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Rüstungsunternehmen DSL investiert 12,5 Millionen in Freisen

Millionenschwere Investition in Freisen : Was das Rüstungsunternehmen DSL außer Panzer hier noch instandsetzt

Zwei große Hallen entstehen zurzeit im Nordsaarland. Hier investiert das Rüstungsunternehmen Defence Service Logistics. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) spricht beim Spatenstich von Friedenssicherung durch den Betrieb.

Vor einigen Wochen ist an der L 349 zwischen Freisen und Pfeffelbach eine neue Zufahrt geschaffen, jede Menge Erde bewegt und per Lkw abtransportiert worden.

Von der Autobahn aus ist ein Kran nicht zu übersehen. Das Unternehmen Defence Service Logistics GmbH (DSL) in Schwarzenbach ist dabei, seine Pläne in die Tat und im Werksgelände umzusetzen. Seit zwei Monaten ist der erste Bauabschnitt in vollem Gange.

 Die Bauarbeiten laufen bereits seit mehreren Wochen, am Donnerstag war nun der symbolische Spatenstich auf dem DSL-Gelände in Schwarzerden.
Die Bauarbeiten laufen bereits seit mehreren Wochen, am Donnerstag war nun der symbolische Spatenstich auf dem DSL-Gelände in Schwarzerden. Foto: Frank Faber

Auf einer riesigen Fläche entsteht eine 3000 Quadratmeter große Instandsetzungshalle sowie quasi nebenan eine 1100 Quadratmeter große Logistikhalle. Das DSL investiert mit ihrem Gesellschafter Krauss-Maffei Wegmann 12,5 Millionen Euro in das Bauprojekt. Christoph Cords, Sprecher der Geschäftsführung, erklärt: „Kontinuierlich steigende Auftragseingänge und das daraus resultierende wachsende Produktionsvolumen machen am DSL-Standort Freisen eine Kapazitätserweiterung notwendig.“ Seit März habe das Unternehmen 100 neue Mitarbeiter eingestellt. „Dieses Bauprojekt ist ein wichtiger Schritt für ein nachhaltiges Wachstum und die Zukunftssicherung der DSL am Standort in Freisen“, sagt Cords.

Die Inbetriebnahme sei für das vierte Quartal 2022 geplant. „Und mich persönlich freut es besonders, dass der weltweit modernste Schützenpanzer Puma mit in die Halle einziehen wird“, ergänzt der Unternehmenssprecher. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) betont anlässlich des symbolischen Spatenstichs die Wichtigkeit, dass sich das Unternehmen zur Region und zum nördlichen Saarland bekenne. Hans spricht den tiefgreifenden Strukturwandel im Saarland an und dass ein Verteidigungscluster (räumliche Konzentration von Unternehmen, Anmerkung der Redaktion), in Nonnweiler-Bierfeld, St. Wendel und auf dem Industriegelände in der Gemeinde Freisen vielen Menschen Arbeit und Brot gebe. „Und das ist vor allen Dingen im ländlichen Raum eine strukturpolitische Entscheidung, dass die Menschen ihre Arbeit vor Haustür haben“, so der Ministerpräsident. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung und die unsichere Situation in Afghanistan ist Hans beruhigt, dass bei einem Unternehmen wie DSL in der Zukunft sichere Arbeitsplätze zur Friedenssicherung entstehen.

Derzeit beschäftigt DSL 525 Mitarbeiter, darunter 49 Auszubildende. 2020 hat das Unternehmen einen Umsatz von 72,2 Millionen Euro ausgewiesen. Die Auftragseingänge haben bei 81,4 Millionen Euro betragen, der Auftragsbestand hat bei 111 Millionen Euro gelegen, teilt DSL mit. Und was ist das Kerngeschäft der DSL? Die Hauptaktivität liegt im Bereich der Systeminstandsetzung von Rad- und Kettenfahrzeugen und deren Baugruppen der Bundeswehr sowie von Nato-Partnern und Drittkunden. Je nach Kundenauftrag werden auch Kampfwertsteigerungen und Hochrüstungen zur Erhöhung der Mobilität und der Durchhaltefähigkeit durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt derzeit beim Schützenpanzer Puma und den modernen Radfahrzeugen Mungo, Dingo, Fennek und Boxer von Krauss-Maffei Wegmann. Aber auch Klassiker wie der Schützenpanzer Marder, der Transportpanzer Fuchs und Familienfahrzeuge auf Leopard-1-Fahrgestell sind wesentliche Eckpfeiler des DSL-Instandsetzungsportfolios.