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ADFC begrüßt Stadtentwicklungskonzept in St. Wendel

Offener Brief an Bürgermeister Peter Klär : „Stadt des gleichberechtigten Miteinanders“ - Was der ADFC von den St. Wendeler Stadtumgestaltungsplänen hält

In einem offenen Brief an Bürgermeister Peter Klär zeigt sich der ADFC St. Wendel erfreut über die Pläne zur Umgestaltung der Bahnhofsstraße zu einem Boulevard, fordert aber eine Beteiligung bei der Umsetzung.

Die ADFC-Ortsgruppe St. Wendel (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) hat sich mit einem offenen Brief an den St. Wendeler Bürgermeister Peter Klär (CDU) gewandt und in ihrem Schreiben die Planungen zur Umgestaltung der Bahnhofstraße zu einem Boulevard begrüßt. Diese Pläne hatte der Stadtrat Mitte November vorgestellt (wir berichteten). Es sei für die Ortsgruppe St. Wendel des ADFC eine wirklich freudige Überraschung, zu sehen, dass die Stadt St. Wendel plant, die Bahnhofstraße zu einem Boulevard umzugestalten und damit – wie auf den entsprechenden grafischen Animationen zu sehen – diese wichtige innerstädtische Verkehrsfläche allen Verkehrsteilnehmern – neben dem Auto also auch dem Fußgänger- und Radverkehr – künftig zur Verfügung zu stellen. „Wir begrüßen dies ausdrücklich“, schreibt die Ortsgruppe in ihrem offenen Brief.

Mit dem vorliegenden Planentwurf zur Neugestaltung der Bahnhofstraße und angrenzender Flächen zu einem Boulevard befinde sich die Stadt aus Sicht des ADFC auf einem richtigen Weg. „Maßnahmen, wie die Reduktion des Verkehrs in der Bahnhofstraße auf eine Fahrspur, neue Freiräume für Fußgänger und Radfahrer, eine Beseitigung der Unterführung zum Bahnhof und dessen Weiterentwicklung zu einem Knotenpunkt des multimodalen Verkehrs wurden durch uns in den zurückliegenden beiden Jahren bereits thematisiert und auch im Dialog mit Vertretern der Stadt vorgebracht. Daher freuen wir uns besonders, dass diese Maßnahmen nun in die Umsetzung gebracht werden sollen“, heißt es weiter.

Aus Sicht des ADFC bietet das Projekt „Boulevard Bahnhofstraße“ eine große Chance, einen Wandel weg von einer primär an den Interessen des fließenden und ruhenden Autoverkehrs orientierten Stadtentwicklung, hin zu einer Stadt des gleichberechtigten Miteinanders sowie der Begegnung von Menschen und Verkehrsteilnehmern zu vollziehen, betont die Ortsgruppe in ihrem Schreiben an den Bürgermeister weiter.

Zur Förderung des Alltagsradverkehrs hält der ADFC die folgenden Punkte in der vorliegenden Planung für besonders wichtig: Weitgehende Beruhigung des Verkehrs in der Bahnhofsstraße – was ja dem Charakter eines Boulevards entspricht.

Die Öffnung des künftigen Boulevards Bahnhofsstraße zwischen Bahnhof und evangelischer Kirche für den Radverkehr in beide Richtungen sowie die Beseitigung der Unterführung am Bahnhof, barrierefreier Zugang zum Bahnhof für Fußgänger und Radfahrer. Ebenfalls für sinnvoll erachtet der ADFC die Entwickelung des Bahnhofs zu einem multimodalen Verkehrsknotenpunkt (sicheres Fahrradparken, Fahrradleihstation, Carsharing) und die Konkretisierung der Planung in einem offenen Dialog mit allen relevanten Interessengruppen, was Transparenz und Bürger-Workshops in allen Umsetzungsphasen des Projekts beinhaltet.

„Die Ausweisung des Schlossplatzes wie auch des Umfeldes um die Basilika Ende der 1980er-Jahre hat für uns eindrucksvoll gezeigt, dass ein solcher verkehrsberuhigter Bereich die Aufenthalts- und Erlebnisqualität der Stadt St. Wendel erheblich steigern wird“, betont der ADFC in seinem Brief. Denn aus Sicht des ADFC und durch zahlreiche Untersuchungen belegt, sinken dort, wo der Kfz-Verkehr durch Fußgänger- und Radverkehr ersetzt wird, die Umsätze des Einzelhandels nicht, sondern steigen um etwa  zehn Prozent.

 Soll Boulevard werden: Die Bahnhofstraße ist die Hauptschlagader St. Wendels. Künftig soll dem Straßenverkehr eine Fahrbahn weggenommen werden - mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer.
Soll Boulevard werden: Die Bahnhofstraße ist die Hauptschlagader St. Wendels. Künftig soll dem Straßenverkehr eine Fahrbahn weggenommen werden - mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer. Foto: Thorsten Grim

Weiter heißt es an den Bürgermeister: „Wir möchten Sie zudem bitten, bei der weiteren Planung des verkehrsberuhigten Boulevards Bahnhofstraße die Bereiche am Anfang und am Ende der Bahnhofsstraße, also die zuführenden Straßenbereiche, entsprechend anzupassen. Hierbei sollten sicher, komfortabel und zügig befahrbare Radverbindungen zum künftigen Grundschulstandort in der St. Annenstraße, zur Gemeinschaftsschule in der Tholeyer Straße sowie zu den beiden Gymnasien und den gewerblichen Schulen angestrebt werden.“ Und weiter: „Wir als ADFC sind gerne bereit, uns in diesen Planungsprozess aktiv einzubringen. Vor dem Hintergrund der aus unserer Sicht nicht gut gelaufenen Beteiligung beim Radverkehrskonzept bitten wir Sie um Mitteilung, wie die Stadt mit den Beiträgen der Bürgerinnen und Bürger und damit auch der Stellungnahme des ADFC umzugehen gedenkt und in welcher Form Sie dazu Stellung beziehen möchten.“