1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Freisen

2. Volleyball-Liga: SSC Freisen mit Sieg im Heimspiel gegen Waldgirmes

Volleyball : Trotz dickem Auge den Durchblick bewahrt

Volleyball-Zweitligist SSC Freisen hat nach fünf Niederlagen in Serie endlich wieder einen Sieg feiern können. Der SSC besiegte Waldgirmes mit 3:2. Im entscheidenden Tie-Break trumpfte Alica Zimmer groß auf – obwohl sie angeschlagen war.

Mit einem Kühlpad im Gesicht sitzt Alica Zimmer im dritten Satz auf der Auswechselbank. Die 26-jährige Volleyballerin des Zweitligisten SSC Freisen hatte kurz zuvor einen Schmetterball mitten auf das linke Auge bekommen – und musste deshalb das Feld verlassen. „Am Anfang habe ich alles etwas verschwommen gesehen und es tut auch jetzt noch ein wenig weh“, berichtet die Außenangreiferin nach der Partie. Aber Zimmer biss auf die Zähne – und kehrte ans Netz zurück.

Und dies zahlte sich aus. Nachdem beide Teams zuvor jeweils zwei Sätze gewonnen hatten, musste der Tie-Break die Entscheidung bringen. Und in dem trumpfte Zimmer groß auf. Dabei zeigte sie auch gleich das ganze Repertoire ihres Könnens.

Beim Stand von 2:2 setzte sie einen Tipp-Ball zum 3:2 für Freisen ins gegnerische Feld. Mit einem perfekten Block gegen einen Angriffsschlag von Gäste-Akteurin Frauke Keßmer punktete Zimmer Sekunden später zum 4:2, ehe sie mit einem Schmetterschlag das 5:2 für die Gastgeberinnen besorgte. Danach gelangen ihr bis zum Satzende noch drei weitere Punkte.

„Im Tie-Break sind meine Schläge endlich mal durchgekommen – das war zuvor nicht immer der Fall. Wir wollten unbedingt gewinnen – und da habe ich gedacht: Wir ziehen das jetzt durch“, freute sich die 26-Jährige.

Auch dank der Punkte von Zimmer hatte Freisen am Samstag nach zwei Stunden und fünf Minuten Spielzeit dann mehrere Matchbälle. Und gleich der erste davon saß: Krystsina Bustamante-Lapko blockte einen Schmetterball von Yva Cesar zum 15:5 für den SSC.

Danach war die Erleichterung groß. Denn durch den hart erkämpften Sieg beendete der Aufsteiger, bei dem Zuspielerin Leonie Dewes als beste Spielerin ausgezeichnet wurde, seine Negativ-Serie von fünf Niederlagen in Serie.

„Das war nicht nur für das Selbstvertrauen wahnsinnig wichtig, sondern auch, weil wir uns dadurch von einer Mannschaft, die mit uns um den Ligaverbleib konkurriert, absetzen können“, erklärte SSC-Trainerin Brigitte Schumacher strahlend.

Ihre Mannschaft bleibt durch den Erfolg Tabellenachter – mit 14 Punkten aus elf Spielen. Waldgirmes liegt mit drei Punkten weniger als Freisen nach wie vor auf Rang zehn. Wie viele Absteiger es in der 13 Teams umfassenden 2. Liga Süd am Ende geben wird, hängt von mehreren Faktoren ab – unter anderem davon, wer aus der 1. Liga absteigt und ob ein Süd-Zweitligist dorthin aufsteigen möchte.

Da die Spielklasse aber voraussichtlich wieder auf ihre „Regelstärke“ von 14 Clubs aufgefüllt werden soll, ist es auch möglich, dass es in der 2. Liga Süd nur einen Absteiger gibt. In diesem Fall hätte Freisen elf Punkte Vorsprung vor der „roten Linie.“ Bei zwei Absteigern wären es sechs Zähler.

Aber zurück zur Partie gegen Waldgirmes: Bei der waren Zuschauer erstmals nur nach der „2G-Plus-Regel“ zugelassen. Trotzdem kamen etwas mehr als 50 Besucher in die Freisener Bruchwaldhalle. „Mit der Kulisse sind wir auf jeden Fall zufrieden“, erklärte Zimmer: „Es gab ja schon einige Geisterspiele in der Liga, und deshalb sind wir sehr froh, dass noch Zuschauer kommen dürfen, die uns von außen unterstützen.“

Unterstützung hatte Freisen auch am Samstag in einigen Phasen nötig. Denn den ersten Satz verlor der SSC mit 22:25. Nach dem Satzausgleich (25:23) ging auch der dritte Durchgang an die Gäste (18:25).

Doch danach steigerten sich die Gastgeberinnen – auch weil sie absoluten Willen zeigten. „Wir wollten unbedingt wieder gewinnen“, erklärte Zimmer. Und das gelang auch. Ein 25:18 in Durchgang vier brachte den Satzausgleich, bevor Freisen den Tie-Break klar dominierte.

Für die Nordsaarländerinnen steht nun erneut ein Duell gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib an. Der Aufsteiger ist an diesem Samstag um 19 Uhr beim Tabellenelften TV Planegg-Krailing in der Nähe von München zu Gast.