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Astronaut Matthias Maurer richtet Bitte an alle Saarländer

„Sagt den Menschen, dass es keine Grenzen gibt“ : Astronaut Matthias Maurer sendet Grußbotschaft – und richtet Bitte an alle Saarländer (mit Video)

Astronaut Matthias Maurer wendet sich mit einer Grußbotschaft an die Menschen in seiner Heimat. Er berichtet von seinem Leben fernab unseres blauen Planeten und bittet die Saarländer um Hilfe bei einer Herzensangelegenheit.

Es sieht chaotisch aus im Inneren der Internationalen Raumstation (ISS). Die Wände sind vollgestopft mit den unterschiedlichsten Geräten und überall baumeln Kabel kreuz und quer in der Luft. Esa-Astronaut Matthias Maurer scheint sich inzwischen an die Unordnung gewöhnt zu haben. Er schwebt entspannt inmitten des Moduls und wendet sich mit einer Grußbotschaft an die Menschen in seiner Heimat. In einem kurzen Video erzählt er von seinem ersten Monat im All, seiner galaktische Wohngemeinschaft und einer wichtigen Nachricht, die er gerne in die Welt hinaustragen möchte.

„Liebe Saarländerinnen und Saarländer, langer Atem zahlt sich immer aus. Obwohl ich länger warten musste als gedacht, bin ich nun doch dort angekommen, wo ich hinwollte. Einer meiner größten Wünsche hat sich erfüllt und ich durfte aus meiner schönen Heimat zur wohl ungewöhnlichsten Reise aufbrechen, die man sich vorstellen kann. Manche von Euch fahren mit dem Auto, mit dem Bus, mit dem Zug oder der Saarbahn zur Arbeit. Ich durfte mit einer Dragon-Kapsel von SpaceX zur Arbeit düsen und das habe ich wirklich sehr genossen. Unsere Großväter im Saarland fuhren für einen Tag nach unten, ich durfte nun für ein halbes Jahr weit nach oben.

Nach der Eingewöhnungsphase bin ich inzwischen gut angekommen. Wie viele von Euch habe ich nun ein Homeoffice. Denn meine neue Wohnung im Columbus-Modul ist gleichzeitig auch mein Arbeitsplatz. Obwohl es da schon einen Unterschied gibt: Ich bin hier nicht wirklich alleine und es ist vielmehr eine Homeoffice-WG. Meine Mitbewohner sind aber super und ich bin stolz, Teil dieses tollen Teams zu sein. In unserer WG ist fast alles so wie zu Hause und ich muss selbstverständlich auch mein Zimmer aufräumen. Wobei ich mir aber zumindest das Wäschewaschen sparen kann. Es gibt hier ja keine Waschmaschine.

Zwar können wir nur am Wochenende Karten spielen oder Fußball schauen, während der Woche bleibt uns keine Zeit dazu. Doch wir reden viel und teilen unsere Eindrücke. Erst mussten wir uns hier einleben und an die neuen Umstände gewöhnen. Vor allem an die Schwerelosigkeit. Das wird aber von Tag zu Tag besser. Inzwischen bin ich mit den Geräten, Versuchen, Experimenten und Maschinen vertraut.

Was ich am meisten genieße, ist der Ausblick auf die Erde. Meine wenige Freizeit verbringe ich gerne in der Cupola. Sobald ich erste Fotos von meiner Heimat aufnehmen konnte, werde ich Euch zeigen, wie winzig das Saarland von hier oben aussieht. Ich bin gespannt, ob Ihr da unten weiße Weihnachten bekommt und ob dann aus dem grünen Fleck ein weißer wird.

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr mein Leben hier oben in den sozialen Medien verfolgen. Es wird immer auch kleine Filme und Berichte aus der ISS zu sehen geben. Ich würde mich sehr freuen, wenn vor allem die Familien mit ihren weltraumbegeisterten Kindern meine Mission verfolgen würden. Ich werde Euch künftig ausführlich von meinem Abenteuer hier oben berichten.

Ein Punkt liegt mit aber noch wirklich sehr am Herzen und ich möchte Euch darum bitten, das weiterzutragen. Helft, aus unserem kleinen Saarland im Herzen von Europa eine wichtige Nachricht in die Welt zu bringen. Sagt den Menschen, dass es keine Grenzen gibt, dass wir alle verantwortlich für unsere gemeinsame Heimat sind und den Erhalt unseres kleinen Planeten. Auch wenn es den eingangs erwähnten langen Atem braucht, so können wir doch gemeinsam all dies schaffen. Für uns selbst, für alle Erdenbürger und für unsere Kinder in der Zukunft. Jeder und jede Einzelne zählt und ist wichtig. Wie unser schöner Saarland-Slogan sagt: Großes entsteht im Kleinen.

Bleibt mit treu, ich denke an Euch und Ihr hört von mir. Beste Grüße von der ISS, Euer Matthias, Tschüss.“