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Wichtig, Kontakt zu den Mitgliedern zu halten

Serie Hilfsdienste im Kreis Saarlouis : Wichtig, Kontakt zu den Mitgliedern zu halten

Die Ortsgruppe Hülzweiler des DRK kämpft mit der Pandemie. Die Hoffnung auf ein entspannteres nächstes Jahr gibt Hoffnung.

Das Rote Kreuz in Hülzweiler will gesehen werden. Je öfter die Helferinnen und Helfer im Ort präsent sind, desto besser. Denn der lokale Schwerpunkt sei besonders wichtig: „Unser DRK Ortsverein legt großen Wert darauf, in der Bevölkerung präsent zu sein, bei der Durchführung von Sanitätsdiensten und der Unterstützung der Feuerwehr bei größeren Einsätzen. Auch der Sozialdienst ist bei uns sehr gut ausgebaut“, erzählt Helga Rettler, die erste Vorsitzende.

Die Ehrenamtlichen betreiben eine kleine Kleiderkammer, zwei Seniorengymnastikgruppen und führten vor Beginn der Pandemie regelmäßige Kaffeenachmittage für ältere Menschen und Menschen mit Gehbehinderung durch. „Mit unserem rollstuhlgerechten Fahrzeug konnten wir Menschen mit Gehbehinderung eine Fahrgelegenheit zu unseren Kaffeenachmittagen, Krankenmessen und anderen Veranstaltungen anbieten. Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten ist es uns leider nicht möglich, diese Kaffeenachmittage mit gutem Gewissen anzubieten. Wir hoffen sehr, dass sich die Pandemie-Lage im Laufe des nächsten Jahres wieder so entspannt, dass solche Veranstaltungen gut und zur Zufriedenheit aller durchführbar sind. Nicht zu vergessen ist unsere Blutspende, wo wir in Hülzweiler pro Jahr irka 900 Blutspenden an vier Terminen sammeln“, berichtet die 68-Jährige. Im aktiven Dienst zählen die Helfer derzeit 14 Helfer, die durch 42 freie Helfer unterstützt werden. „Über die Jahre haben wir uns unseren Fahrzeugpark erarbeitet. Noch immer leistet unser Mannschaftstransportwagen aus dem Jahr 1981 treue Dienste. Des Weiteren besitzen wir einen Mannschaftstransportwagen aus dem Jahr 2001, der zusätzlich den Umbau zu einem Rollstuhltransportfahrzeug hat. Dieser erleichterte beim Hochwasser in der Eifel die Versorgung der Bevölkerung durch seine Ladekapazität enorm“, sagt die Hausfrau und zweifache Mutter. Beide Töchter sind aktiv im Ortsverein, worauf Rettler sehr stolz ist. „Im Jahr 2020 führten wir noch einige Sanitätsdienste bei Sportveranstaltungen und Fastnachtsveranstaltungen durch. Aufgrund der Pandemie wurden viele Veranstaltungen abgesagt. Unsere Gemeinde unterstützten wir bei der Ausgabe des Mund-Nasen-Schutzes für die Bürgerinnen und Bürger. Im Bereich der Blutspenden führten wir 2020 vier Termine durch, davon drei nach Beginn der Pandemie. Auf Landkreisebene unterstützten wir nach unseren Kräften beim Aufbau des Corona-Versorgungszentrums Saarlouis und des Impfzentrums“, erzählt die erste Vorsitzende.

„Die Corona-Pandemie stellte uns als Ortsverein vor neue Herausforderungen. So wurden aus Präsenz-Vorstandssitzungen kurzerhand Online-Vorstandssitzungen. Obwohl eine ganze Weile keine persönlichen Treffen stattfinden konnten, war es den Mitgliedern wichtig, den Kontakt zu halten. Auch und vor allem zu den Helfern, die phasenweise nicht zum Einsatz kommen durften, weil sie zu einer Risikogruppe gehören“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. „Im Jahr 2021 konnten wir zu Beginn nur die Blutspenden durchführen. Diese waren ausdrücklich gestattet. Die Durchführung von Gruppenstunden ist seit geraumer Zeit unter Einhaltung der Hygieneregeln auch wieder möglich. In naher Zukunft werden unsere Seniorengymnastikgruppen ihren Betrieb, in angepasster Form, wieder aufnehmen. Durch die Corona-Pandemie hat sich für uns vor allem die Anzahl der Sanitätsdienste vermindert, da viele Veranstaltungen anderer Vereine nicht stattfanden. Außerdem wurde es für uns auch schwerer, manchmal unmöglich, einen kontinuierlichen Übungsbetrieb aufrecht zu erhalten“, sagt Rettler. Durch die geringere Zahl an Diensten hatten die Helfer mehr Freizeit, die sie anderweitig nutzten. Dadurch fällt es auch mittlerweile schwerer, sich zu Hause freizuschaufeln. Wie in den meisten gemeinnützigen Vereinen werden die Mitglieder aus Hülzweiler nicht von Interessenten überrannt, aber sie werden durch viele freie Helfer unterstützt. Leider gibt es kein Jugendrotkreuz mehr, da der Gruppenleiter beruflich und familiär bedingt, diese verantwortungsvolle Aufgabe nicht mehr leisten kann. „Unsere Ziele bestehen vor allem darin, den Zusammenhalt unseres Ortsvereins zu stärken, unsere Gruppenstunden wieder regelmäßig durchzuführen und für die Bevölkerung da zu sein, wenn wir gebraucht werden“, sagt  sie.