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Weihnachtsbaumbeleuchten in der US-Gemeinde von Baumholder

Tradition in Baumholder : Mann in Rot bringt Baum zum Leuchten

Zeremonie zum Beleuchten des Weihnachtsbaumes in der US-Gemeinde von Baumholder wurde weltweit übertragen.

Klirrende Kälte und etwas Schnee in der Luft. Eltern mit Kindern finden sich auf dem Parkplatz am US-Hauptquartier in Baumholder ein. Die USO (United Service Organization) verteilt warmen Kakao. Der Sender AFN hat Kameras aufgebaut. Das traditionelle  Beleuchten des Weihnachtsbaumes steht an, eine der ältesten militärischen Traditionen. Auch in Baumholder. Militärpfarrer Chaplain (Oberstleutnant) Randall Curry betet mit allen, „auf dass der strahlende Weihnachtsbaum Freude und Wärme in unsere Herzen und unser Leben bringt und uns friedliche Festtage bereitet”. Nun beginnt der Chor der amerikanischen Kirche zu singen. Weihnachtsstimmung kommt langsam auf. Es erschallt „Oh Christmas Tree”.

Dann tritt der Interims-Kommandeur der US-Army Garnison Rheinland-Pfalz, Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) Jeremy A. McHugh, ans Rednerpult. Er freut sich, dass doch etliche Familien anwesend sind trotz des sehr kalten Wetters und der Corona-bedingten Auflagen. „Das feierliche Beleuchten des Weihnachtsbaumes der USAG Rheinland-Pfalz hier in der Militärgemeinde Baumholder vereint nicht nur die gesamte Garnison, sondern lässt auch Familienmitglieder und Freunde weltweit durch die Live-Űbertragung teilhaben”, sagt McHugh. „In Zeiten des Friedens und in Zeiten des Konflikts sind der weihnachtliche Geist und die Freude an der Weihnachtszeit stark und bringen Menschen zusammen, die sonst nicht zusammenkommen würden”, sagt McHugh weiter. Er erzählt von einer Rettungsaktion an Weihnachten 1950, als rund 100 000 Mitglieder der UN-Truppen in der nordkoreanischen Hafenstadt Hungnam festsaßen. Sie standen einer chinesischen Armee gegenüber, die fast viermal so groß war wie die ihre. Nun gab es nur noch eine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Über den Seeweg. Doch die Truppen waren nicht allein. Tausende von nordkoreanischen Flüchtlingen waren ebenfalls an den eiskalten Strand geflohen, in der Hoffnung, gerettet zu werden. Rund 100 US-Schiffe, darunter die SS Meredith Victory, waren nach Hungnam gefahren, um die Truppen und Flüchtlinge aufzunehmen und zu den südkoreanischen Häfen zu bringen. „Beispiele des weihnachtlichen Geistes wie diese sind in der gesamten modernen Geschichte zu finden und veranschaulichen die wahre Natur des menschlichen Geistes”, sagt der Garnisonskommandeur.

„Die Partnerschaft mit unseren deutschen Gastgebern hier in Baumholder wird zurecht als die beste innerhalb Europas beschrieben. Wir sind eine Gemeinde, Seite an Seite.” Mit diesen Worten übergibt er das Mikrofon an den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Baumholder, Bernd Alsfasser, der gemeinsam mit dem Kommandanten des Truppenübungsplatzes Baumholder, Oberstleutnant Jan Schmidt aus Walhausen, an dieser Zeremonie teilnimmt. „Leider lässt uns die Covid-19-Pandemie wieder einmal die Feiertage nicht so genießen, wie wir alle es gewohnt sind. Im Namen aller Bürgermeister in der Verbandsgemeinde Baumholder wünsche ich unseren amerikanischen Freunden friedvolle Festtage gemeinsam mit Familie und Freunden und ein gesundes neues Jahr”, sagt Alsfasser.

 Bis 6. Januar bleibt der Baum vor dem US-Hauptquartier in Baumholder  geschmückt.
Bis 6. Januar bleibt der Baum vor dem US-Hauptquartier in Baumholder  geschmückt. Foto: Mai/US-Army

Damit sind die offiziellen Worte gesprochen. Ein ganz besonderer Gast fehlt allerdings noch. Und so fordert McHugh alle Anwesenden auf, gemeinsam mit dem Chor „Here comes Santa” zu singen. Besonders die Kinder stimmen lautstark mit ein. Mit Blaulicht und Polizeieskorte kommt Santa Clause zum Weihnachtsbaum. Der Mann in Rot legt gemeinsam mit McHugh und Alsfasser den Schalter um. Und dann ist es für einen Moment wie immer: Der große Baum erstrahlt in vollem Glanz. Und das unter den Augen von Menschen in der ganzen Welt – dank AFN.