplante Allee-Fällung bei Elm

Durch einen fatalen Planungsfehler wurden 27 Winterlinden entlang der L140 bei Elm schwer beschädigt. In der Diskussion um die geplante Rodung verteidigte die saarländische Umweltministerin Petra Berg (SPD) jetzt das Vorgehen des Landesbetriebs für Straßenbau.

Die saarländische Umweltministerin Petra Berg verteidigt die geplante Allee-Fällung bei Elm. Demnach plane der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) im Rahmen der Grundsanierung der L140 bei Elm eine neue Allee anzupflanzen. Der jetzige Bestand erfülle darüber hinaus auch nicht mehr die Merkmale einer wirklichen Allee. Diese definiere sich durch eine beidseitig angelegte gleichaltrige Baumreihe. Bei den vor kurzem bei Bauarbeiten beschädigten Winterlinden an der L140 sei dies jedoch „nicht mehr der Fall“, wie es aus dem von Berg geführten Umweltministerium heißt.

Ministerin Berg: Neugestaltung der Allee „in enger Abstimmung“ mit Gemeinde und LfS

Die Ministerin konterte zudem die Kritik der Saar-Grünen, wonach die Gemeinde Schwalbach und die Öffentlichkeit nicht ausreichend in die Planungen des LfS mit eingebunden worden seien. „Die Gemeinde wurde Ende November direkt in den Prozess eingebunden, als klar wurde, dass die für die Verkehrssicherheit notwendigen Abstände bei der Baumaßnahme nicht ausreichen und in der Folge bei der erforderlichen grundhaften Erneuerung der Straße das Wurzelwerk der Bäume substanziell betroffen ist“, erklärte Berg auf Anfrage unserer Zeitung.

Auch habe sie sich mit dem Schwalbacher Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer in dieser Sache ausgetauscht. Demnach habe es „keinerlei Vorwürfe seitens der Gemeinde bezüglich des Beteiligungsprozesses“ gegeben. „Im Gegenteil: Wir werden die weitere Planung und die Neugestaltung der Allee in enger Abstimmung zwischen LfS, der Gemeinde und dem Umweltbeauftragten sowie meinem Haus angehen“, erklärte Berg.

Hundert Jahre alte Bäume wegen Planungsfehler beschädigt

Mitte Dezember 2022 hatte der Landesbetrieb für Straßenbau darüber informiert, dass infolge eines Planungsfehlers alle 27 Winterlinden entlang der Landstraße zwischen Elm-Sprengen und der Autobahn A8 am Wurzelwerk schwer beschädigt und infolgedessen entnommen werden müssen.

In der Öffentlichkeit wurde daraufhin das Vorgehen des LfS scharf kritisiert. Die Saar-Grünen werteten die vom Landesbetrieb vorgebrachten Argumente für die geplante Allee-Fällung als „vorgeschoben“ und forderten Umweltministerin Berg dazu auf, „strukturelle Veränderungen“ am LfS vorzunehmen.

LfS lehnt Angebot zur Überprüfung der Bäume von Experten ab

Ähnlich kritisch hatte sich auch der saarländische Baumsachverständiger Wolfgang Lehnen geäußert, der dem LfS vorwarf, es sich insbesondere in fachlicher Hinsicht „hier sehr einfach“ zu machen. So sei derzeit überhaupt nicht endgültig geklärt, ob wirklich alle beschädigten Bäume in ihrer Standsicherheit gefährdet seien. Denn gängige Methoden zur Überprüfung der Standsicherheit, wie etwa das sogenannte Zugverfahren, seien laut Lehnen „gar nicht umgesetzt wurden“. Sein Angebot, dieses gegebenenfalls auch kostenlos für den LfS zu prüfen, ist indes abgelehnt worden.

Der LfS begründete dies gegenüber unserer Zeitung damit, dass eine solche Überprüfung lediglich „eine Momentaufnahme darstellen“ würde. Das Verfahren würde daher nicht dazu beitragen, „dass der LfS seiner Gewährleistungspflicht nachkommen kann, was die Verkehrssicherheit anbelangt“, hieß es. Zudem verwies der LfS erneut auf die schweren und teils tödlichen Unfälle entlang der Strecke in der Vergangenheit. Die geplanten Ersatzpflanzungen in einem angemessenen Sicherheitsabstand würden dahingehend „für Abhilfe sorgen“.

Allee soll noch vor März gefällt werden

Ein genauer Termin, wann die alten Winterlinden bei Elm jetzt gefällt werden, steht hingegen noch nicht fest. Nach Angaben des LfS und des saarländischen Umweltministeriums werde die Rodung des jetzigen Baum-Bestandes durchgeführt, „sobald alle naturschutzrechtlichen Genehmigungen und Befreiungen vorliegen, jedoch bis spätestens zum gesetzlichen Ende der Rodungsperiode Ende Februar 2023“. Die entsprechenden Anträge hierfür seien demnach bereits gestellt worden.