1. Saarland

Sprungpark Saarbrücken mit seinen vielen Trampolinen auf 3000 Quadratmetern

Serie Abenteuer in der Region : Nochmal Kind sein im Trampolin-Park

Ein Tag im Sprungpark Saarbrücken hört sich nach simplem Spaß an. Doch so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist das Trampolin-Springen ganz und gar nicht. Und stellte sich für die Autorin als die bisher größte Herausforderung innerhalb der Sommer-Serie heraus.

Easy, dachte ich noch, als ich den Termin zum Springen in der Sprunghalle Saarbrücken abgemacht habe. Nach einem Fallschirmsprung oder dem ersten Mal Tauchen habe ich es mir auf Trampolinen eher entspannt vorgestellt. Falsch gedacht. Bereits nach zehn Minuten bin ich schweißgebadet. Und schaue neidisch auf die Kinder um mich herum, die die verrücktesten Salto-Sprünge zeigen. Auf dem 300 Quadratmeter großen Free Jump Feld, sind mehr als 30 eckige Trampoline mit Schaumstoffflächen voneinander abgetrennt. So kann ich von einem zum nächsten Feld hüpfen – zumindest könnte ich das, wenn ich mich trauen würde. Eine irrationale Angst, die Flächen zwischen den Feldern nicht überspringen zu können, hält mich davon ab. Vielleicht ein Überbleibsel aus den traumatischen Erfahrungen im Schulsport, als ich als kleinere Person keine Chance hatte in Disziplinen wie Hoch- oder Weitsprung.

So schaffe ich es auch heute  kaum eine gewisse Mindesthöhe beim Springen zu erreichen. Geschweige denn, die zirka einen Meter breiten Schaumstoffmodule zu überspringen. Und dass „der Boden“ nicht stabil ist, das Trampolinfeld ja quasi immer wackelt, sobald man drauf steht, entpuppt sich als ungeahnte Herausforderung für mich. 

Also versuche ich es mal beim Basketballfeld, da gibt es immerhin keine „angsteinflößenden“ Schaumstoffmodule, sondern nur eine große Sprungfläche  und den Basketball-Korb. Den ich trotz Höhenunterstützung des Trampolins kein einziges Mal treffe. Ich gebe auf und versuche mich an dem Hindernis-Parcours, der aus schwingenden Stäben und kleine Reifen an Seilen besteht und über einer weichen Ebene aus Luftkissen hängt, falls man doch abstürzt. Was ich natürlich auch gleich tue. Mehr als zehn unterschiedliche „Action-Bereiche“ gibt es hier insgesamt. Vor der Abrissbirne hab ich schon vom Zusehen Angst. In einer Art runder Arena hängt in der Mitte eine riesige Stoff-Abrissbirne. Auf Podesten über einer weichen Luftkissenfläche versuchen sich die Mitspieler gegenseitig per Abrissbirne herunterzustoßen. Sogar eine Boulder-Wand gibt es. Ohne Sicherung kann man hier wie in einer Kletterhalle klettern, zumindest wenn man etwas mehr Muskulatur als ich in den Armen hat. Zum Glück falle ich weich, in ein Meer aus Schaustoffkissen.

Noch mehr Glück ist es, dass ich nach zirka 30 Minuten Clara Loytved begegne. Sie ist zehn Jahre alt und quasi der Star der ganzen Halle. Profimäßig nimmt sie Anlauf und springt im grazilen Salto in die weiche Landeebene am Ende einer ganzen Bahn aus Trampolinen. „Sie ist wirklich richtig gut“, sagt Wolfgang Loytved, ihr Vater. Er betreut heute zehn Kinder, die zum Geburtstag des achtjährigen Justus hierher eingeladen wurden. Justus ist Claras kleiner Bruder. So sportlich wie seine Schwester springt er zwar noch nicht, im Vergleich zu meinen Sprüngen zeigt er aber echtes Talent. Beeindruckt schaue ich zu, wie sich mehr und mehr Kinder um uns sammeln und mir Schrauben in der Luft, Spagat-Sprünge und „Köpper“ vorspringen.

Inspiriert versuche ich es nun auch nochmal und finde sogar Gefallen daran, mich von einer der längeren Trampolinstrecken mit Anlauf in die Schaumstoffkissen dahinter fallen zu lassen. Bei mir sieht es meistens wirklich eher nach Fallen, als nach Springen aus. Mir wird deutlich, wie befreit und mit welcher Leichtigkeit die Kids das machen. Als Erwachsener hat man da wohl einfach schon zu viele Hemmungen und Ängste angehäuft, die man für solche Sprünge erst mal überwinden muss. Eine Gelegenheit sich mal wieder selbst wie ein Kind zu fühlen, den Kopf auszuschalten und sich einfach zu trauen. Wie anstrengend das ist, hätte ich allerdings nie vermutet. Das gelingt mir aber nur bedingt. Und bin froh, dass ich – mittlerweile völlig durchgeschwitzt – erst mal zuschauen kann. Wer auf 2000 Quadratmetern Kalorien wegspringen möchte, ist hier jedenfalls richtig. Völlig „durchdrehen“ könnte man zum Beispiel im Walljump, einer Kabine umrundet von Trampolin, damit man sogar gegen Wände springen kann.

Die Kinder hier genießen jede Minute der Sprungzeit. Diese wird über farbige Armbänder markiert. Damit wird zurzeit auch kontrolliert, dass nicht zu viele Menschen in der Halle sind. Ein Muss sind auch Sprungsocken mit Gummiverstärkung unter der Sohle, die man am Eingang kaufen kann. Damit habe ich eigentlich den perfekten Halt auf den Sprungflächen.

Trotzdem bin ich immer noch eher wackelig auf den Beinen und nach einer Dreiviertelstunde völlig erschöpft. Sehr zum Vergnügen der Kinderrunde, die mir mitleidig versucht das Salto-Springen beizubringen. „Ich war schon auf dem Geburtstag einer Freundin hier und hab meinem Bruder davon erzählt, weil ich es so toll fand hier“, sagt Energiebündel Clara. Wer hier seinen Geburtstag feiern möchte, bekommt Rabatt auf die Sprungzeit von 60, 90 oder 120 Minuten und ein Getränk dazu. Kinder-Menüs können auch dazu gebucht werden.

Sprungpark Saarbrücken mit seinen vielen Trampolinen auf 3000 Quadratmetern
Foto: Oliver Dietze

„Es kommen nicht nur Kindergeburtstage her. Es gibt ganze Vereine, die regelmäßig kommen“, sagt Jeanette Dahl, Sprecherin der Sprunghalle. Natürlich müsse man auch eine gewisse Grundfitness mitbringen. „Thomas Mezger, der Geschäftsführer von der Sprungpark.de GmbH ist schon seit drei Jahrzehnten Hersteller, Vermieter und Betreiber von Sportgeräten und Freizeitanlagen. Deshalb kam die Idee fast nebenbei, Kindern und junggebliebenen Erwachsenen ein solches Angebot zu machen. Da er selbst Vater ist und verschiedene Sportarten aktiv betreibt“, erzählt Dahm. Er betreibt den Sprungpark in Saarbrücken seit 2019 und noch einen weiteren in Remchingen bei Karlsruhe. Kommen denn auch mal andere Erwachsene außer mir? „Es gibt auch einige Berufskollegen, die hier zum Beispiel Firmenfeiern machen. Und fit bleibt man als Erwachsener auf jeden Fall, wenn man regelmäßig kommt.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hoch hinaus in der Trampolin-Halle