1. Saarland

Schule als sozialer Ort leidet durch Corona

Die Pandemie beschädigt das Schulleben : Warum das soziale Miteinander an Schulen während Corona zu kurz kommt

Der Schulalltag hat sich auch im zweiten Jahr der Pandemie noch nicht wieder normalisiert. Maskenpflicht und Kohorten-Trennung machen den Kindern zu schaffen.

Mama, ich hab’ Leo in der Pause gesehen! Wir haben uns für morgen an der Rutsche verabredet!“ Leo ist der beste Freund meines Sohnes. Er trifft ihn regelmäßig nachmittags, aber seit der Einschulung vor über einem Jahr, haben beide bisher noch nie auf dem Schulhof zusammen gespielt. Bis jetzt. Zumindest die Trennung der Grundschüler nach Kohorten ist draußen nun aufgehoben. Wen interessiert das, könnte man nun fragen? Alle Eltern, deren Kinder seit eineinhalb Jahren keinen „normalen“ Schulalltag mehr haben. Und die Pädagogen, denen die Corona-Verbote die Arbeit sehr erschweren. Deshalb sind es auch diese „kleinen“ Erleichterungen, die zählen.

Untereinander kennt man sich kaum. Es gibt auch im Jahr zwei der Pandemie immer noch keine Klassenfeste, kaum bis gar keine Schulaktivitäten – und in der Regel keinen Zutritt für Eltern ins Gebäude. All das soll sich nun schrittweise ändern. Und es wird höchste Zeit! Denn gewachsene Strukturen im schulischen Umfeld bröckeln, Elternarbeit ist kaum noch möglich.

Corona hat die Schule als sozialen Lern- und Lebensort schwer beschädigt, das soziale Miteinander kommt viel zu kurz. Gut, dass Schulen im Rahmen des Corona-Aufholprogrammes nicht nur Nachhilfe anbieten, sondern auch Aktivitäten im emotional-sozialen Bereich. Es darf ruhig mal der Kletterpark sein fürs Teambuilding in Klassen. Dort kommt man mal wieder ohne Maske miteinander in Kontakt. Während die Maskenpflicht im Unterricht gerade bis Ende Oktober verlängert wurde. Die Schüler werden die letzten sein, die die Masken ablegen. Auch dafür und für ihre (wenn auch nicht ganz freiwillige) Solidarität sollte man ihnen so viele Freiräume wie möglich schaffen.