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A1: Baustelle an der Autobahn bei Hasborn dauert länger – wegen Rechenfehler

Wie lange müssen Autofahrer noch Geduld haben? : A1-Baustelle bei Hasborn dauert länger: Schlechtes Wetter – und ein Rechenfehler

Die Sanierung des A1-Teilstücks bei Hasborn samt der Autobahn-Brücke dauert deutlich länger. Grund ist das schlechte Wetter im Sommer – und ein Rechenfehler mit Folgen. Was Autofahrer jetzt wissen müssen.

Es geht zwar voran. Aber stockend. Denn der Verkehr auf der Autobahn A1 bei Hasborn will nicht so recht frei fließen. Weil die Bauarbeiten auf besagtem Teilstück nicht so vorankommen wie urspünglich geplant. „Der Termin, zu dem wir vorgesehen hatten, die Baustelle abschließen zu können – Mitte September – werden wir nicht halten können“, sagt Klaus Kosok, Sprecher der für Planung und Ausführung verantwortlichen Neunkircher Außenstelle der bundeseigenen Autobahn GmbH.

„Wir hatten einen Sommer, der, ich will mal sagen, nicht sehr trocken war und der uns alleine vom Wetter her schon zurückgeworfen hat.“ Sprich, der viele Regen hat den Planern einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Das hat doch zu deutlichen Verzögerungen geführt.“ Gräben könne man ja ziehen bei schlechtem Wetter, aber Asphaltarbeiten wenn es zu stark regne nicht ausführen. „Man kann Asphalt nicht ins Wasser hinein legen. Dann würde er zu schnell abkühlen und nicht richtig abbinden. Und dann hat man nachher einen Qualitätsmangel, der sich dadurch bemerkbar machen würde, dass man in drei oder vier Jahren wieder rangehen müsste. Und das ist nicht Sinn einer so grundhaften Sanierung. Deren Zweck ist es ja vielmehr, dass dort praktisch ein komplett neuer Autobahnzug entsteht, gleichbedeutend mit einem Neubau.“

Hinzu komme, dass am Brückenbauwerk an der Anschluss-Stelle Hasborn, das im Zuge der Sanierungsarbeiten grundüberholt wird, deutlich mehr zu machen war, als zu Beginn der Arbeiten absehbar gewesen sei. „Da ist der Aufwand, den wir betreiben müssen, deutlich größer als wir vermutet hatten“, sagt Kosok. Was alles gemacht werden musste, „das hat man erst gesehen, als die Arbeiten bereits angelaufen waren“, berichtet der Autobahn-GmbH-Sprecher. Beispielsweise habe das Aufbringen des Spritzbetons zu Verzögerungen geführt – vor allem an den Widerlagern. Als Widerlager wird im Brückenbau gemeinhin der massive Unterbau bezeichnet, der den Übergang zwischen der Brückenkonstruktion und dem Erddamm herstellt. „Dann kann man sich vielleicht vorstellen, dass Abdichtungsarbeiten auf der Brücke sehr schwierig sind, wenn es nass ist.“ Und verregnet war der nun – zwar bei schönem Wetter – zu Ende gehende Sommer ja wohl reichlich. „Man muss günstige Witterungsbedingungen haben, damit das Zeug auch hält, wenn man es aufbringt. Wenn die Abdichtung nicht richtig hält und man macht da Asphalt drauf, löst sich irgendwann die feuchte Abdichtung vom Bauwerk und dann hat man Blasen im Asphalt und kann gerade wieder von vorne anfangen.“

Und dann kommt noch ein interner Fauxpas hinzu: „Bei den Arbeiten werden auch die Bankette, also sozusagen der unbefestigte Bordstein, auf denen die Schutzplanken montiert sind, neu gemacht. Ebenso werden die Schutzplanken komplett neu gestellt. Und bei der Angabe der Bauzeit haben wir vergessen, die Schutzpklanken-Montage hinzu zu addieren. Und die Beschilderung muss auch noch neu gemacht werden. Hätten wir diese Zeit mit einkalkuliert, wären wir sowieso schon bis Mitte Oktober zugange gewesen. Das war ein Kommunikationsproblem.“

Nun soll im späten Herbst alles fertig sein. „Als letzten Arbeitsschritt wollen wir die Schutzwand auf der Gegenseite abbauen und danach die Strecke freigeben. Es wird also – je nachdem, wie das Wetter jetzt weiter sein wird – November.“ Wenn alles gut laufe, könne zum Ende der ersten Novemberwoche die Baustelle geräumt werden und der Verkehr wieder rollen.

Gut ist, dass sich die Baukosten trotz aller zeitlicher Verzögerung nicht geändert haben. „Wir liegen nach wie vor bei rund acht Millionen Euro“, sagt Kosok.

Indes gehen auch in der Ortsdurchfahrt Primstal die Arbeiten weiter (wir berichteten mehrfach). Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) wird in den nächsten Wochen weiterhin die Vorarbeiten an Rinnen, Borden und Straßenabläufen in der Hauptstraße fortsetzen. Betroffen davon ist ab Donnerstag, 9. September, der weiterführende Bauabschnitt in der Tholeyer Straße in Richtung Theley bis Höhe Hausnummer 55. Die Arbeiten erfolgen wie bisher unter halbseitiger Sperrung der Fahrbahn mit Ampelanlage. Die Einmündung Bergstraße wird in diesem Abschnitt voll gesperrt.

Anfang Oktober soll dann der letzte Bauabschnitt im weiteren Verlauf der Straße bis zum Ortsausgang Primstal eingerichtet werden. Für die dann anstehenden Fräs- und Asphaltarbeiten an der Fahrbahn muss die Straße laut LfS aufgrund einer zu geringen Fahrbahnbreite voll gesperrt werden. Diese Arbeiten sind mit Rücksicht auf den Öffentlichen Personennahverkehr und die Schulbuslinien in zwei Abschnitten in den Herbstferien vorgesehen. Die Fahrbahn wird dabei etwa 20 Zentimeter abgefräst und anschließend folgt die Herstellung der neuen Asphaltschicht.

Die Baumaßnahme wurde im Vorfeld mit den Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs abgestimmt. Sie hat Auswirkungen auf die Linienführung des Busverkehrs. Über die Verlegung von Haltestellen und die Änderung von Fahrtrouten informiert der Linienbetreiber.

Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) rechnet mit geringfügigen Verkehrsstörungen. Den Verkehrsteilnehmern wird empfohlen, auf die Verkehrsmeldungen im Rundfunk zu achten, etwaige Störungen bei der Routenplanung zu berücksichtigen und angemessene Fahrzeit einzuplanen.